Aruba > Cayman Islands  (Segelreise von Aruba zu den Cayman Inseln)         30. Oktober 2018


Vorwort: 

Viel Zeit, genau genommen 5 Monate seit unserem letzten Reisebericht sind ins Land gezogen. Wir sind aktuell mit userem Katamaran SeaBorne auf den Cayman Inseln in der Karibik. Es sind diesmal eigentlich drei Berichte über so lange Zeit an verschiedenen Orten die wir zusammengefasst haben. Entsprechend lang ist er geworden und immer neues kommt wieder dazu. Die Seite ist bereits zu lange für die Homepage geworden, deswegen musste ich einen 2. Bericht verfassen der von „Grand Cayman“. Also zieht Euch warm an und bringt etwas Zeit zum hineinlesen mit. 

Viel Spass und herzliche Grüsse Nadine & Tomas 


Rückblick aus Kanada                          September 2018 

Nahtlos führte unsere Reise vom kanadischen Indian Summer in den kanadischen Früh-Winter und das schon unüblicherweise Mitte September 2018. Es überraschten uns Schnee und Eis und das volle Winterprogramm. Glücklich besteigen wir in Calgary am 08. Oktober das Flugzeug an die karibische Sonne nach Bonaire. Die warmen Temperaturen liegen uns halt schon eher. Obwohl schöne Schneelandschaften durchaus auch ihren Reiz haben. Wir tauschen die Wanderschuhe gegen Flip Flop’s. Dicke Winterklamotten gegen luftige Sommerkleider. Wollkappen gegen Strohhüte. Was für ein wunderbarer Kontrast. 32 Grad Unterschied von Calgary nach Bonaire. 


Rückblick aus Bonaire                              Oktober 2018

Wir sind der Einladung für das grosse Geburtstagsfest von Barbara gefolgt, das auf Bonaire statt fand. Das Gästehaus welches sie in der Zwischenzeit gebaut haben ist just für die vielen Gäste fertig geworden und wird von Ihren Kindern und dessen Partnern bewohnt. Wir wohnen im Haus von Barbara und Boudewjin mit dem jungen und verspielten Hund Balou und geniessen die Zeit die wir zusammen verbringen dürfen. 

                                                                            Frühstück mit den Kindern von Barbara. Das Geburtstagskind Barbara und Boudewijn. 

Platzregen und Mückeninvasion machten uns gar nichts aus, wir genossen einen herrlichen Abend und einen wundervollen 60. Geburtstag von Barbara mit gutem Essen, Cocktails, Musik und Tanz. 

     Viele muntere Gäste und eine riesige Geburtstags-Schwarzwäldertorte. 


Realaxen im Dolphin-Resort auf Bonaire 

  


Sorobon, Abstecher in den Süden von Bonaire 


      



Letzte Tage auf Bonaire 

Wie bereits Tomi letzten Januar seinen 60. auf Bonaire im Spice Beach Club gefeiert hat. Ist es diesmal Bernd der ebenfalls 60. geworden ist. 

Segler Freund Bernd (Tisch-Häuptling) feiert mit uns seinen 60. Geburtstag auf Spice Island Beach Club. 


Happy Hour, Spice Beach Club

                                     Happy Hour im Spice Beach Club Bonaire, mit Barbara und Familie. Semii singt, es ist eine Freude.

Tschüss und auf Wiedersehen Bonaire. Unser Flug nach Aruba geht in aller Frühe. Barbara bringt uns zum Flughafen und wir verabschieden uns auf unbestimmte Zeit. Barbara 


Rückblick aus Aruba                                Oktober 2018

Varadero Werft & Marina Aruba 

Nach zwei Wochen Bonaire sind wir nun wieder in Aruba in der Varadero Werft & Marina. Die SeaBorne ist leider noch nicht im Wasser wie wir es vorausbestellt haben. Regenfall verzögerte das Wachsen und Polieren der Aussenseiten der SeaBorne. Nach zwei Tagen wurden sie aber fertig und wir durften ins Wasser. Wir ankern direkt vor der Werft, falls nach den verschiedenen Revisionen und Services erst getestet werden muss ob die Maschinen auch einwandfrei laufen. In der Marina selbst ist kein einziger Platz mehr frei. Ein Fischer Wettbewerb am kommenden Wochenende machte uns den Strich durch die Rechnung, keine Chance auf einen Marina-Platz. Aber „no Problem“ wie Richie unser Werftmanager immer so schön sagt, wenn wir was brauchen, sollen wir uns einfach melden. 

Einwassern der SeaBorne 

      



     Immer wieder Eindrücklich wenn 12 Tonnen schwere Schiffe wie Spielzeuge ins Wasser gefahren werden. Diesmal ging die Einwasserung der SeaBorne sensationell schnell und nach einer Dreiviertel Stunde schwimmt sie bereits wieder unser gutes, altes Mädchen. 

Schiff Ahoi 

Wir freuen uns sehr nach fast 9 Monaten wieder auf unserer SeaBorne zu sein. Ein wirklich schönes Gefühl. Und was noch schöner ist, der Weg ist das Ziel, welches bereits feststeht. Wir segeln zu den Cayman Inseln. Captain Tomi beobachtet die Wetterprognosen zu den Cayman Inseln schon seit einer Weile. Er meint, wenn wir uns sputen können wir in sechs Tagen los segeln. Denn die Wetterprognosen stehen gut. Moderate Winde zwischen 10-20 Knoten und Wellen um die 1 - 1.5 Meter Höhe. Das Wetterfenster sollten wir eigentlich nutzen und loslegen. Oktober wäre auch der beste Monat für diese Segelstrecke schreibt Jimmy Cornel in seinem Segelführer. November geht auch noch so. Danach kommen die Passatwinde die meist recht heftig blasen und die während der ganzen Segelsaison anhalten, auch riesige Wellenberge  vor denen uns graust. Wir wollen hier weg, nichts wie los. Wir hängen uns in die Wanten und geben Gas. 

Schaffe, schaffe, schaffe…

Das defekte Caribe Dinghy. Tomi rührt gerade eine neue Mischung Klebstoff an. 

Wir schuften wie die Blöden. Ich mag gar nicht aufzählen, was alles erledigt sein muss wenn man eine 6 bzw. 10 Tägige Überfahrt vor sich hat. Das wichtigste ist ein Schiff wo alles funktioniert, ganz und heil ist. Darunter eines der wichtigsten Dinge ist da ein Dinghy. Wir bestellten bei Budget Marine Aruba vor Monaten ein neues AB-Dinghy was nebenbei bemerkt eine kleine Stange Geld kostet. Zu unserer Enttäuschung haben 4 Monate nicht gereicht ein Dinghy von St. Martin (Hauptsitz) nach Aruba zu liefern. Nebst schlechten Informationen konnten Sie uns den Transport nicht garantieren. Der Chef meinte zwar die Zeit reicht, hat sich aber auch nicht bemüht, uns ein Dinghy zu liefern. Unsere Mails wurden nicht beantwortet. Unser Gefühl täuschte uns nicht, das das nicht geklappt hat. Als wir ankamen und gleich bei Budget vorbei gingen. Sorry, das Dinghy ist nicht da. Kein Geschäftsinteresse, kein Kundenservice, keine Entschuldigung. So ein Saftladen! Wir verlangten unsere Anzahlung zurück und zwar pronto und zogen mit hängenden Köpfen davon. So flickte und verklebte Captain Tomi drei Tage lang Gummiteile auf dem Dinghy und immer wieder kam anderswo die Luft raus, es war zum Verrückt werden. Doch Tomi liess nicht locker und reparierte das arme alte Dinghy bis es endlich dicht war. Bravo Tomi für unser Patchwork Dinghy. Doch ein paar Tage später ging das ganze Spiel wieder von vorne los. 

Abreise steht auf der Kippe…! 

Wir liegen hier ruhig und gemütlich vor Anker vor der proppe vollen Varadero Werft & Marina in Aruba 

Am Nachmittag vor unserer Abreise entdeckte Captain Tomi gleich zwei Risse im Hochdruckschlauch des Wassermachers. Seit Stunden will unser Wassertank einfach nicht voll werden. Die Ursache ist nun gefunden. Mit lautem Gefluche und Gestöhne baut der Captain den Übeltäter aus. Schnell an Land ging's in die Werft wo Richie auch schon wartet und sagt „no Problem“, „no Problem“ als Tomi seinen defekten Schlauch präsentiert. Tomi soll kurz vor 17:00h nochmals kommen, Richie schickte sogleich einen Kurier los einen Ersatz zu organisieren. Der tägliche Verkehrs-Kollaps um diese Uhrzeit ist das eigentliche Problem in Aruba, nicht etwa einen neuen Hochdruckschlauch auf der Insel zu finden.  Wir warten und hoffen. Kurz vor 5 düste Tomi an Land. Schon kurze Zeit danach wedelte er mir schon von Weitem mit einem neuen Schlauch in der Hand und einem big simile zu. Wow, das gibts ja nicht, der neue Spezial-Schlauch wurde innert 2 Stunden für uns besorgt. Das ist karibisch untypisch und freut uns deshalb um so mehr. 40 Minuten später, also in Rekordzeit baute Captain Tomi den neuen Hochdruckschlauch ein und unser Wassermacher schnurrt wieder wie ein Kätzchen. Glanzleistung sage ich und bin so stolz auf meinen Captain. Ich serviere ihm auch gleich ein kühles Bierchen, schliesslich hat er viel Wasser geschwitzt bei der harten Arbeit an der prallen Sonne. Inzwischen ist es Abend geworden und die Abreise Morgens wäre um ein Haar ins Wasser gefallen. Das bedeutet, dass wir ein nächstes Wetterfenster hätten abwarten müssen, wer weiss wie lange. Nun steht der Abreise nichts mehr im Weg - wir werden los segeln -  

Letzte Nacht in Aruba vor der Abreise 

Varadero Werft & Marina, Aruba 

Ein Loblied für die Varadero Werft & Marina in Aruba. 

Sehr freundliche Manager vor Ort. Judith, die Office Managerin ist sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Empfing uns herzlich mit Bussi auf die Wange und big hug. Richie mit seinem breiten sympathischen Lachen ist der Werft Manager und so richtig auf Zack. „ No Problem, no Problem“ ist sein Spruch. Es wurde auch nie etwas zum Problem. Vier Monate war die SeaBorne im Zollfrei-Lager in Aruba bestens geschützt und bewacht. Im Zollfrei-Lager darf nicht an den Schiffen gearbeitet werden. Weder Aussen noch Innen. Leben an Bord nicht erlaubt. Als wir Bescheid gaben, dass wir demnächst kommen würden, blieb nicht mehr viel Zeit übrig um alles in Stand zu stellen was wir in Auftrag gegeben haben. Die SeaBorne wurde aus dem Zollfrei-Lager genommen und in die Werft verfrachtet. Dann wurden Servicearbeiten erledigt. Das alles zu unserer vollen Zufriedenheit  Das Schiff reinigen und beide Schwimmer mit Wachs aufpolieren wurde sorgfältig von Hand erledigt. Tolle Arbeit, wie wir finden. Die SeaBorne glänzt und strahlt. Die teilweise wüsten Hinterlassenschaften die mit der Poliermaschine in der Curacao Marine verursacht wurden, konnten einwenig ausgebessert und verschönert werden. Curacao Marine erhält im Vergleich hierzu viele Minuspunkte. Als Pierré noch Chef war, waren wir mit dem Einwachsen und polieren sehr zufrieden. Danach leider nicht mehr. Sehr schade! 

Neben dem sehr netten Restaurant in der Marina mit leckerem Essen und die Vermietung von Autos waren wir rundum zufrieden. Nicht zuletzt staunten wir nicht schlecht wie Richie Ruck Zuck die Schiffe aus dem Wasser nimmt und an Land stellt. Mit seinem Riesentraktor holt er die Schiffe im Werftlager und fährt sie bis ins Wasser in einer halben Stunde. Der Werft-Meister Richie hat’s voll im Griff. Er freut sich über unsere Komplimente und meinte; Ich habe vor jedem Transport die Masse zur Hand, dann geht alles viel schneller. Mit seinem eingespielten Team klappt es besonders schnell, unser 43 feet „ Baby Cat“ wie Richie ihn liebevoll nennt ist also „no Problem, no Problem“! Morgen soll er einen 80 Fuss Cat ans Land ziehen. Das ist wohl eine ganz andere Geschichte. 

Danke an alle die unsere SeaBorne wieder Seetüchtig gemacht haben und für den super tollen Service. 

Tanken, Ausklarieren, Ablegen 

Unattraktive Anlegestelle am Frachthafen von Aruba

Nach 6 Tagen Arbeit am Schiff sind wir nun startklar. Am 30. Oktober 2018 lichten wir den Anker vor der Varadero Werft und legen los. Wir müssen aber zuerst ausklarieren und tanken, dann erst können wir Aruba verlassen. Auf dem Weg zum Hafen funken wir auf Radio 16 die Port Control an. Sie weisen uns an, in einer Stunde anzulegen, sie wollen erst das einlaufende Kreuzfahrtschiff abfertigen. Wir fahren zur Renaissance Marina, tanken und verabschieden uns von Hans und dem freundlichen Marinero. Inzwischen ist die Zeit auch schon um und wir können im Frachthafen von Aruba anlegen. Wir bangen um unsere frisch gewachsten und strahlenden Seitenwände der SeaBorne. Die Anlegestelle im Frachthafen ist für grosse Schiffe ausgelegt. Riesige Poller im Abstand von 50 Metern. Wir knüpfen schon mal ein paar Leinen zusammen. Lasso werfen über die grossen Poller wird schwierig werden aber wohl wohl nicht anders gehen. Lastwagenreifen dienen als Fender und versauen uns die frisch polierten Schiffswände mit schwarzem Gummi den man danach kaum mehr wegkriegt. Uns graust's bereits davor. Wir Fendern ab mit allem was an Bord ist. Ich will sogar ein paar alte Fixleintücher opfern, damit die Bordwand geschützt bleibt. Das Schiff wird hier durch Wind und Welle meist heftig an die Reifen gedrückt, rauf und runter schrammt dann die Schiffswand an den Reifen. Da hilft abfendern nicht immer aber später dann Nitroverdünner. 

   

Die Bilder sehen doch recht harmlos aus, doch wenn die Wellen kommen nicht mehr. 

    

Die Zoll- und Immigration Beamten werden von der Port Control aufgeboten. Sie warten gelangweilt in zwei Fahrzeugen, tun nichts und hängen an ihren Smartphones. Keiner bequemt sich auszusteigen oder uns mit an- oder ablegen behilflich zu sein. Man muss selber schauen und herausfinden wer für den Zoll und wer für die Immigration zuständig ist. Es werden uns dann durch das offene Fenster Ausklarierungsformulare ausgehändigt, die Captain Tomi auf unserem Schiff ausfüllt und wieder zurück bringt. Das war’s auch schon. Die Beamten fahren davon. Wir legen ebenfalls ab. 

Das Anlegen an dieser Mauer ist relativ schwierig, wie oben erwähnt. In der Zwischenzeit haben die Aruber eine Bretterwand an die Mauer angebracht. Das soll uns das Anlegen vereinfachen und die Seitenwände werden nicht durch die schwarzen Reifen beschädigt oder eingeschwärzt. Immerhin eine kleine Verbesserung der Lage.  

Auf Wiedersehen Aruba…

Die Grib Files - sind unsere sicheren Vorhersagen für das Wetter, Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhe. Meist können wir uns recht gut auf sie verlassen. Man rechne zur Prognose ein paar Knoten Wind dazu und 0.5 höhere Wellen und dann hat man eine relativ genaue Voraussicht. Unsere Vorhersage soll 10-20 Knoten Wind bringen. 1-1.8 Meter hohe Wellen. Schönes Wetter, es könnte hi und da regnen vor allem später dann vor Jamaica. Wir werden sehen. 

   


Rückblick Segeln zu den Cayman's  30. Oktober 2018

800 Seemeilen liegen vor uns

1. Tag auf See  

Wir fahren unter Motor an der Küste von Aruba entlang bis zum Westende. Wir setzen das Grosssegel und die Genua ins 1. Reff und haben einen schönen Vorwindkurs ins Blaue. 

Wir gewöhnen uns schnell an die merkwürdigen Geräusche wenn die Wellen ans Schiff knallen. Ich bin so happy, dass es mir nicht schlecht wird. Tomi hat wie immer keine Probleme mit der Seekrankheit. Der Appetit ist auch noch da und die Müdigkeit hält sich in Grenzen. Wir beschliessen unsere Nachtwachen aufzuteilen. Nicht im 3 Stunden- wie üblich, sondern im 5 Stunden Rhythmus. Wir brauchen jeweils eine Weile bis man bei den Wellen und Geräuschen einschlafen kann. Wir schlafen besser und länger mit dem 5 Stunden Rhythmus. Man ist ausgeruhter, mal sehen. 

    

Die Nacht ist klar. Ich wache von 20:00h bis 01:00h. Der Sternenhimmel ist wunderschön. Die Milchstrasse so hell, dass sie mir viel Licht spendet in der finsteren Nacht. Ein heller Lichtstreifen am Horizont hinter uns, es ist das letzte Licht von Aruba und es wird immer kleiner und kleiner bis wir bald nichts mehr sehen. Die ersten Sternschnuppen fallen vom Himmel. Der Halbmond erhebt sich schnell am Horizont zur Geisterstunde um Punkt 24:00h. Sein Licht wirft einen goldenen Streifen auf das schwarze Wasser, ein schöner Kontrast in der Dunkelheit. Drei Tanker fahren in der Nacht weit entfernt an uns vorbei. Wir sehen nur 2 kleine gelbe Lichter in der Ferne leuchten. Tomi schiebt die 2. Hälfte der Nacht Wache. Wir rauschen mit bis zu 10 Kts über das Wasser, schneller als errechnet. Wind und Welle gemäss Grib Files stimmen aber nicht schlecht. 

   

2. Tag auf See 

Kurs Negril, Westküste Jamaica noch 605 Seemeilen

Das unbequeme Segeln über Tage ist nicht unser Ding, das merken wir sehr schnell. Es ist meist langweilige, man ist müde, und kann nicht viel tun, ausser lesen, schlafen, kochen, essen. Oder stundenlang aufs Wasser zu schauen wo nichts ist ausser Wasser bis hin zum Horizont und das in alle vier Himmelsrichtungen. Aber es hat auch etwas beruhigendes. Gedanken kommen und gehen. Wir lassen uns treiben. Wie eine kleine Nussschale im Meer fühlt man sich, winzig und klein von den Wellen voran geschubst. Kein Radio, kein Funkkontakt, kein Telefon, kein Internet. Keine Verbindung zur Zivilisation. Das ist heutzutage ein Privileg, oder ist es ein bisschen Angst die einem beschleicht, mit der Aussenwelt nicht mehr verbunden zu sein? Es hat auf jeden Fall etwas, was im tiefsten Inneren in Bewegung bleibt. Ungewissheit der Dinge die unvorhersehbar sind und eintreffen könnten. Vertrauen in Material und Mannschaft. Respekt vor den Kräften der Natur. Respekt vor dem eigenen Schicksal. Gedanken kommen und gehen, es ist alles im Fluss. 


Die Nacht ist ruhig, kein einziger Tanker weit und breit, wir sind das einzige Schiff auf dem weiten Ozean. Die Sterne leuchten nicht mehr so hell, es ziehen immer dickere Wolken vorbei die das bisschen Licht am Himmel förmlich einsaugen. Auch der Halbmond versteckt sich hinter dicken Wolken. Oben wie unten nur Schwärze zu sehen, dazwischen der Horizont gerade noch knapp auszumachen. Ich mag sie nicht, die schwarzen Nächte, sie haben etwas unheimliches und gefährliches an sich. Ich verlasse mich auf die Navigation, die Geräusche um mich herum. Geplätscher, rauschen der Wellen, knallen und rumpeln wenn die Wellen quer schlagen und die Schiffswände traktieren. Schaukeln, schaukeln, schaukeln. Halte Ausschau auf mögliche Gewitterzellen, den korrekten Kurs und prüfe alle 15 Minuten die Instrumente, ein Blick auf das AIS um andere Schiffe auszumachen. 


3. Tag auf See 

Endlich ist wieder Tag und die freundliche Sonne zeigt sich. Die Wellen werden Teilweise über 3 - 5 Meter hoch und schieben uns viel zu schnell vorwärts. Wellen wie Berge erheben sich und drohen uns von Achtern ins Cockpit zu donnern, doch das passiert nicht. Wir laufen den Wellen davon, sie schieben uns vor sich her. Die Genua ist gerefft, es schaut noch ein kleiner Zipfel Tuch heraus, den Rest macht das gefierte Grossegel. Heute empfinden wir das Segeln als richtig schön. Wir sitzen im Cockpit und haben gerade gefrühstückt. Wind und Wetter stimmen perfekt, wie es besser nicht sein könnte. Wir sind mehr oder weniger ausgeruht und es geht uns gut. Es scheint uns, das der Schlaf- und Wach Rhythmus sich eingependelt hat. Fredy unser Autopilot hält den Kurs. Dann ändert sich die Gemütlichkeit. Manche Wellen schlagen nun doch quer über das Cockpit hinweg und wir werden eingesalzt wie Heringe in der Dose. Wie schön ist das Segler Leben. 

   

Die Nacht ist unruhig. Es knallen die Wellen seitlich achtern an die Bordwände und es schaukelt heftig. Ich kann nicht schlafen während Tomi Wache hat und bin später auf meiner Wach-Zeit hundemüde. Um 03:30h prüfe ich erneut das AIS und plötzlich wie aus dem Nichts erblicke ich zwei parallel zueinander laufende Frachtschiffe auf Kollisionskurs mit uns. Na bravo! Noch habe ich genügend Zeit mir Gedanken zu machen was ich machen soll. Ich wecke schon mal den Captain. Wir erhalten nun mit Motorenunterstützung den genauen AIS Kurs und die Zeit wann die 260 Meter langen Frachter vor uns sind und in welchem Abstand. Weil wir unter Segel fahren, hätten wir gemäss Seerecht den Vortritt. Kümmert mitten auf dem Ozean aber wirklich niemanden. Den 1. Frachter passieren wir vor seinem Bug, wir haben noch 1000m Sicherheitsabstand. Ich hoffe insgeheim, dass alles klappt! Uff, das wäre geschafft. Nachts auf dem schwarzen Meer sieht das echt gefährlich nahe aus und man kann die Distanz nur schlecht abschätzen. Man sieht die Frachter nicht, nur zwei Lichter das Vorder- und Hinterteil des Frachters anzeigen. Manchmal sieht man auch die Positionslichter grün, rot oder beide. AIS-sei Dank. Ohne diese Anzeigen wäre man wirklich aufgeschmissen. Die Frachter fahren mit bis zu 20 Kts schnell. Wenn dann einer dieser Riesenkolosse auftaucht, sind wir immer in Alarmbereitschaft. Noch nie haben wir erlebt, dass ein Tanker oder Frachter wegen uns seinen Kurs angepasst hätte. Wahrscheinlich schläft die Crew oder es interessiert sie nicht. Der Aufprall eines Segelschiffes auf einen dieser Riesen, würde die Besatzung wohl nicht einmal merken. Deshalb weichen wir immer aus. Der 2. Frachter schaffen wir nicht vor seinem Bug zu passieren. Das scheint etwas kniffliger zu werden. Wir luven an und ändern unseren Kurs parallel zum Frachter in die Richtung wo er herkommt. Er passiert vor uns durch in seiner ganzen Länge und wir können bald wieder unseren alten Kurs setzen und weiter segeln. Ich bin jetzt hellwach, froh, dass Captain Tomi die Situation gerettet hat, war es doch bissi brenzlig für mich. Nicht für den Captain, er hat alles voll im Griff. Meinte nur, gut hast Du mich geweckt. 


4. Tag auf See 

Inzwischen ist die SeaBorne durch die Gischt der Wellen seifig, schmierig und salzig, daran werde ich mich wohl nie gewöhnen. Meine Kochkünste werden auf dieser Überfahrt auch schon mal in Frage gestellt. Irgendwie will mir nichts so richtig leckeres gelingen. Ich zweifle ob ich es vielleicht verlernt habe, oder nicht die richtige Wahl der Speisen für eine Überfahrt gewählt habe. Naja jedenfalls kann es nur noch besser werden. Wir gehen abwechslungsweise schlafen, das Schlafmanko der letzten Tage macht sich langsam bemerkbar. Ich werde „rumpelsurig“ was soviel wie unleidlich heisst. 


Am 4. Abend kommt Jamaika in Sicht! Für die kommende Nacht gehen wir zum 3 Stunden Schlaf/Wach Rhythmus über. Wir kommen an die Südostküste von Jamaika. Die Wellen legen sich gänzlich und der Wind gibt ebenfalls auf. Wir bergen die Segel und starten die Motoren. Mit genügend Abstand zum Land wegen den vielen Fisch-Reusen wählen wir das Tiefe Wasser entlang der Südküste. Wir geben Acht auf Fischerboote und deren Netze. Während unserer Wachen bleiben wir ohne Unterbruch am Steuerstand und prüfen ständig das AIS und halten Ausschau auf Fischerboote. Eine sternenklare Nacht mit dicken Wolken am Horizont. Das Wasser ist pechschwarz und unheimlich. Die dünne Mondsichel erhebt sich erst um 02:00h morgens und bleibt meist hinter den Wolken verborgen. Jamaika bleibt ebenfalls hinter dicken Wolken verborgen, da und dort ein paar Lichter auf der Insel und manchmal sieht man die geisterhaften Konturen der Blue Mountains Bergkette hinter dem Nebel. Ein Paar kleinere Frachtschiffe fahren an uns vorbei, sonst ist weit und breit nichts auf dem Wasser zu sehen. Kein einziges Fischerboot in der Dunkelheit. 


5. Tag auf See 

Am Nachmittag erreichten wir die Westküste Jamaikas. Vor dem langen Sandstrand in Negril lassen wir den Anker ins Wasser fallen und geniessen ein herrliches Bad im tropisch warmen Meer. Wir liegen in der grossen ruhigen Bucht über Nacht und schlafen wie die Murmeltiere im Winterschlaf. 

                 


In der grossen Bucht von Negril vor Anker. Wir hiessen die Quarantäne Flagge und die Gastland Flagge von Jamaika. Wir klarieren jedoch nicht ein für diese eine Nacht. Ein kleines Täuschungsmanöver!


Nach 10 Stunden Schlaf, machte Tomi ein Mini- Frühstück und schon geht es um 08:00 weiter zur 2. Etappe, den Cayman Inseln. Der Wind soll komplett abstellen meint die Wetterprognose. Wir stellen uns auf eine mühsame Motoren-Fahrt ein. Doch schon kurz nach der Inselabdeckung Jamaikas kommt wieder erwartet eine schöne Brise auf. Wir setzen sofort Grosssegel und Genua und rauschen mit 14 Kts Wind davon mit einem schönen am Wind Kurs. Immerhin 6 Kts Fahrt macht unsere SeaBorne uns freut’s. Manchmal kommt es eben anders als geplant und wir können eine ruhige Fahrt machen. Bis die Wellen seitlich an die SeaBorne schlagen und uns auf den Wellen hin und her schaukelt, dass einem übel werden könnte, wird es aber zum Glück nicht. Der Z’nacht fällt kulinarisch wegen der Schaukelei auch wieder ins Wasser. Kalte Küche ist angesagt. 




230 Seemeilen sind es noch zu den Cayman Inseln. Oder anders ausgedrückt 3 Tage zwei Nächte. Wir ändern aber kurzfristig unser Ziel und segeln erst mal nach Cayman Brac. Cayman Brac ist die erste Insel der Cayman’s die wir auf unserer Route passieren. Sie liegt 120 Seemeilen vor der Hauptinsel Grand Cayman, gehört aber zur selben Inselgruppe. Für die Strecke nach Cayman Brac brauchen wir noch ca. 1-2 Tage und eine Nacht. Wir haben die Schnauze voll vom Geschaukel, Augen zu und durch nach Cayman Brac.  Uns erst mal von der Seglerei ausruhen, und später weiter nach Grand Cayman segeln. Wir haben ja keine Eile. 


6. Tag auf See / Cayman Brac in Sicht /Problrmr mit dem Backbord Motor 

Die letzte Nacht im Dunkel der Nacht hocken wir nochmals im Cockpit und lassen uns durchschaukeln. Wir sind müde und wechseln die Nachtwachen alle drei Stunden. Mit der Genua segeln wir so gut es geht einen am Wind Kurs, doch der Wind stellt nach ein paar Stunden ganz ab, wir motoren. Die Wellen beruhigen sich ebenfalls und es wird schon richtig kuschelig ruhig in meinem Bett. Mehr oder weniger ausgeruht möchte ich Tomi Morgens um 06:00h bei der Wache ablösen. Doch er überbringt mir die schlechte Nachricht. Der Backbord Motor ist überhitzt und musste abgeschaltet werden. Jetzt kann er ihn nicht mehr starten und wir haben keine Ahnung was die Ursache sein könnte. Die letzten 6 Stunden motoren wir nur noch mit dem Steuerbord Motor. Wieder einmal mehr sind wir froh, zwei Motoren zu haben. Der Wind frischt auf 20 Knoten auf und natürlich genau gegen uns, mit einer kräftigen Gegenströmung. Keine Segelunterstützung möglich. 

Wir rufen Morgens um 09:00h über Funk den Hafen von Cayman Brac an und schildern unser Motoren Problem. Es gibt auf Cayman Brac einen kleinen Frachthafen mit hohem Anleger. Davor soll es eine Boje geben. Wir melden uns für die einzige Boje vor der Mauer an, die wir anpeilen wollen. Es ist sehr schwierig einen Katamaran mit nur einem Motor zu steuern. Tomi fährt zielgenau auf die Boje zu und ich kann beim 2. Anfahrt Manöver die Leine an der Boje fassen. Wir können festmachen, die Boje ist supergross mit einer dicken fetten Leine daran. Das wäre als Erstes geschafft. 



Rückblick, Ankunft Cayman Brac        5. Nov. 2018

Die Beamten (Zoll und Immigration) fordern uns via Funk auf, mit unseren Dokumenten an Land zu kommen. Wir pumpen unser Dinghy auf das schon wieder lasch mit wenig Luft, traurig an den Davids hängt. Wir tuckern durchs Wasser an einen kleinen geschützten Dinghy-Steg, wo wir super bequem an Land krabbeln können. Wir sind die einzige Yacht auf Cayman Brac und auch das einzige Dinghy in einem exklusiven Dinghy Doc. Wie cool ist das denn. 


Die freundlichsten Beamten der Karibik 

Die Beamten warten an einem schattigen Plätzchen schon auf uns. Sie begrüssen uns sehr herzlich mit Name, Rang und einem Willkommen auf Cayman Brac indem sie uns die Hände schütteln. Wir fühlen uns schon ein grosses Stück besser, nach der tollen Begrüssung. Da ist unser Motoren-Problem gleich nicht mehr so gewaltig gross. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Sie nehmen es sehr genau auf der Insel, sind aber sehr freundlich und zuvorkommend. Der Zoll Beamte hilft uns einen Mechaniker zu finden und telefoniert sogleich auf der Insel umher. 30 Tage Aufenthalt bekommen wir, mit der Option eine Verlängerung zu beantragen, was wir dann begründen müssen und der Beamte bestimmt wie lange wir verlängern dürfen. Sollte aber unproblematisch sein, meine der freundliche Beamte. Das Einklarieren kostet nichts. Die Verlängerung pro Person 50.- Cayman Dollar. Wir dürfen so lange an der Hafenboje bleiben, wie wir wollen. Wir dürfen auch die vielen Taucher-Bojen kostenlos benutzen. Alle 24 Stunden sollte man aber die Bojen wechseln da immer wieder Tauchboote festmachen wollen. Lachend sagte er, wir haben mehr Bojen als Tauchboote! So könnte ihr so oft wechseln wie ihr wollt. Ankern im grossen Sandbereich dürfen wir auch, kostenlos. Es ist Lobster und Conch Saison wir dürfen auch fischen, Langusten und Conches fangen so viele wir wollen informieren sie uns.  


Die Beamten sind sehr aufgeschlossen und sie ersetzten uns auch gleich das Touristenbüro. Sie erzählen uns geduldig alles was wir wissen wollen und wo wir was auf der Insel finden. Der Mechaniker, ein Supermarkt, eine Autovermietung, einen Tourguides eine Prepay-Telefonkarte usw. usw. Jetzt wissen wir alles und können uns auf Erkundungstour machen. Der Zöllner will sich sämtliche Dokumente kopieren, dazu muss er in sein Büro fahren. Er kommt nach 10 Minuten zurück und händigt uns die Kopien aus. Inzwischen hat er zu unserer Überraschung bereits einen Termin mit Mechaniker Martin abgemacht der um 14:00h am Steg auf uns warten wird. Wir verabschieden uns von den freundlichen Beamten und sind überglücklich das alles wie am Schnürchen klappt. Der erste Eindruck von Cayman Brac und deren Bewohner ist sensationell, wir freuen uns riesig hier zu sein, wir sind willkommen auf Cayman Brac. 😍 


Mechaniker Martin kommt an Bord

Martin wartet pünktlich wie eine Schweizer Uhr, am Steg und ich hole ihn ab. Er nimmt sofort das Korpus Delikti in Augenschein und montierte auch gleich seine grünen Chirurgenhandschuhe und steigt in den Motorenraum den Tomi schon vorbereitet hat. Er führt die selben Kontrollarbeiten wie Tomi durch und findet erst nichts. Er sucht weiter und findet ein verschmortes Zündkabel welches zum Anlasser führt und diesen ausser Funktion setzte. Eine Stunde später funktioniert der Anlasser und der Motor rödelt wie gewohnt vor sich hin. Martin besorgt uns ein neues Kabel und Tomi baut es anderntags ein. Glück im Unglück. Tomi dachte schon an etwas viel schlimmeres. Doch musste nicht sein, das unser Aufenthalt mit Reparaturen drauf geht. Wir sind einmal mehr überglücklich und springen geradewegs ins blaue, glasklare Wasser um den Fischelein ein erstes Hallo zu zu winken. 

    

Der verfranste Übeltäter ist gefunden. Martin organisiert einen neuen innert 24 Std. und Captain Tomi montiert ihn perfekt. Die Motoren schnurren wieder wie man es gerne hat. 


Cayman Brac 


Die weitgehend unbekannt Insel Cayman Brac liegt ca. 4 Segelstunden von Little Caymen entfernt. Es ist die 2. Grösste Insel der Cayman’s. Wir entscheiden uns erst mal hier zu bleiben und uns die Insel anzuschauen. Ein bisschen Schlaf aufholen nach den anstrengenden Tagen auf See ist auch nicht verkehrt.   


Martin besitzt mit seiner Südafrikanischen Frau ein Tauchschule auf Cayman Brac und er selbst ist Holländer. Es soll ein Sturm aufkommen, meldet er uns per Funk und lädt uns ein, mit der SeaBorne in die seichte und gut geschützte Lagune auf der Südseite der Insel zu kommen, wo er seine Tauchboote hat und bietet uns eine seiner Bojen an. Bei Flut ist die Lagune 1m 35cm tief. Bei Ebbe genau diese 1m 20cm die wir Tiefgang haben. Die Einfahrt ist auch nicht sonderlich breit und hat eine enge Biegung. Wir wollen uns die Lagune erst mal von Aussen anschauen, denn an der Boje ist es ziehmlich rollig und ungemütlich und der Wind soll noch zunehmen, aber kein Sturm in Sicht. Eine geschützte Lagune wäre jetzt genau das Richtige. 

Super Anlegesteg 

Wir verhohlen an eine Tauchboje nahe dem kleinen verschlafenen Dorf wo es auch einen Supermarkt und einen Digicel gibt. Wir brauchen nähmlich wieder eine neue Telefonnummer und ein dickes Datenpacket. Zu unserer Freude gibt es einen richtig schönen grossen Anleger mit einer Treppe wo wir sehr komfortabel vom Dinghy an Land gehen können. Gemäss Google soll der Tauchschhop von Martin gleich um die Ecke sein. Des Wandern ist des Schweizers Lust und wir wandeln in der Bruthitze der einzigen Strasse entlang wo weit und breit kein Tauchshop zum Vorschein kommt. Wir halten ein vorbeirauschendes Taxi an, fragen nach dem Weg. Welch glücklicher Zufall, dass es hier überhaupt welche gibt. Der fröhliche Taxifahrer nimmt uns lachend mit und meint, ihr müsst um den ganzen Flugplatz herum laufen und das ist ziemlich weit. Kurz darauf sind wir am Tauchshop. Martins Frau will und die Lagune zeigen, die nur gerade mal 2 Minuten zu Fuss vom Shop entfernt liegt. Ich will gerade meinen Einkaufswagen den ich vor der Tür parkiert habe und die Handtasche nehmen, da meinte sie nur, lass alles da, hier klaut niemand etwas. Man könnte ein offenes Portemonnaie liegen lassen, es wird hier niemand anrühren. Wir tauschen vielsagende Blicke aus und fühlen uns wie Gott in Frankreich. Leider ist die Lagune zu seicht, zu klein und zu gefährlich, die Einfahrt zu eng. 4.5 Fuss Tiefe bei Flut und wir haben 4 Fuss Tiefgang. Sehr schade, gerne wären wir noch länger geblieben aber bei dieser Wellerei an der Boje und alle 24 Stunden die Boje wechseln, darauf haben wir eigentlich keinen Bock. Der Taxifahrer fährt uns zum Supermarkt zurück und seinen Service kostet uns nichts, ein Geschenk meinte er. Wie lieb ist das denn. Wir kaufen das nötigste ein und entschieden uns am nächsten Tag weiter nach Little Cayman zu segeln. 

Am darauffolgenden Morgen springen wir in das glasklare Wasser und bemerken per Zufall, dass unsere Boje an einer gesunkenen Fregatte hängt. Wie cool! Wir schnappen Schnorchel und Tauchbrille und umschwimmen das Schiffswrack von Vorne bis Hinten. Eine extrem klare Sicht, wir sehen jede Kleinigkeit und das Wrack liegt auf 35 Meter Tiefe. Fantastisch! 


Unknown-2

Eine Russische Fregatte, die absichtlich vor der Insel versenkt wurde.  

Wir verschieben die Besichtigung von Cayman Brac auf ein anders Mal. Die hohen Wellen an den Bojen lassen uns nicht zur Ruhe kommen und sind auf Dauer unangenehm und lästig. Ein flaues Gefühl im Magen an der Grenze zur Seekrankheit, da fällt es uns nicht wirklich schwer weiter zu segeln. 


Rückblick zur Ankunft Little Cayman       8. Nov. 2018

Von Cayman Brac sind es nur gerade 4 Stunden Fahrt und wir erreichen die bezauberne Lagune auf Little Cayman. 

Die Lagune von Little Cayman wirkt fast unecht, wenn die Sonne das Wasser Türkiesblau erstrahlen lässt. 

                                Der Inselwinzling Owen Island in der Lagune von Little Cayman 

Die Einfahrt ist gut markiert, tief und breit genug für uns. In der Lagune selbst maximal ca- 6 Fuss tief.


Eine beschauliche Idylle ist diese kleine Insel die uns sofort in unseren Bann zieht. Die Einfahrt hinter das Riff in die schützende Lagune ist gut markiert. Die Lagune ist ruhig, mit türkis blauen, kristallklarem Wasser und Blick auf den unbewohnten Inselwinzling Owen Island. Wir lassen unsere Blicke über den ellenlangen weissen Sandstrand gleiten der die Lagune umgibt. Ein Lächeln zaubert sich auf unsere Gesichter, wir sind im Paradies, es ist absolut genial hier auf Little Cayman. Einmal mehr der Inbegriff der Karibik so wie wir sie lieben.   

Noch 60cm Wasser unter dem Kiel, ruft Skipper Tomi zur Ankerfrau Nadine. Passt! Eins steht jetzt aber schon fest. Die Cayman Islands sind nur mit sehr geringem Tiefgang zu besegeln. Wir nennen es Katamaran Segelgebiet. 

Käpten Tomi ist happy. 

Wir sind das einzige Schiff in der Lagune. So bleibt es auch die nächsten zwei Wochen. Die anderen 10 Schiffe in der Lagune sind Tauchboote, die zu den beiden kleinen Tauch-Resorts am Strand gehören. Sie fahren jeden Tag mit Gästen an die unzähligen Tauch-Bojen hinaus um die wundervollen Tauchgründe zu besuchen. Die Tauchspots sind hier auf Little Cayman wirklich sehr schön. Auch wir lassen nicht lange auf uns warten und tauchen unter in eine fantastische Unterwasserwelt. Eine Steilwand zieht sich über viele hundert Meter entlang dem Riff. Canyons führen hinunter in die unendliche Tiefe des Meeres.  Wir tauchen täglich in einem intakten, fantastischen Korallen Garten. Wir kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus, Die Tauchgänge werden zur Tagesroutine auf die wir uns ganz besonders freuen. 

  

Wir lassen die Tage vorüber gehen und geniessen die Stille und das Privileg, alleine in dieser Bucht zu liegen. Mit dem Dinghy landen wir am Strand vor dem Tauch Resort an. Wir drüfen sogar am Steg festmachen, doch leider ist er zu hoch um hinauf zu klettern. Die Menschen sind hilfsbereit und sehr freundlich. Wir fühlen uns als Segler willkommen, was auf anderen Inseln in der Karibik nicht immer der Fall war. 

     

Kitschige Bilder aus Little Cayman: Sundowner und Dinner an Land in einem der drei Tauchresorts



Little Cayman ist ein Tauchparadies und eine Brutstätte für viele Vogelarten. Wir gehen an der einzigen Strasse auf Littel Cayman entlang bis wir nach einer halben Stunde das winzige Dorf finden. Es reihen sich wie an einer Kette eine Handvoll Geschäfte auf, wie die first National Bank, mit Bankomat. Ein kleiner Supermarkt, ein Spirituosen Geschäft, Eine Tankstelle. Ein paar Meter weiter ein kleines Resort mit Restaurant. In einer Garage ein Feuerwehrauto und daneben steht auf dem sandigen Boden ein parkiertes Kleinflugzeug der Cayman Air. Dahinter sieht man die Starte- und Landebahn von Little Cayman. Und überall laufen Hähne und Hühner über die Strasse. Ein beschaulicher Ort mit freundlichen Menschen, man wird überall gegrüsst. Der einzige Katamaran der in der Lagune liegt ist im Dorf bereits bekannt. 

Catch of the Day: Skipjack Tuna, auch Bonito genannt, Littele Cayman 

    

     

    Der Tuna war eine Köstlichkeit die wir fangfrisch sehr genossen haben. Am Frühen Morgen kam ein schickes Sportfischerboot angedüst der Besitzer fragte uns, ob wir frischen Fisch wollen. Klar wollen wir. Tomi schmiss ihm eine Leine hinüber und sie banden uns auf unseren Wunsch einen kleineren Tuna an die Leine. Als wir nach dem Preis fragten, winkten sie ab und meinten; er kostet Nichts! Ein Geschenk von uns. Wir waren komplett baff, sowas ist uns jetzt auch noch nie passiert!


Inselrundfahrt auf Little Cayman

Tomi füllt das Mietformular aus. Ausweise will niemand sehen. 

Im Little Cayman Tauchresort mieten wir drei Scooter. Zu unserer Überraschung fährt Bruce mit seinem Anhänger im Resort vor. Ihm gehört die „Scott’s Rental“ auf Littel Cayman. Er war auch unser Tunfisch-Liferant. Er erzählt uns, dass er mit seinem Freund und der Thailändischen Bar- Angestellten vom Resort, jeden Morgen hinaus zum Fischen fahren. Wir sollen einfach winken, wenn wir wieder einen Fisch wollen. Schon wieder sind wir verblüfft über so viel Freundlichkeit. 

Rosita am Westende 

Die kleine, nur 11Km lange Insel birgt einige kleine Schätze, die wir auf der Rundfahrt besuchen. 


Eine der selten Rotfuss-Tölpel Kolonien brütet auf der Insel. 

Eine Rotfuss-Tölpel Mutter am Brüten. 

Das wollweisse Tölpel-Kücken wird von seiner Mama geputzt und behütet. Über den vielen Tölpel-Nester schweben gierige und gefrässige Fregatten Vögel. Sie warten auf eine Möglichkeit aus den fremden Nestern Eier oder Kücken zu stehlen. Sie lassen den bedrohten Rotfuss-Tölpel keine Ruhe. 


   Einkaufsstrasse auf Littel Cayman.                     Eine einzige Tankstelle

           Gleich daneben das Feuerwehr Magazin und der Edward Bodden Flugplatz dem sogleich die Start- und Landebahn von Cayman Air folgt. Alles zentral vorhanden! 


   




Ganz im Zeichen der Leguane!

Wir suchen die braunen Steinleguane 

Ein schöner Rock-Iguana

Vortritt für die Leguane, sie sind geschützt und behütet per Gesetz. 



Lunch, im Resort Hungry Iguana 







     







Am Nord-Ende Littele Cayman 












Mangroven


was man so alles auf dieser Insel findet? 


Little Cayman, eine beschauliche Inselidylle. 60 Einwohner zählt die Gemeinde, da kennt natürlich jeder jeden. Die Menschen sind sehr hilfsbereit gegenüber Besucher. Einmal war mein Scooter nicht sofort angesprungen. Das vorbeifahrende Auto hielt an und der nette Fahrer gab mir Anweisungen bis mein Töffli wieder ansprang. 

Mit vielen schönen Eindrücken verlassen wir Little Cayman mit unserer SeaBorne. Wir sind nun gespannt was uns auf Grand Cayman erwartet.  

Liebe Grüsse Nadine & Tomas



Sar fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012