Kanada 4. Reisebericht                                                24. September 2018


Unerwarteter Wetterumschwung - Schnee und Eis -

Wir verlassen Vancouver in Richtung Whistler. Nur 2 Stunden entfernt liegt das ehemals kleine und verschlafene Dorf von Vancouver in den Bergen. Durch die Winterolympiade 2010 ist Whistler weltbekannt  geworden. Ein Ferienziel für Wintersportler sowie Sommerurlauber. Über 40 Skilifte befördern die Menschen in die Bergwelt der Rockies. Sämtliche Sportarten für Sommer und Winter werden hier angeboten. 

Bindfäden ohne Unterbruch regnete es ganze drei Tage lang seit unserer Ankunft in Whistler. Wir haben uns auf dem Campingplatz eingenistet. Von Whistler selbst haben wir nur das Olympiadorf und den örtlichen kleinen Supermarkt gesehen, sonst nichts. Das Wetter schlägt in fast allen Regionen Kanadas um. In den Bergen wird es bitterkalt mit Minustemperaturen z.T. auch Tagsüber. Schneefall und die Sonne will sich nicht mehr zeigen. Wir prüfen nach allen Himmelsrichtungen was das Wetter demnächst für Kapriolen schlägt. Wir haben uns eigentlich auf einen schönen und warmen Indian Summer eingestellt und nicht auf Eiseskälte und Schnee. Trotz allem sind wir froh um unsere effiziente Heizung im RV, die Tag und Nacht auf Hochtouren läuft und um unsere Winterjacken und Kappen. Plötzlich wird und bewusst, dass unser WoMo nicht Winterfest ist. In den Unterlagen unseres RV Vermieters entnehmen wir, dass bei +2°C das RV Winterfest gemacht werden muss. In Eigenverantwortung und aus unserem Geldbeutel bezahlt so hiess es. Eine e-malil an die Vermieterfirma bestätigte uns die Regel. Winterfest heisst, dass sämtliche Zu-und Ableitungen, die Holding- und Wassertänke mit Frostschutzmittel gefüllt werden müssen. Danach können weder die Toilette noch die Ausgüsse benutzt werden. Na Bravo! Dann können wir unseren RV geradewegs abgeben und in ein Hotel umziehen. Leider ist die Infrastruktur auf den meisten Campingplätzen nicht wirklich toll. Die meisten sind sehr ungepflegt und alt. Duschen und Toiletten soso lala. Abwasch- und Köchmöglichkeiten gibt es auch keine. Campfeuer sind wegen der Trockenheit verboten. Ohne Wasser Campieren kommt für uns nicht in Frage. 

Wir brühten über den Wetterberichten und den Temperaturtabellen der Wetterstationen. Unsere Route würde in den noch verbleibenden zwei Wochen von Vancouver in Östlicher Richtung zum Yoho-Nationalpark, Lake Louise, Banff und Jasper und schliesslich zurück nach Calgary führen. Wegen Schnee, Eis und Minustemperaturen in Banff und Jasper können wir das leider vergessen. 

Wir wählen eine etwas sportliche Variante und beschliessen schliesslich mit der Fähre nach Vancouver Island zu fahren. Das Wetter ist dort viel besser als sonst wo in Westkanada. Bis zu 19°C, recht milde Tagestemperaturen und die Sonne scheint meist. Den Rückweg nach Calgary werden wir dann in 4 Tagen bewältigen. So der Plan….schaut selber was daraus geworden ist. 


Mit der Fähre nach Vancouver Island 

Vom Fährhafen Tsawwassen (Nr. 2) setzen wir mit der BC-Ferries durch die Fjorde und vorgelagerten Inseln zur Hauptstadt Victoria über. Die Fahrt dauerte ca. 1:45h. 



Am Peer kurz bevor die Fähre ablegt. Ein kalter aber wunderschöner Morgen verspricht uns eine schöne Überfahrt. 




Zwischen den Fjorden und Inseln ist das Wasser spiegelglatt.

Vancouver Island 

Vancouver Island liegt vor der kanadischen Pazifikküste und ist bekannt für das milde Klima und die florierende Kunstszene. Zu den Wahrzeichen von Victoria, der an der Südspitze der Insel gelegenen Hauptstadt British Columbias, gehören der Inner Harbour, das neobarocke Parlamentsgebäude, das ehrwürdige Fairmont Empress Hotel und die im englischen Stil gestalteten Gärten. Die Hafenstadt Nanaimo ist die Heimat der Nanaimo Bars (Schoko-Vanille-Schnitten) und verfügt über ein Altstadtviertel mit Geschäften, Galerien und Restaurants.


Hauptstadt British Columbias - Victoria - „Very British"

Britischer als in Victoria geht es selbst in England nicht zu. Der Bezug zum englischen Mutterland ist unübersehbar.

Die typischen Doppeldecker Busse aus London. Grosse wie kleine fahren in Victoria durch die Strassen. 


Viele kleine Strassencafés und Boutiquen prägen die Altstadt Victorias. 


     

Links: BC-Parliament Buildings am Inner Harbour von Victoria. Rechts: The Fairmont Empress Nobelhotel wie aus Merry Old England, direkt am Hafenbecken von Victoria. 


    

Links Oben: Victoria steht ganz im Zeichen der Orcas. Viele Anbieter buhlen um die Kundschaft für Whal Watching Touren ab Victoria Inner Harbour. Eine Schule von ca 80 Orcas (Schwertwale) sollen sich permanent von Ende Mai bis Mitte Oktober an der Südspitze Vancouver Islands aufhalten. 

Rechts Oben: Victorianische Backsteinbauten bestimmen das Stadtbild.


    Links Oben: Lokale PUB-Szene in Victorias Altstadt. 

Rechts Oben: Huntingdon Manor Hotel und Tea House. High Tea wird zelebriert wie nirgends sonst.           62.- Kanadische Dollar kostet pro Person einen hight Tea mit allem was dazu gehört. 

Nach unserem kurzen Abstecher nach Victoria fahren wir 38 Km westlich von Victoria entlang der kurvenreichen Küstenstrasse westwärts bis zum kleinen Ort Sooke am gleichnamigen Sooke River.

 

Unsere 1. Übernachtung in Vancouver Island am Sooke River. Ein idyllischer Ort der uns sehr gefällt. Wir geniessen die warme Abendsonne und den Blick auf’s Wasser. Dabei entdecken wir drei spielende Seelöwen im Wasser.  


Am frühen Morgen kommen Rehe an den Fluss. In der Nacht soll ein Schwarzbär im Fluss gewesen sein erzählte uns der Nachbar. 




Sandcut Beach im Jordan River Regional Park Reserve


Sandcut Beach 


Juan de Fuca Trail

Wir wandern durch den dichten, dunklen Regenwald bis wir schliesslich den Strand erreichen. 






Das begehrte kanadische Holz 

Fertig für den Transport 

Die Rodung ganzer Hügelketten ist unübersehbar. 

 

            

Blick von der Küstenstrasse an der wir entlang fahren. Ein trauriges Bild. Kahlschlag riesiger Flächen für das begehrte kanadische Holz.  


Mittagslunch unter Beobachtung. 

Botanical Beach am Juan de Fuca Trail 

Wieder gibt es einen Wanderweg der von der Küstenstrasse durch dichten Regenwald und schliesslich zum beeindruckenden Botanical Beach führt. 


Botanical Beach 


Wanderweg durch den dichten beeindruckenden Regenwald der zum Strand führt. 


Port Renfrew 

Ein kleines süsses Nest welches aus einem kleinen Hafen und ein paar Häuser ein Restaurant und Hotel besteht, sonst ist da nichts. 

     Totem Pfahl Port Renfrew                                     Souvenir Shop von Port Renfrew


Kelb-Wasserpflanzen, Port Renfrew


       Fjord in Port Renfrew                                             


Gute Fahrt Tomi! 

Der - West Coast Trail - ist einer der 10 besten Wanderwege weltweit

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Der West Coast Trail (rote Markierung oben) ist einer der bekanntesten und – in Abhängigkeit vom Wetter – anspruchsvollsten Trekkingwege in Kanada. Er wurde ursprünglich als Dominion Lifesaving Trail Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt. Heute ist der West Coast Trail als eine der besten Trekkingrouten weltweit bekannt. Für diese 75 km lange Route benötigt man eine Woche. In den Sommermonaten muss reserviert werden. Es werden täglich nur 75 Wanderer zugelassen und jeden 2. Tag muss einer evakuiert werden, weil er verunglückt oder nicht mehr weiter kann. Über steile Klippen führt der Weg. Durch Sumpf und Gezeitengewässer muss man waten. Über steile Leitern klettern, mit Seilbahnen tiefe Canyons überqueren usw. Mann/Frau muss fit wie ein Turnschuh sein, um diese Wanderung unbeschadet zu überstehen. Am Ende des WCT trifft man in Port Renfrew auf glückliche Trekker. 


Dieser kapitaler Wapiti-Hirsch mit seinem Haarem am frühen Morgen am Lake Cowichan. Die Tiere sind mächtig. Geschätzt ca. 1,60 m Schulterhöhe.


Mit dem RV ist die extrem kurvenreiche, manchmal steil ansteigende und steil abfallende Küstenstrasse an dichten Regenwädern vorbei sehr anspruchsvoll, und verlangt unsere volle Konzentration. Wir fahren ins Innere der Insel zum Lake Cowichan, wo wir fix und fertig ankommen und übernachten.



Lake Covichan an einem strahlend schönen Tag. 


Tofino  

Nach einer weiteren Tagesfahrt erreichen wir das hübsche Tofino. Tofino ist ein kleines Fischerdorf an der Westküste von Vancouver Island, der sich über eine Halbinsel im Clayoquot Sound erstreckt. Die Region ist durch wilde Naturlandschaften mit Seen, Buchten und alten Regenwäldern geprägt. An der Cox Bay, dem Chesterman Beach und dem beliebten Long Beach im Pacific-Rim-Nationalpark gibt es lange Sandstrände mit ganzjährigen Surfplätzen. Wenn man die kühlen Wassertemperaturen liebt, und bei 7°C bis maximal 11°C im Sommer mit einem Neoprenanzug schwimmen gehen will, ist das sicherlich cool. Uns schaudert’s, denn viel zu kalt ist das für uns. Unter 26°C gehen wir nicht ins Wasser auch nicht mit Neopren, keine Chance. 

   

Von unzähligen Campingplätzen und RV-Parks suchen wir uns den RV Park Christa Cove Resort aus. Direkt am Strand gelegen mit traumhafter Aussicht aufs Meer. Und endlich sehen wir wieder einmal diese für Kanada so typischen Blockhäuser. 

Eine andere Art von Blockhäuser die eher an Fasshotels erinnern.


Nach dem Einchecken schaffen wir es gerade noch zum atemberaubenden Sonnenuntergang bei Ebbe. 

    




      

Auch für das erste Feuerchen vor dem WoMo und ein Steak vom Grill reicht die Zeit bis es schliesslich stockdunkel ist. 


Das quirlige Städtchen Tofino 


     

     

     

      


Heli-Rundflug über Tofino 

Wir nutzen heute diesen wunderschönen Tag und chartern uns einen Helikopter mit Pilot Jason. Für die nächsten 2 Stunden erleben wir einen atemberaubenden Rundflug über Tofino und Umgebung. 

  

Wir treffen Jaison auf dem Flugplatz von Tofino. Der Heli wird gerade aus dem Hangar gerollt. Jaison betankt ihn und gibt uns die wichtigsten Sicherheits Anweisungen für den Flug. 

   

Co-Pilot Tomi checht die Kommunikation. Und schon heben wir ab in luftige Höhe. 


Inlets heissen die über 100 kleinen Inselchen die auf den Wasserwegen im Landesinnere liegen. 




Jaison fliegt mal tief entlang den Flussläufen damit wir die Lachse sehen. Mal fliegt er hoch über die Gipfel der Berge und schliesslich über den Gletscher der uns schneeweiss in der Sonne entgegen glitzert. Wow! 




Jaison landet gekonnt mitten im Irgendwo auf einer winzigen ebenen Fläche in den Bergen. Ein bisschen mulmig ist uns schon dabei. Doch er weiss genau was er tut. Wir steigen aus und wandern umher in einer wundervollen Stille. Jaison meinte; noch nie ist jemand hier gelandet, denn wenn es die Umstände zulassen sucht er immer neue Landeplätze. Kleine Bergbäche, Seen und steile Kalksteinfelsen umgeben uns, es ist fantastisch. 










Später heben wir wieder ab und fliegen in einer langen Schleife von den Bergen zu den Inlets an die Küste des Nordpazifiks und schliesslich zum Flughafen zurück. Danke Jaison für dieses unvergessliche Abenteuer.  






    


        Das ist die berühmte Long Beach bei Ebbe in Tofino im Nordpazifik - Eiszapfenkaltes Wasser - und Surfertreff. Sommer wie Winter.  


Grauwale - Buckelwale - Seeotter - Seelöwen und Bären 

Zwei geführte Touren mit den Booten zeigen uns in die Welt der kleinen Inselchen im Inneren von Tofino. Eine führt uns in den Nordpazifik. Wir sind auf der Suche der Meeresbewohner und hoffen auf Bären. 


Die Bärentour am frühen Morgen. Es hängt dichter Nebel über den Inseln der sich aber schnell auflöst. Bald gewinnt die Sonne die Oberhand und wir erleben eine verwunschenen und mystische Inselwelt durch die Inlets.

      







Da ist er auch schon unser Prachtskerl von einem Schwarzbär. Er bemerkt uns schnell wie wir uns mit dem Boot anschleichen. Doch er lässt sich nicht ablenken und budelt konzentriert unter den Steinen Leckereien hervor, die die Ebbe hervorgebracht hat. Krebse, Muscheln, Seeigel usw. Es ist ein etwa 2-3 Jahre altes Männchen. Normalerweise sind sie scheu, doch dieser Bursche lässt sich nicht von uns stören. Wir durften ihm eine halbe Stunde lang zuschauen. 


   

   


Wir bekommen Gesellschaft, ein anderes Boot nähert sich langsam. Zeit für uns weiter zu fahren. Es gibt keinen Massentourismus zu den Tieren und sie werden auch nicht bedrängt durch unsere Anwesenheit. Es sind maximal zwei Boote vor Ort. Und was wir sehr schätzen, wir haben immer genügend Abstand zu den Tieren. 

    

Die Bärentour geht zu Ende wir fahren zurück zum Steg in Tofino. Wir steigen auf ein anderes Boot um, das uns zu den Meeresbewohner des Nordpazifik fährt. 


Seelöwen rotten sich auf einem Felsen zusammen und geniessen die Morgensonne. Manche jagen Fische. 

  

  



Ein dichter Knäuel aus Kelb-Pflanzen und Seeottern beim Morgenbad. Sie treiben rücklings auf dem Wasser, putzen ihr Fell und knabbern an ihren Flossen. Manche liegen einfach nur gemüglich da und lassen die Sonne auf den Bauch scheinen. Welch süsse Kerlchen, sie sind allerliebst anzusehen. 

   


Oben: Zwei Grauwale schwimmen eine Weile vor uns her. Tauchen dann ab und weg waren sie.                 Unten: Zwei Buckelwale im seichten Wasser, keine Flosse will sich erheben, sie pusten uns entgegen und tauchen ab. Schwertwale (Orcas) haben wir leider keine gesehen. 

  

  

Unsere Mitfahrer wurden von der welligen See immer ruhiger und weisser im Gesicht. Der Captain entschied den Heimweg nach Tofino anzutreten. Wohl besser wir bleiben draussen und geniessen die herrliche Meeresbrise vom Nordpazifik.  

Wir waren so begeistert von der Tierwelt und der schönen Gegend in Tofino. Wir bleiben noch einen Tag länger. Doch leider ist schon Donnerstag und am Wochenende findet in Tofino ein Surfer-Wettbewerb statt. Sämtliche Campingplätze sind ausgebucht. Schade! Wir verlassen noch am selben Tag Toffino mit wunderschönen Erinnerungen. 

Auf dem Weg nach Port Alberni erleben wir wieder eine schöne Fahrt an grünen Hügeln, Tannenwälder Seen und Flüssen vorbei. 

Mac Millan Provincial Park, Vancouver Island 

Wir machen halt am Mac Millan Provincial Park, wir wollen uns die riesigen Bäume im Cathedral Grove anschauen. Auf dem Rundgang durch den uralten Wald gehen wir an riesigen Douglasien, rote Zedern, Hemlocktannen und Ahornbäumen vorbei die über 800 Jahre alt sind. Vor 300 Jahren gab es ein Feuer. Die meisten Bäume sind jedoch danach aus dem Boden gesprossen.  


      

   

    

Rückfahrt via Port Alberni und Nanaimo

Das Wetter bleibt weiterhin sonnig und warm. Von Tofino fahren wir über Port Alberni nach Nanaimo. Am Sonntag wollen wir auf die Fähre zurück ans Festland nach Vancouver.  

  

  

Letzter Sonnentag in Port Alberni! In Nanaimo regnet es jedoch bei 16°C. Die Überfahrt von Nanaimo nach Tsawwassen, Vancouver ist regnerisch und kalt. 


Abschied von Vancouver Island am Hafen von Nanaimo. 

Wir nehmen die schnellste Route von Vancouver nach Calgary in nordöstlicher Richtung über den Trans-Canada Hwy, der nahtlos zum Coquihalla Hwy über geht und uns auf 1500 Meter über die Berge führt. In der Stadt Kamloops endet er schliesslich. 

Der Kanadische Winter hält Einzug, uns graust’s. Der Regen wechselt mehr und mehr zu Schnee über. So langsam ist uns nicht mehr wohl, wir haben nur M&S Reifen am WoMo, und der Schnee setzt sich so langsam auf dem Belag fest. Das kann ja lustig werden. Wir schaffen es aber gut den Pass hinunter zu kuven und es hat zum Glück aufgehört zu schneien.

  

Beim ersten Campingplatz in Kamloops den wir anfahren, stinkt es dermassen nach Gas, dass wir gleich wieder abdüsen. 20 km weiter finden wir direkt beim Wildpark einen freien Platz und checken für zwei Nächte ein. Bei -4°C in der Nacht, gehen wir mit dicken Socken ins Bett und wärmen uns gegenseitig. Einmal mehr danken wir Gott für die tolle Heizung im Wohnmobil. 

Wildpark Kamloops 

    Elch-Weibchen

Im Wildpark können wir uns diejenigen Tiere anschauen, die wir auf unserer Reise durch Kanada noch nicht in freier Wildbahn gesehen haben. 

  Wölfe und Kojoten

Riesiger Hirsch (Wapiti auf Indianisch) Sein Kopfschmuck wiegt bis zum 40 kg. 


Weitere 230km  führt uns der Trans Canada Hwy über die Berge. Wir bewundern die eindrücklichen Rocky Mountains die nach dem Neuschnee weisse Gipfel haben und wie gezuckert in der Sonne glänzen. Von Kamloops nach Golden benötigen wir wegen der vielen Baustellen den ganzen Tag. Golden ist ein nettes Dorf und liegt in einem grossen Wintersportgebiet. Der Nebel hängt tief über Golden, und es hat bereits -4°C in der Nacht. Wir wollen am nächsten Tag noch einmal die Gipfel der Rockies in der Sonne sehen und machen uns auf den Weg zu den Liften. 12 Km später nach unserer Ankunft, sind die Sessellifte und Gondeln zum Gipfel „Kicking Horse“ geschlossen. Enttäuscht machten wir kehrt. Wahrscheinlich ist im Oktober Zwischensaison und wegen zu geschlossen. Schade! Wir beschliessen uns in Golden die Beine zu vertreten, da ruft unsere RV-Vermieterin an. Sie will mit uns den Abgabetermin am kommenden Montag fixieren und hat gemerkt, dass Thanks Giving ist, und sie eigentlich zu haben. Zudem müssen wir den RV Winterfest umrüsten bevor wir ihn zurückbringen. Na toll! Wir einigen uns mit Anja, dass wir das WoMo am Samstag, statt am Montag zurückbringen. Wir dann zwei Tage von unserer bezahlten Reise verlieren, sie aber im Gegenzug den RV selber winterfest umrüsten und uns nichts belasten. Tomi hatte die perfekte Lösung und wir machen uns sofort auf den Weg die letzten 250 km von Golden bis Calgary hinter uns zu bringen. 






Ankunft in Calgary 

Wir erreichen Calgary am späten Nachmittag und übernachten ein letztes Mal in einem lausigen Campground. Der Schnee liegt und schmilzt in der Sonne. Es bilden sich viele Pfützen und der Boden wird matschig und schmutzig. Wir packen noch schnell unsere sieben Sachen zusammen, räumen auf und putzen noch eine Runde. Am nächsten Morgen geben wir Anja das WoMo zurück die uns strahlend und lachend empfängt. 

Wir fahren mit dem Taxi in das ehrwürdige englische Falmont Palliser Hotel. Ein alter Kasten mitten im Zentrum von Calgary. Wir vertreiben uns die Zeit mit einem Stadtrundgang und Restaurantbesuchen. Die Sonne scheint uns fröhlich entgegen bei Minustemperaturen. Calgary liegt auf 1’000 Meter Höhe. Am Horizont ragen die weissen Gipfel der Rocky Mountains in den blauen Himmel empor und umschliessen Calgary wie einen Gürtel. Das sieht wirklich faszinierend aus. 


Falmont Palliser Hotel  und Stadtrundgang - Calgary Donwtown-

   

   

   

   




   

Unsere Kanada-Reise geht dem Ende zu. Rückblickend haben wir mehr von Kanada gesehen als wir geplant hatten. Es hat uns ganz gut gefallen. Vom Wetter her hatten wir die meiste Zeit schönes Wetter. Mit dem ungewöhnlichen Ereignis - dass es bereits Ende September geschneit hat und sehr kalt geworden ist - ein wenig Pech. 5’300 km zwischen Calgary, Alberta bis Vancouver Island, British Columbia haben wir in 5 Wochen hinter uns gebracht und vieles erlebt und gesehen. Wahrscheinlich sind wir sehr verwöhnte Reisende. Wir haben so manche Bundesstaaten in den USA und Australien bereist. Wir waren fasziniert von den wundervollen Naturschönheiten dieser Länder. Kanada ist ein schönes Land, doch unsere Herzen (im Gegensatz zu anderen Ländern) sind in Kanada nicht hängen geblieben. Es zieht uns weiter und wir behalten unsere Kanada - Reise in bester Erinnerung. Kanada ist eigentlich schon etwas mit der Schweiz vergleichbar. Nur ist es hier viel, viel grösser, weiter, offener und hat weniger Menschen.  

Am Montag, 08. Oktober schneit es in Calgary dicke Flocken und wir sind froh, wieder in die Wärme zu fliegen. Unser Flug geht am späten Nachmittag von Calgary nach New York, wo wir übernachten. Am Dienstag Morgen fliegen wir dann in die Karibik nach Aruba, Curaçao und schliesslich nach Bonaire. Wir werden bis Ende Oktober Barbara und Boudewijn auf Bonaire besuchen, wir freuen uns sehr darauf. Es gibt nebst unserem Wiedersehen einiges zu feiern. 

Unsere Zukunft: 

Erschreckend nahe wurde uns am Flughafen in Newak NY unsere Zukunft vor Augen geführt. Nach einer kurzen Nacht im Hotel Newak, reichte die Zeit gerade noch für ein schönes Frühstück bevor unser Flug geht. Ein top moderner, neuer Flughafen. Eine Wüste aus Komputern wo das Auge hinblickt. Keine Menschen nur Tische, Stühle, Computer. 

Oben: Das ist eine Bar. Voll Komputer gesteuert. Alle Wünsche werden via I-Pad erfüllt. 

Unten: Was aussieht wie ein Schulungsraum ist ein unpersönliches Restaurant. 


Wir erreichen ein Restaurant wo schon viele Gäste sitzen und essen. Tomi zögert, weigert sich beinahe hinein zu gehen. Ich aber möchte unbedingt den Computer gesteuerten Service erleben. Hunger habe ich auch. Ein Kellner weist uns einen Tisch zu. Bringt Essen und Getränke an den Tisch und räumt wieder ab. Sonst redet jeder mit seinem I-Pad mitten auf dem Tisch. 


    

Das I-Pad enthält alle möglichen und unmöglichen Produkte die man haben kann. So bestelle ich einen Cappuccino, der im Original ohne Herz im Schaum geliefert wird und kann zwischen Fettfreier-, Halbfett-, Vollfett, Soja-, Laktosefreier- Milch auswählen. Mit oder ohne Koffein, stark oder schwach, doppelt oder einfach. Der Cappuccino war sehr lecker. 

        So zieht sich die ganze Getränke- und Menukarte durch die Küche und den Keller. Schon ziemlich beeindruckend. Jeder bestellt für sich und jeder zahlt für sich. Am Kabelsalat ist auch ein Kartenlesegerät angeschlossen. Jeder zieht seine Kreditkarte durch und die bezahlte Bestellung ist mit einem Klick in der Küche und am Buffet. Zeitgleich essen geht nicht, da Tomi seine Bestellung früher abgeschickt hat. 

  Wir fragen uns, was ältere Menschen oder solche die keine Kreditkarte besitzen machen wenn sie was Essen oder Trinken wollen. Eine Konsumation ist schlicht unmöglich. Noch schnell ein Wasser einkaufen. Auch der Kiosk mit der freundlichen Bedienung gibt es nicht mehr. Man wählt anonym sein Produkt im Kühler, zahlt selbständig an der Selfscan Kasse mit Kreditkarte. Immer mehr wird unsere Zukunft von Computern und Robottern gesteuert. 

  


Das waren unsere Eindrücke auf unserem Trip von Calgary nach Aruba. 

Herzliche Grüsse Nadine & Tomas 

Sar fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012