Jamaika                                         Februar - April  2019


Jamaika in Sicht

Die Grip Files melden in den kommenden Tagen beinahe Windstille +/- 5 Kts und die Welle meldet einen Höchststand von maximal 0,8 cm. Zeit das günstige Wetterfenster zu nutzen und hier zu verschwinden. Unser Kurs ist gegen an, kein Segeln sondern motoren. Wir klarieren in Grand Caymans Hauptstadt aus und motoren in einem Nachtschlag nach Little Cayman. Verweilen einen Tag und eine Nacht in der traumhaft schönen Lagune. Zeit um zu Kochen und Backen, Vorbereitungen für die nächsten 2 Tage auf See. Am Valentinstag, 14. Februar gegen Mittag lichten wir den Anker und fahren Kurs Richtung Ocho Rios an der Nordküste von Jamaika. 185 NM liegen vor uns. 


Ankunft in Ocho Rios, Nordküste Jamaika

Wir werden während der Überfahrt auf offener See mit einem wunderschönen „Green Flash“ beim Sonnenuntergang belohnt. 

Was die Grip Files und die Wetterprognosen jedoch nicht anzeigte war eine Gewitterfront die sich mit dicken schwarzen Wolken bereits kurz nach unserer Abfahrt in Little Cayman ankündigte. Das Meer ist aufgewühlt, die Wellen preschen von allen Seiten auf uns zu und gewinnen schnell über 2 Meter Höhe. Wir werden heftig durch geschaukelt und innert Nullkomma nichts wird es Schwarz um uns. Alfred der Autopilot hält eisern seinen Kurs während die Windanzeige auf fast 40ts klettert und das Gewitter literweise Wasser seitlich durch’s Cockpit peitscht. Zum Glück haben wir keine Segel gesetzt! Wir stehen wie begossene Pudel mit Pellerine im Cockpit und warten auf Besserung. Nach einer Stunde wird die Sicht etwas besser und wir sehen schwach den Horizont in der grauen Suppe. Wir fangen an das Cockpit abzutrocknen, sodass wir uns wieder hinsetzen können. Es ist alles klitschnass. Weitere vier Stunden braucht die See um sich wieder zu beruhigen. Inzwischen ist es mir schlecht geworden und die ersten Medikamente kommen zum Einsatz. Trotz Migräne, Seekrankheit und Schlafmanko haben wir am frühen Morgen am 16. Februar Ocho Rios erreicht.  

Sonnenaufgang in Ocho Rios 

Ocho Rios, Jamaika am frühen Morgen 

Bernd holt uns mit seinem neuen “Waly“ ab und geleitet uns in die Bucht zum Anker setzen. Ein erstes Hallo auf dem Katamaran Viking wo bereits Beate Kaffee für uns Neuankömmlinge vorbereiten. Wir freuen uns, unsere Segelfreunde wieder zu sehen. Walter ist ebenfalls hier, ein Einhandsegler mit seiner Yacht. Noch eine weitere Yacht mit D-Flagge liegt vor Anker und so belagern 3 Deutsche und 1 Schweizer Yacht die Bucht von Ocho Rios. 

Ankerbucht in Ocho Rios, gut geschützt und ruhig. Die Strandhotelanlagen und der öffentliche sehr gepflegte Badestrand um die Bucht herum ist gut geschützt von unerwünschten Eindringlingen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind die Ein- und Ausgänge streng bewacht. Das Liegen hier vor Anker ist ziehmlich sicher. 

 

Blick auf die Ocho Rios Ankerbucht und Kreuzfahrtschiff Anleger vom Land aus.


Polizeiboote vor dem Polizeiposten im Hafen Ocho Rios. 

Heute, Samstag ist kein einziges Kreuzfahrtschiff in der sonst quirligen und sehr belebten Ocho Rios Bucht anzutreffen. Wir rufen mehrmals über Kanal 16 die Hafenbehörde auf, doch niemand meldet sich. Bernd fährt uns in die in der Bucht liegende Polizeistation um zu melden, dass wir einklarieren möchten. Der junge Polizist will für uns alles Nötige organisieren und die Beamten anfordern, verspricht er uns, wir sollen weiterhin auf Kanal 16 erreichbar bleiben und zurück zum Schiff. Bernd meint ganz salopp, hier geht alles ein bisschen langsamer und alles schön gemütlich, keinen Stress und keine Hektik. Welcome to Jamaica! Wir fühlen uns hier schon richtig wohl. Wir hauen uns auf’s Ohr und warten bis sich jemand meldet. 

Blick von der SeaBorne ans Land und zum Strand, üppig und grün ist die Insel, herrlich! 

Wie das immer ist, kaum kommt der Schlaf, dockt das Polizeiboot mit einem heftigen Ruck längsseits an die Seaborne an. Aha, sie kommen! Jemand springt uneingeladen auf die SeaBorne und wir haben nur noch kurz Zeit uns anzuziehen und stramm zu stehen. Ein Beamter vom Gesundheitsamt steht bereits im Cockpit. Er ist nicht sehr freundlich und ziemlich zackig drauf, sodass er uns seine Anweisungen runter rattert während er im Schnellzugstempo mit seinen Strassenschuhen durchs Schiffs Innere latscht. Ich beisse auf die Zähne, und sage nichts. Am längsten bleibt er vor meinem gut gefüllten Abfallkübel stehen und begutachtet den Inhalt während ich ihm den Deckel aufhalte. Also nochmals von Vorne, damit ich alles verstanden habe. 

1. Die Holdingtänke müssen permanent geschlossen bleiben, ein öffnen ist verboten. Sie kommen das regelmässig kontrollieren. Entleeren ausserhalb der 2 Meilen Zone. (In den ganzen 4 Wochen ist nie jemand gekommen um die Holdingtänke zu kontrollieren) 

2. Wir müssen ihn anrufen, wenn wir jeweils einen vollen Abfallsack haben. Wir bringen ihn dann an Land und übergeben den Sack dem Beamten. Was auch immer er damit macht? (zwei Tage später rief ich pflichtbewusst an; ich hätte jetzt den Abfallsack voll und würde ihn an Land bringen. Er meinte, ich solle den Sack in die vorhandene Mülltonne im Hafen werfen) keine weiteren Kommentare! Von da an haben wir direkt in die Mülltone entsorgt. 

3. Vorhandenes Gemüse, Früchte und Fleisch dürfen vom Schiff nicht an Land gebracht werden. In dem Fall auch kein Schinkenbrot für die Wanderung. 

4. Er fragt uns ob wir Fieber haben, was wir verneinen. Ob wir Hunde oder Katzen ab Bord haben. Die dürfen auf Jamaika nämlich nicht an Land, wir verneinen.  

5. Die Einführung von E-Zigaretten ist nicht erlaubt. Tomi hat seinen Smok bereits gut versteckt. Dafür gibt es sicherlich genügend Gras auf der Insel zu rauchen, wir sind ja schliesslich in Jamaika. 

Der Quarantäne-Beamte nimmt uns mit dem Polizeiboot zurück an Land wo wir ihn verabschieden. 

Die Polizisten sind äusserst freundlich und bringen uns zwei Stühle, um auf die  Zollbeamtin zu warten. Vor dem Posten, drinnen ist kein Platz! 

Vor der Polizeistation füllt Tomi ein weiteres Formular auf der Kühlerhaube eines parkierten Truck aus, so funktioniert das hier bestens. Die Zollbeamtin kommt in Zivil angefahren und ist auch sehr freundlich und kompetent. Sie entschuldigt sich, dass wir so viele Dokumente ausfüllen müssen und es etwas lange dauert. Wir händigen ihr Kopien unserer Schiffspapiere aus, denn die will sie haben gleich im Doppel. Zum Glück macht Skip Tomi immer genügend Kopien. Später werden wir von zwei Polizisten wieder zur SeaBorne zurück befördert. Wir müssen auf die Immigration warten. Gerade als ich zu Tomi sagte, das wird heute nichts mehr es ist kurz vor 17:00h, kam der Funkruf wir müssen an Land. Bernd ist so lieb und machte den Taxidienst für uns, denn beim Starten unserer Rosy (Aussenborder) geht erst mal rein gar nichts. Der Käpt’n ist jetzt leicht gereizt, wir verschieben die Arbeiten am Motor auf Morgen. Erst mal die Einklarierung zu Ende bringen und wieder einmal eine Nacht durchschlafen. Das war mit dem freundlichen Officer auch kein Problem, selbst die Lüge, dass wir kein Fleisch, Gemüs und Früchte an Bord haben, hat ihn nicht gekümmert. Ich kann ja soo schlecht lügen, ohne rot zu werden. Naja, das war halt eine Notlüge! Den Papierkram erledigt, sind wir kurz nach Sonnenuntergang auf die SeaBorne zurück gekommen und fallen in die Koje „für einen tiefen gesunden Schaf“ 😴 

Skulptur - einer Jamaikanischen Feldarbeiterin-  


Jamaika - Schmelztigel der Karibik -

Was man über Jamaika weiss oder vom hören sagen kennt. Hier fassen wir zusammen. 

Jamaika ist nicht nur Raggae, Dreadlocks und Jerk Chicken: Jamaika ist pures Lebensgefühl! „yeah man“ und „no problem“ ist Kult und gehört zu Jamaikas life style genauso wie die süsslichen Rauchschwaden von Canabis die uns allgegenwärtig in die Nase steigen. 

Jamaika ist mit einer Fläche von ca. 11.000 Quadratkilometern nicht nur die drittgrößte Insel der Großen Antillen sondern auch die weltberühmte Geburtsstätte des Reggaekönigs Bob Marley und die  Rastalocken.

In Ocho Rios sind die Randsteine mit Muscheln verziert und bunt bemalt 

Sie ist auch eine der farbenfrohesten Inseln der Karibik, gesegnet mit schönen weißen Sandstränden und leuchtenden tropischen Pflanzen! Von scheinbar blauen Berggipfeln umrahmt, ist Jamaika das Stück Erde, aus dem Karibik-Träume sind. Bereits 1494 machte Christoph Kolumbus als erster Europäer, der die Insel erblickte, seiner Begeisterung Luft, indem er von einer wahrhaft traumhaften Landschaft sprach. Und wer bereits auf dem karibischen Archipel war, weiss was gemeint ist.  


So empfängt die Insel ihre Besucher mit grandiosen Buchten und Sandstränden, die von Palmwäldern und den unterschiedlichsten exotischen Pflanzen gesäumt werden. Typisch jamaikanisch sind aber auch Rum, Kaffee und Usain Bolt, der schnellste Mann der Welt. Hinzu kommen hübsche Kolonialstädte und ein reges Nachtleben, aus dem Musik und Tanz nicht wegzudenken sind! Und obwohl die Heimat von Bob Marley nach wie vor den Reggae im musikalischen Herzen hat, hören Sie ebenfalls Ska, Roots oder Rock und alles möglichst laut.

Typische Jamaikanische Farbenpracht. 

Negril und Montego Bay sind die wichtigsten Urlaubsorte an der Küste und bieten hervorragende Sandstrände, lebhafte Clubs, gute Restaurants und Weltklasse-Golfplätze. Das „echte“ Jamaika finden Sie allerdings außerhalb der Strandorte: Straßenmärkte mit Ackee, Süßkartoffeln, Brotfrucht, Jerk Chicken und den vielen Händlern, die ihren Kulu-Rum feilbieten. Sehenswerte Fischerdörfer sind Treasure Beach, Port Antonio und Oracabessa, verschlafene kleine Orte, an denen man die ruhigere Seite des Eilands kennen lernen kann. 


Rund drei Millionen Menschen leben auf dem Tropenparadies – etwa die Hälfte in den fünf größten Städten des Landes. Hauptstadt mit 1.3 Mio Einwohnern und zugleich kulturelles Zentrum der Insel ist Kingston Town. Mit einem Durchschnittsalter von 23,7 ist die Bevölkerung Jamaikas im Vergleich zu den meisten Industriestaaten sehr jung, ein Drittel ist sogar jünger als 14 Jahre. In den Dörfern lebt die Bevölkerung, die zumeist von afrikanischen Sklaven abstammt, in kleinen, meist bunt bemalten Holzhäusern. Schöne Postkartenmotive sind somit garantiert. Obwohl Englisch die offizielle Amtssprache ist, wird meist Patois gesprochen, eine Mischung aus Englisch und Kreolisch. Zudem sind die Jamaikaner sehr religiös. Die größten kirchlichen Glaubensgruppen sind die Church of God, die Baptisten und die Anglikaner. Besuchen sollte man einen der temperamentvollen Gottesdienste, die durch ihre berühmten Gospelchöre ganz sicher zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Keine andere Glaubensgemeinschaft hat jedoch das Bild Jamaikas im Ausland mehr geprägt, als die Rastafari. Diese ans Christentum angelehnte Religionsgruppe sieht im ehemaligen äthiopischen Kaiser Haile Selassie ihren neuen Messias.

Elektrizität und Verkabelungen wie man sie an vielen Orten im Ausland sieht! 

Rastaman


Winnyfred Beach


Jamaika, ist eines der Hauptabbauländer von Bauxit

Das Ausgangsmaterial für die Aluminiumproduktion ist Bauxit. Bauxit enthält ungefähr 60% Aluminiumhydroxid etwa 30% Prozent Eisenoxid und Siliziumdioxid.

Bauxit wird überwiegend im Tagebau gefördert. Das führt in vielen Fällen zur Zerstörung ganzer Landschaften. Soll der Abbau nachhaltig passieren, so müssen die freigesetzten humushaltigen Erdschichten zunächst zwischengelagert werden, um nach Ende des Tagebaus zur Rekultivierung verwendet zu werden. Von den heute bekannten Bauxitreserven lagert ein großer Teil im Tropengürtel. In den Hauptabbauländern – Guinea, Jamaika, Indien, Australien und Brasilien – wird für den Abbau teilweise großflächig Regenwald zerstört. Über den aktuellen Wert von 90 Milliarden Euro an Bauxitressourcen verfügt alleine Jamaika. 

Bauxit wird während 4 Tagen und Nächten in das Schiff verladen. 

Rotschlamm als giftiges Abfallprodukt

Ein weiterer Nachteil der Aluminiumherstellung ist ein Abfallprodukt der Aufschließung von Bauxit in Aluminiumoxid mittels Natronlauge. Dieser als Bayer-Verfahren bezeichnete Prozess führt dazu, das pro Tonne Aluminiumoxid rund 1 bis 1,5 Tonnen Bauxitrückstände anfallen. Pro Jahr bleiben damit rund 150 Millionen Tonnen Bauxitrückstände zurück und belasten die Umwelt. Der Rotschlamm enthält die im Bauxit vorhandenen Fremdstoffe. Umweltbelastend sind vor allem die darin enthaltenen giftigen Schwermetalle wie Arsen, Chrom und Quecksilber. Auch sorgt die im Rotschlamm enthaltene Natronlauge für eine kurzfristige Gefährlichkeit. Es gibt seit Ende des 19. Jahrhunderts Möglichkeiten die im Rotschlamm enthaltenen Rohstoffe zu verwenden. Schätzungen zufolge werden aber 2 bis 3,5 Millionen Tonnen Rohstoffe aus Bauxitrückständen wiederverwertet, das sind gerade einmal 1-2 Prozent. Die EU hat dazu ein Forschungsprojekt aufgelegt, um den Anteil der Rohstoffgewinnung aus den Herstellungsabfällen zu erhöhen.

Ocho Rios - Die Perle im Norden -

Der Name Ocho Rios stammt aus dem Spanischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Acht Flüsse“. Der Name ist leicht irreführend, da es in Wahrheit nur drei Flüsse gibt. Um die 10’000 Menschen leben in „Ochi“ wie der Ort von Einheimischen genannt wird. Das Städtchen ist von dichtem tropischen Regenwald umgeben. Einst war Ochi ein Fischerstädtchen. Heute dient der Hafen für Kreuzfahrtschiffe. Rund eine halbe Million Touristen von Kreuzfahrten überschwemmen Ocho Rios jährlich. Es gibt zahlreiche Shoppingmalls für die vielen Touristen. Ochi war auch Kulisse für zwei Jeames Bond Filme. Einige Musikstudios befinden sich ebenfalls in Ochi. Mick Jagger und Keith Richards von Rolling Stones haben je ein Haus in den Bergen. Seline Dion war nach ihren Konzerten dermassen von dieser Insel, der Lebensfreude und den Menschen angetan, dass sie hier seit Jahren ein schönes Anwesen in Ochi bewohnt. 


Ein kleiner geschützer Hafen, vollbepackt mit einheimischen Ausflugs- und Fischerbooten liegt gleich neben dem Andockterminal der Kreuzfahrtschiffe. Die Bucht von Ocho Rios gleicht einem Halbmond der mit einem weissen Sandstrand gesäumt ist. Im Hintergrund ragt steil der tropische dichte und grüne Regenwald in die Höhe. Sanfte Hügel umgeben die Bucht. Palmen wo man hinschaut. Herrlich! 

Wir können es kaum erwarten an Land zu kommen und in das „Lebensgefühl“ Jamaikas einzutauchen. 

Einen Dinghyanleger gibt es nicht. Wir quetschen uns im Hafen zwischen zwei Polizeiboote oder längsseits daneben an die Mauer, sodass wir mit der Kette das Dinghy sichern können. Wir stürzen uns ins Leben der Einheimischen und gehen den nächsten Supermarkt besuchen. 

Bernd und Beate vom Katamaran Viking, die wir hier auf Jamaika wieder getroffen haben. Kommt man in ärmere Gegenden, ist die Kokosmilch im Verkauf und sie schmeckt super erfrischend und lecker. 

Ocho Rios Städtchen ist farbenfroh, quirlig und sprüht nur so von Lebensfreude. Die Menschen sind offen freundlich und sehr hilfsbereit. Schon nach wenigen Schritten vom Steg schlendert ein junger Jamaikaner zu uns. Er sieht nett und sauber aus, ist freundlich, lächelt uns an. Er scheint aber mit reden Mühe zu haben, er ist bekifft. Er sucht eine Möglichkeit Geld zu verdienen, das merken wir schnell, er will uns den Lokal Markt schmackhaft machen und uns begleiten, gegen ein kleines Entgelt. Wir wollen aber nicht zum Markt und wir geben ihm ein bisschen Geld um Essen zu kaufen, denn er hat hunger wie er uns erzählt und einen Job zu finden ist so schwer, er hat keinen, das bedauert uns, denn wir wissen um die hohe Arbeitslosigkeit auf Jamaika und die vielen Jungen die eine schwiegrige Zukunft vor sich haben. Trotzdem wird er das Kleingeld eher verkiffen als etwas essen.


Ocho Rios kleines Städtchen mit kleinem Einkaufszentrum 


Zentrumsmitte mit altem Uhrenturm 


Farbenfrohes Jamaika 

Markt feeling auf Jamaikanisch

Im Städtchen angekommen, werden wir von allen Seiten angesprochen, ob wir dies oder das sehen wollen. Es ist fast lästig. Wir verneinen, dann fragen sie jeweils am Ende des Verkaufsgespräches ob Tomi Gras wolle. Er verneint ebenfalls. Wenn man höflich nein Danke sagt, lassen sie uns auch in Ruhe unsere Wege gehen, das finden wir angenehm, anders herum hätten wir keine Freude in die Stadt zu gehen. Auf dem Kraft Market wo jeder Stand das selbe Sortiment hat wie der Nachbar, schlendern wir durch die Stände. 

Lokale Handarbeiten, Artisan Market Ocho Rios 



Nein sagen liegt nicht immer in unserer Natur und wir lassen uns abwechslungsweise alles mögliche Zeugs andrehen, was wir eigentlich gar nicht wollen. Unsere Bordkasse leert sich ziehmlich schnell.  Dafür werden wir mit freundlichen aufgestellten Menschen konfrontiert, die lachen und sich alles erdenkliche einfallen lassen um uns für einen Kauf zu überreden. Und Eins muss man ihnen lassen. Mit so viel Charme und „yeah man“ „Darling“ „my Love“ „my Dear“ usw. kann und will Mann/Frau gar nicht nein sagen. Wir handeln um die Wette, zahlen letztendlich aber doch noch viel zu viel. Mit der Hälfte des Preises fängt man zu Handeln an, das gibt Schwung in die Sache. Wir haben jedes Mal ein Riesengaudi gehabt.

Es wird gehandelt, gefeilscht und geschwindelt was das Zeug hält. Die Jamaikaner geben Vollgas! 


Jamaikas Jerk-Küche 

Jerk Grill am Strassenrand in Port Antonio

Boston Jerk Center

Die berühmten Jamaika Jerk Chicken, Jerk Schwein oder Jerk Fisch vom Grill sind beinahe an jeder Strassenecke Jamaikas zu haben. Alte, aufgeschnittene Fässer dienen als Grill. Die spezielle und super leckere Jerk-Sauce und Marinade feilen die Jamaikaner bis zur Perfektion aus. Jeder Grill-Meister hat sein geheimes Jerk-Rezept. Diese köstliche Seite Jamaikas muss man gekostet haben. Jerk ist eine in Jamaika geborene Kochweise, bei der Fleisch trocken gerieben oder nass mit einer heißen Gewürzmischung, dem jamaikanischen Jerk-Gewürz mariniert wird.

     Eine Brotfrucht wird gerade aus dem offenen Feuer geholt. Es ist extrem heiss. 

    Wir kosten Jerk-Chicken, Jerk-Redsnapper, Jerk Concheintopf, sehr scharf! Jerk-Pork. Die Beilage Brotfrucht, Bammy und Festval, alles sehr lecker.

Um die Mittagszeit geht es im Jerk Center wie im Bienenstock zu und her. Dicker Rauch qualmt aus allen Rohren von den offenen Kochstellen. 

Scotchies Jerk Center, Ocho Rios. Freudig lüftet der Mitareiter den Wellblechdeckel. Riesen Teile vom Jerk Schwein liegt auf einem Holzrost. Von Unten wird mächtig eingeheizt.  

Hier sind die Jerk Chicken am brutzeln

    

Beate und Bernd geniessen ihr Jerk Chicken im Scotchies 

Geschichte der Jerk KochweisEine Geschichte ist, dass jamaikanische Jerk-Sauce als Anpassung von geflüchteten versklavten Coromantee- Afrikanern in Jamaika entwickelt wurde. Historiker haben jedoch Beweise gefunden, die belegen, dass alle Rassengruppen auf Jamaika im 17. Jahrhundert Fleisch rissen, und die Beweise deuten darauf hin, dass die Praxis mit den Tainos begann. Als die Briten 1655 in Jamaika einmarschierten, flohen die spanischen Kolonisten und hinterließen eine große Anzahl afrikanischer Sklaven. Anstatt von den Briten erneut versklavt zu werden, flüchteten sie in Jamaikas Bergregionen, wo sie sich mit den örtlichen Taínos vermischten. Es scheint, dass diese entlaufenen Sklaven, die die ersten jamaikanischen Maroons der Insel wurden, diese Praxis von den Tainos gelernt haben. Es wird spekuliert, dass, während die Tainos den Koch- und Gewürzstil entwickelten, die entflohenen afrikanischen Sklaven die Marinade und die Kochgruben einführten. Während alle Rassengruppen das wilde Schwein im jamaikanischen Inneren jagten und im 17. Jahrhundert Rucken verwendeten, um es zuzubereiten, hatten die meisten Gruppen Ende des 18. Jahrhunderts auf importierte Schweinefleischprodukte umgestellt. Nur die Maroons setzten die Jagd auf Wildschweine fort und rissen das Schweinefleisch. 

Jerk-Stand am Strassenrand

Die jamaikanische Jerk-Sauce entwickelte sich hauptsächlich aus diesen Maroons, die zum Würzen und Langsamkochen von Wildschweinen über Pimento Holz verwendet wurde, das zu dieser Zeit in Jamaika heimisch war und die wichtigste Zutat im Geschmack ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es modifiziert, als verschiedene Kulturen ihren Einfluss hinzufügten. 

Von Anfang an befanden sich die Maroons in einer neuen Umgebung auf der Insel Jamaika und waren gezwungen, das zur Verfügung stehende zur Verfügung zu stellen. Als Ergebnis passten sie sich ihrer Umgebung an und verwendeten Kräuter und Gewürze, die auf der Insel verfügbar sind, wie beispielsweise Scotch Bonnet Pepper, der für die Hitze (Shhärfe) der Karibikwürze verantwortlich ist. 

Die Karibik-Diaspora hat überall auf der Welt Ruckkochen und Würzen befolgt, und Formen von Ruck sind heute fast überall in Restaurants zu finden, wo sich eine bedeutende Bevölkerung karibischer Abstammung befindet, wie zum Beispiel England, Kanada oder die USA . Poulet Boucané (geräuchertes Hühnchen) in der französischen Karibik ist dem traditionellen jamaikanischen Ruckhuhn sehr ähnlich. 


Techniken Die Kochtechnik des Ruckelns sowie die daraus resultierenden Ergebnisse haben sich im Laufe der Zeit vom Einsatz von Grubenbränden bis hin zu alten Ölfasshälften als Behälter der Wahl entwickelt. Um die 1960er Jahre suchten karibische Unternehmer, die den Geschmack der geräucherten Grube auf eine einfachere, tragbarere Weise nachstellen wollten, eine Lösung. Ein Ölfass in Längsrichtung zu schneiden und Scharniere anzubringen, wobei mehrere Lüftungslöcher für den Rauch gebohrt wurden. Diese Fässer werden mit Holzkohle gebrannt, was den würzigen, rauchigen Geschmack verstärkt. Wenn diese Kochmethoden nicht verfügbar sind, können alternativ andere Methoden des Fleischrauchens, einschließlich Holzöfen, zum Fleischrücken verwendet werden. Ölfässer sind jedoch wohl eine der beliebtesten Kochmethoden, um auf Jamaika Ruck zu machen. Der meiste Ruck in Jamaika wird nicht mehr auf traditionelle Weise gekocht und wird in einem Stahltrommel „Rütteltopf" über Hartholzkohle gegrillt. 


Auf der Jamaika und auf den benachbarten Kaimaninseln sowie in der gesamten Karibik-Diaspora und darüber hinaus findet man häufig „Jerkstand" oder "Jerk Center" an der Straße.  Wurstfleisch, in der Regel Hühnerfleisch oder Schweinefleisch, kann zusammen mit hartem Teigbrot , frittiertem Maniokbammy (Fladenbrot, meist zu Fisch), Jamaican Fried Knödel (bekannt als Jonnycake oder  Reiskuchen und Festivals gekauft werden , eine Variation süß gebratener Knödel aus Zucker, die als Beilage diente.

Zutaten: Jerk Gewürzmischung basiert hauptsächlich auf zwei Produkten: Piment und scharfe Scotch Bonnet Paprika. Andere Zutaten können Nelken, Zimt, Frühlingszwiebeln, Muskatnuss, Thymian, Knoblauch, brauner Zucker, Ingwer und Salz sein. Manchml zählt man bis zu 20 Zutaten in einer Jerk-Marinade.  


Gemüsemarkt Ocho Rios 

Lokal Markt mit Gemüse und Früchten hinter einer Mauer. Nur schnell mal hinein schauen, sage ich zu Tomi. Er verdreht die Augen und kommt mit. Die Marktfrauen sind sehr offen und freundlich. Weissbrote sind in dieser Gegend wohl eher selten gesehen. Auch sie möchten uns natürlich alles mögliche verkaufen.

Eine Verkäuferin verkauft ihre Tamarind Früchte vor dem Markt auf der Strasse. 


Lokaler Früchte-und Gemüsemarkt in Ocho Rios. 

Wir werden von einer zur anderen Marktfrau gereicht, denn ich suche getrocknete Blätter vom Soursop Baum. Die sehr alte Marktfrau sucht und sucht unter dem Tisch in einem fürchterlichen Chaos nach den gewünschten Blätter. Sie will mir alles möglich was gut für die Gesundheit und zum Einreiben ist andrehen. Ich bestehe auf meine Soursop Blätter und tatsächlich nach langem Genuschel findet sie welche. Ich bezahle (viel zuviel) und renne hinter Tomi her der bereits schon auf den Ausgang zu schreitet. Noch schnell ein Föteli! Tschüss! Jetzt weiss ich wo ich den Wocheneinkauf machen werde. Die Marktfrau rät mir jeweils am Freitag zu kommen, denn dann gibt es von allem was das Herz begehrt. 


Hier warten wir eine Ewigkeit auf meine Soursop Blätter. 


Ein tolles Bild dieser drei Markhändler. Hier wird Zuckerrohr in Stücke geschnitten und den Saft ausgepresst. Feinster Zuckerrohrsirup mit einer Note aus Ginger für die raffinierte verfeinerung von Speisen. Enfach perfekt! Wir haben ein Riesen Gaudi, bis die drei sich für ein Foto erweichen liessen. "Yeah man“ Fleissig einkaufen hiess der Lohn für’s Foto! „no worry be happy“ 




Ackee-Frucht 

Die Ackee - auch Aki oder Akipflaume genannt - ist eine Frucht mit glatter, lachsroter bis rot gefleckter Schale. Sie stammt ursprünglich aus Westafrika und wird auch in der Karibik angebaut. Sie gehört zur Gruppe der Lichies. Sie schmeckt nussig und hat ein sehr mildes Aroma. Die Ackee enthält viele wichtige Vitamine und Nährstoffe, vor allem wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Sie enthält einen noch höheren Fettanteil als Avocado. Auf Jamaika ist die Ackee besonders beliebt. Die enthaltenen Fettsäuren und Vitamine machen das aus der Frucht gewonnene Öl zu einem wichtigen Teil der Ernährung. Nur das reife helle Fleisch ist essbar und wird meist geröstet oder gekocht gegessen. Schale und Kern sind hoch giftig. 

Ackee - Jamaikanisches Nationalgericht - 

Wir gehen zum Lunch, eine Stärkung und eine Pause kommt uns gelegen. Bei Jerk Chicken Sandwiches und Ackee - lassen wir die Beine vom Stuhl baumeln und geniessen dazu Jamaikanisches Red Stripe. 

                                       - Ackee - Jamaikanisches Nationalgericht             - Red Stripe - Jamaikanisches Nationalgetränk 

Die Ackee Frucht am Baum. Erst wenn die Frucht sich von selbst öffnet und die giftigen Gase ausgetreten sind, kann die Frucht geerntet werden. 

Ackee - ist das jamaikanische Nationalgericht und wird eigentlich zum Frühstück verspeist. Inzwischen wird es aber zu allen möglichen Tageszeiten gereicht. In ein klassisches Ackee gehören, Ackee’s, Gemüse, Chilis und Salzfisch. Die Ackee-Frucht schmeckt keineswegs wie man sich eine Frucht vorstellt, nämlich süsslich. Ackee ist ziehmlich fettig aber fade. Durch die Chilis verliert sich der leicht nussige Geschmack der Ackees. Es schmeckt wie Rührei mit Fisch und Gemüse. Viel kann ich davon nicht essen, es widersteht mir. Dazu gibt’s Reis & Beens und Salat. Ich habe mir was ganz anderes darunter vorgestellt. Ich werde Ackee bei einer anderen Gelegenheit wieder versuchen. Für’s Erste ist's genug. Das Ackee - grüsst mich noch den ganzen Nachmittag. Rülps! 

Farbenfrohes Jamaika!

Am Abend koche ich mir einen Tee aus den Blätter des Soursop Baumes. Es riecht widerlich, herb und unangenehm würzig, beissig und zugleich bitter fast äzend. Wir rümpfen angewidert die Nase. Ich traue mich nicht davon zu trinken, Tomi verbietet es mir sogar! Ich möchte mich nicht vergiften. Ich schickte Fotos von den Blätter zu meiner Seglerfreundin Martina und sie bestätigte mir, das das die falschen Blätter sind. Na bravo! Der Zuckerrohrsirup fing nach 2 Tagen an zu gähren und explodierte fast als ich die Flasche öffnete. No worry be happy auf Jamaika, die beiden waren wohl schön bekifft, statt Zuckerrohr Sirup wollten sie wahrscheinlich Rum herstellen! Yeah Man! 

Jamaikas Gospel-Kirchen!

In Jamaika findet man mehr Kirchen pro Quadratkilometer als in irgendeinem anderen christlichen Land der Welt. Und man beachte, dass auch in unmittelbarer Nähe jeder Kirche auch eine Bar zu finden ist. Der Grund dafür liegt darin, dass die Frauen ihren Spirit in der Kirche und die Männer in der Bar finden. 

Ich gehe am Sonntag in die Gospelkirche Down Town Ocho Rios. Tomi will nicht mit. Am Vorabend wurde viel gefeiert, man hörte den Bass der Musik bis zu uns in die Koje. Die in Jamaika so traditionelle Partys und das berauschende Nachtleben gehört zum Lebensstil der Jamaikaner wie der sonntägliche Kirchengang. 

Ich gehe schnellen Schrittes, damit ich nicht an jeder Ecke angequatscht werde meinen Weg zur Kirche. Viele arme Menschen schlafen in schmutzigen Ecken am Boden, in Hauseingängen oder hängen da und dort herum. Es ist kein schönes Bild am Sonntagmorgen, es beelendet mich. Das Städtchen wirkt schmutzig und ungepflegt. 

   

In der bereits ziehmlich vollen Kirche werde ich beim Eingang begrüsst und es wurden viele Hände geschüttelt. Ich setze mich mitten unter die Einheimischen in eine Bankreihe. Links und Rechts reicht man mir die Hand und heisst mich Willkommen. Der Frauenchor singt bereits und die sehr festlich gekleideten Menschen singen mit, schwenken die Arme und klatschen hingebungsvoll im Rhymus. Die Stimmung wird durch das preisen des Lords aufgeheizt, die Sprechchöre schreien ihre Worte singend der Menschenmenge zu. Die Stimmung wird zunehmend lauter und noch hingebungsvoller. Unterstützt durch Mikrofone und Instrumente tobt die Menge und singt, preiset den Lord. Die Menschen lassen sich hingebungsvoll mit vollem Körpereinsatz dem Gesang zu Gott treiben. Ich bin mittendrin, mitgerissen, fasziniert, klatsche mit, hopse an Ort und Stelle auf und ab. Mir kullern ein paar Tränen herunter, die ich kühn unter meiner Sonnenbrille verstecke. Ermahne mich im Stillen, lass dich nicht so gehen! Der Schweiss läuft in Bächen an mir herunter, der Ventilator über mir ist ausgefallen und steht still. Nach einer Stunde ist es Zeit einen Abgang zu machen. Ich bleibe nicht bis zum Schluss, denn es folgen noch viele Reden und immer wieder Gesang. Ich schleiche mich zum Hintereingang hinaus ins strahlende Sonnenlicht. Am Haupteingang gebe ich einen Batzen in die Topfkollekte und verabschiede mich bei den Damen. Das war ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte, ich werde ganz bestimmt wieder eine Kirche in Jamaika besuchen. 

 

Konoko Wasserfälle 

Einer der wohl bekanntesten Wasserfälle auf Jamaika sind die Dun's Wasserfälle ganz in der Nähe von Ochi’s Hauptstadt. Der touristische Andrang der Kreuzfahrt-Gäste ist dementsprechend hoch. Um sicher die Fälle hoch zu kraxeln, eiern hunderte Menschen eine Kette bildend Hand in Hand die Fälle hinauf um in den vielen Wasserbecken der Fälle zu plantschen. 

Wir begnügen uns mit den kleineren und weniger berühmten Konoko-Falls. Viel hübscher und kaum von Touristen besucht. Wir machen auch keine Ausflüge wenn Kreuzfahrtschiffe da sind. 

Die Konoko-Wasserfälle von Ochi

Ein Silberreiher gesellt sich zu den Fällen 

Auf Jamaika kann man bei allen Wasserfällen hoch klettern und in den verschiedenen Wassertümpel baden. 

Bernd und Tomi 

Der Konoko Park ist eine tropische Schönheit umgeben von einheimischen Pflanzen, Blumen und Bäumen. Ein kleiner Zoo gibt es auch, einer der Bewohner ist dieser freche Papagei. 

Wilde Orchideen 

Ocho Rios - Mystic Mountains -

Wir machen heute einen Tagesausflug zu den Mystic Mountains. Eine Taxifahrt von 10 Minuten bringt uns an den Fuss der Berge. 

Dichter tropischer Regenwald nimmt uns in sich auf. Pflanzen mit grossen Blättern schlängeln sich an dicken Baumstämmen empor der Sonne entgegen. Ein Bach mit kristallklarem Wasser plätschert an uns vorbei, und mündet weiter unten in die Dun’s Wasserfälle. 

Wir schweben in luftiger Höhe mit dem Sessel-Lift durch den Dschungel. Es fühlt sich ohne Skier, Schnee und dicken Klamotten ganz fremdartig an. Denn wir kennen Sessellifte nur von der Heimat in den Bergen. 

Sessellift auf den Gipfel der Mystic Mountains. Die schöne Fahrt dauert ca. 20 Minuten. 

 Bitte schön in die Kamera lächeln. 


Vom Panorama-Restaurant am höchsten Punkt der Mystic Mountains hat man einen fantastischen Blick auf die Bucht von Ocho Rios. Wer gut schaut findet unsere SeaBorne vor Anker liegen. 


Mit dem Bob auf die Piste, wir jagen auf Kufen durch den Dschungel. Tomi bremst lieber ein bisschen früher als später. Bei den Jamaikanern weiss man ja nie…besser einmal zuviel bremsen. Lustig war es allemal, doch leider haben wir nur einen Versuch. Das zweite Mal würden wir schneller den Berg hinunter rödeln.


Zur dritten Disziplin auf Mystic Mountain gehört der Zipline Park. Wir werden wie die Bergsteiger angeschirrt. Mit Brustgurt, Hosen- und Beingurt wo man hinein steigt und alle Riemen festgezurrt werden. Bei jedem Schritt klappern die Karabiner und Metallbügel die am engen Hüftgurt hängen, sie werden später am Stahlseil eingehängt. Es klimpert und bimmelt beim Gehen, es klingt wie der Alpaufzug der Schweizer Bergziegen. Der Helm ist über dem weissen Hygiene Häubchen festgeschnallt und ab geht die Post. Ein bisschen mulmig ist mir schon zumute. Ich bin nicht mehr so schwindelfrei wie in jüngeren Jahren. Und die Sportskanone die ich mal war ist auch Geschichte. Ich rede mir im Stillen gut zu, das wird schon werden. Als ich dann die schwer übergewichtigen Amerikaner und den älteren Mann um die 80. im Klettergeschirr entdecke, schnellt mein Mutbarometer ganz gewaltig in die Höhe. Mein Angst-Bisi habe ich schon verrichtet, es kann los gehen. Augen zu und durch.

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Die eingespielte Jamaikanische Crew geleitet uns sicher mit viel Spass und lustigen Sprüchen zur Mittelstation. Einer nach dem Andern wird am Stahlseil eingehängt und mit einem Schubs und Yeah man Rufen in die Lüfte gehoben. Wir surren am  Stahlseil durch den Regenwald von Baum zu Baum und hatten einen Riesenspass dabei. 

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Zwischen den letzten zwei Bäumen passiert es dann. Der Jamaikaner wartet auf mich, während ich in einem Affentempo auf das Podest zu sause. Ich denke noch im Stillen; hoffentlich klappt das mit der Bremse. Dann höre ich das inzwischen vertraute laute Kack und die Fahrt wird durch einen Holzklotz abrupt verlangsamt und schliesslich unterbrochen. Jetzt kommt die starke Hand des Jamaikaners die mich halten und auf die Füsse stellen sollte. Er verfehlt meinen Arm und das Seil und ich zippe wieder zurück wo ich hergekommen bin. Dann blieb mein Schwung aus und ich hing in den Seilen zwischen den Bäumen mitten im Urwald. Ich denke bei mir, das ist ja klar, dass das bei mir passiert. Aber Glück gehabt ich hänge ja noch am Stahlseil. Ein Schmerz zuckt in meinem Oberarm. Das Seil schrammte mir über die Innenseite des Arms. Uiiii, das gibt ein paar blaue Beulen und einen dicken Bluterguss. Einer der Jung’s rief mir zu ich komme dich holen. Keine Angst. Na dann mal viel Spass. Der Junge kam mir am Seil entgegen und hakte mich mit einem Karabiner an seinem Gurt ein. Mit ganzer Muskelkraft musste der arme Kerl mich (=Elfengewicht) plus sich selbst den ganzen Weg ca. 20 Meter von Hand am Stahlseil entlang bis zum Baum hangeln. Ich hing in meinen Gurten wie eine Stoffpuppe und konnte gar nichts machen, war nur froh, dass der Junge soviel Puste aber vor allem Muckies hat um uns beide auf sicheren Boden zu ziehen. Später konnten dann auch Tomi über die Seile zu mir geschwirrt und meinte trocken; ich dachte noch, warum das so lange dauert bis wir los können. Er gab dem Rescue-Jamaikaner ein schönes Trinkgeld für seine Anstrengungen, die Schweissperlen standen dem Mann immer noch auf der Stirn. Er freute sich sehr darüber. 

Port Antonio - Errol Flynn Marina - 

Nach einem Tagesschlag von Ocho Rios, erreichen wir das Fischerdorf Port Antonio an der Nordostküste Jamaikas. Die Errol Flynn Marina liegt verborgen hinter Nevis Island, die einst dem berühmten Schauspieler gehörte und wo er seine vielen Gäste in exclusiven Cottages untergebracht hatte. Heute gehört die kleine Insel der Regierung. Die Marina wurde dem Schauspieler zu „Ehren Errol“ Flynn getauft.



Errol Flynn Marina, Port Antonio 

Errol Flynn Marina in Port Antonio 

Sehr Geschützt liegt die kleine Marina an der Nordostküste von Jamika. Ein guter Anlaufpunkt wenn man von den ABC-Insln oder Kolumbien kommt. Die Einfahrt ist gut markiert und einfach zu erkennen. Hier ist es noch tropischer, grüner, üppiger und hügeliger als in Ocho Rios. Bereits hier beginnen die ersten Ausläufer der Blue Mountains Gebirgskette. Man sagt, dass hier das wahre, urtümliche und unverfälschte Jamaika verborgen liegt.   

 Errol Flynn Marina 


Mehrere Möglichkeiten hier zu liegen bietet die Bucht von Port Antonio an. Die Errol Flynn Marina hat ca. 20 Liegeplätze, mit Strom und Wasser. Direkt vor der Marina gibt es ca. 15 Mooringbojen zur Benutzung. (z.Z. werden sie gewartet und sind nicht verfügbar) Ausserhalb der Bojen gibt es viel Platz zum Ankern. In der Östlich gelegenen Bucht von Port Antonio kann man aber umsonst ankern. Die Bucht ist ausser Sichtweite und beiweitem nicht in dem Masse abgesichtert wie es die Errol Flynn Marina ist.  

Landesteg für kleinere Kreuzfahrtschiffe mit eigenem Steg 100 Meter neben der Marina. 

In- und vor der Marina muss man eine Tagesmiete zahlen sowohl an der Boje als auch vor Anker.  Inbegriffen sind die sauberen und grosszügigen Toiletten- und Duschanlagen. Entsorgung des Bordmülls. Waschmaschine & Tumbler gegen Gebühr. Benutzung des Pools. Benutzung des Dinghy Stegs direkt in der geschützten Marina. Die Anlage ist rundherum mit einem Zaun gesichert und Nachts sind die Tore geschlossen. Ein Garten-Restaurant mit einer kleinen Bar runden das Angebot ab. Nur mit einem Badge kommt man vom Land auf den Schiffssteg. Der Marina Chef George, ist äusserst umsichtig und hilfsbereit. Er ist für das Wohl seiner Gäste sehr bemüht. Wir fühlen uns sicher aufgehoben und was noch mehr zählt wir sind „herzlich willkommen“! 


Schattenmänner: 

Kaum macht man einen Schritt aus der eingezäunten Marina hat man sofort einen einheimischen         „Schattenmann“ an der Backe, der einem Schritt für Schritt begleitet. Am Ufer gegenüber der Marina lungern zu jeder Tages- und Nachtzeit einige Einheimische herum, die nur darauf warten, etwas Geld mit den „Reichen“ Segler zu verdienen. Egal wo man hin will, egal ob man sich auskennt oder nicht, egal ob man will oder nicht, der Schattenmann lässt sich nicht leicht abschütteln. Zwar freundlich und charmant, doch sehr beharrlich. Man muss wissen, dass es wirklich viele sehr arme Jamaikaner gibt. Wir geben nicht einfach Geld sondern wir versuchen, kleine Dienstleistungen zu bezahlen, bestehen sie auch nur daraus uns zum Markt zu begleiten. 

Tomi & Rastaman 

It’s Party Time 

Als einziger Nachteil in der Errol Flynn Marina ist die Lärmbelastung Nachts. Kaum neigt sich der Tag zu Ende, erwacht das aktive Nachtleben von Port Antonio. Nicht selten bis 03:00h hört man Bässe, Gesang oder Parolen weil auch gerade Wahlen sind. 

Port Antonio - Portland - 

Städtchen Port Antonio, zu Fuss nur ein paar Minuten 


Gemüsemaekt Port Anonio







Blue Lagoon - Nordosten -







Rio Grande 

Mit Bambusflossen lassen wir uns auf dem Rio Grande hinunter paddeln und erleben die üppige Natur auf eine einzigartige Weise. Stille und erholsame Stunden lassen uns staunen. 

Glasklares Wasser im Rio Grande 


Wir können uns nach Hinten lehnen und uns dem Genuss widmen. 


Gegenverkehr. 


Die Flosse werden auch für Gütertransporte genutzt. 


Fischer am Rio Grande 

Mittegessen auf dem Feuer zubereitet 


Unterwegs am Flussufer liegt ein kleiner abgelegener Strand. Wir halten an und steigen aus. Aus der  Openair Küche wehen uns Essensdüfte entgegen, denen wir nicht widerstehen können. In verschiedenen Töpfen köchelt ein Lamm- und ein Hühncheneintopf. Dazu gibt es Reis & Beans, Gemüse, Kochbananen und Bammy. Wir sitzen im Schatten und plaudern mit anderen Touristen und Einheimischen am selben Tisch. Wir geniessen das traditionelle einheimische Essen und bald geht unsere Flussfahrt weiter. Nochmals eine gute Stunde lassen wir uns paddelnd und der Stille lauschend im Rio Grande hinunter treiben, bis die Mündung zum Meer vor uns liegt. Hier endet diese schöne Flussfahrt. Unser Taxifahrer John ist inzwischen auch schon am Flussende angekommen und wartet bereits auf uns. John fährt uns wieder zurück zu Maina. 

Das Bambusfloss wird den ganzen Weg den wir hinuntergekommen sind zu Fuss Flussaufwärts zurückgelegt. Im Schlepptau das Bambusfloss. Ca. 4 Stunden benötigen die Männer. Alle samt sind sie dünn, drahtig und sehr muskulös gebaut, die meisten weit über 50ig. 


Faszinierendes Jamaika - Wir erkunden die Insel -

Am 22. März um 09:00 Uhr Morgens, pünktlich wie eine schweizer Uhr, steht Kenil unser Tour Guide von „Caribic Vacations“ vor der SeaBorne in der Marina und hilft uns unser Gepäck im Kofferraum des Toyota zu verstauen. Nach unserer Begrüssung meint Kenil mit seinem breiten sympathischen Lachen, dass wir nun für die nächsten Tage sehr nahe zusammen sein werden und wir deshalb jetzt eine Familie sind. Nachdem wir Kenil kurzerhand adoptiert haben, kann die Reise los gehen. 

Unser Fahrer und neues Familienmitglied Kenil aus Montego Bay

Reach Falls

Unsere Tour beginnt mit einer schönen Fahrt entlang der Küste von Port Antonio um den östlichen Zipfel von Jamaika. Nach einer Stunde erreichen wir die Reach Falls. In der Wechselzone tauschen wir Flip Flops mit rutschfesten Badeschuhen, Shorts und T-Shirt mit Badehose. Nach einem kurzen steilen Abstieg durch den Wald erreichen wir die erfrischenden und wunderschönen Reach Falls. Inmitten im tropischen Regenwald erfrischen wir uns und tauchen ein in eine fantastische Welt. 


Auf Jamaika gibt es ein Dutzend Wasserfälle, Grosse und Kleine. Bekanntere und entsprechend touristisch völlig überlaufene Fälle wie die Dun’s und die YS Wasserfälle. Das Spezielle bei den Wasserfällen auf Jamaika ist, dass man sich im Bachbett am Fusse der Fälle beginnend, langsam die Fälle hinauf arbeitet und auf den vielen Kaskaden die zwischen den Fällen liegen entspannt in den Pools plantschen kann. Ein nasses aber völlig naturverbundenes und erfrischendes Vergnügen. Es gibt bei allen Fällen Tour Guides die einem die Hand reichen, damit man sicher die Fälle hinauf krabbeln kann, und man nicht auf den Teils glitschigen Felsen ausrutscht.  

Hinter dem Wasserfall gibt es eine Höhle wo man hinein und sich verstecken kann. 


     

Reach Wasserfälle wo ausser wir keine Menschenseele war. 

Kenil wartet bereits auf uns und die Fahrt geht weiter. Die Strassen werden allmählich immer schlechter. Viele Löcher im Asphalt die Kenil geschickt umfährt. Bald erreichen wir die 1.3 Mio Stadt Kingston, wo uns eine ärmliche und schmutzige Stadt schon bald im Verkehrschaos verschluckt. Die Stadt ist unterteilt in Downtown, wo sich das „Ghetto“ befindet und Uptown welche hier als „bessere“ Gegend gilt. Kenil ist sehr besorgt, weil Tomi Bares braucht und wir einen Bankomaten mitten in Kingston suchen müssen. Er lässt uns keinen Schritt alleine tun. Kingston ist ein gefährliches Pflaster und wir sind nun einmal potentielle Reiche mit unserer weissen Haut. Kingston wirkt auf uns eher abstossend. Wir fahren quer über Kingston und verlassen die Stadt in Richtung Berge. Vor uns liegt eine wunderschöne Panoramafahrt in die viel umworbenen Blue Mountains. Wir erreichen unsere Unterkunft das

 Strawberry Hill Hotel, Blue Mountains


Hoch oben eingebettet in den Blue Mountains liegt ein kleines Paradies mit fantastischem Ausblick auf Kingston und die umliegenden Hügel. 


Welcome Drink auf der Sonnenterrasse im Strawberry Hill. Die Aussicht ist atemberaubend und der Sonnenuntergang spektakulär. 

Sundowner über den Bergen der Blue Mountains


Abendessen auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf Kingston. Ein paar Grad kühler ist es hier oben in den Bergen schon. Wir genossen ein ausgezeichnetes Abendessen in romantischer Atmosphäre.

   


Leider müssen wir diese Kleinod schon wieder verlassen. Das Frühstück auf der Terrasse mit einem köstlichen Kaffee aus den Bergen der Blue Mountains rundet unseren Aufenthalt im Strawberry Hill ab. 

Craighton Estate Kaffeeplantage 

Nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt liegt eine der vielen Kaffeeplantagen die es in den Blue Mountanis gibt. Wir erleben eine sehr interessante und aufschlussreichen Vortrag mit einer anschliessenden Führung durch die edle und über 200 Jahre alte Kaffeeplantage Craighton Estate.  

Craighton Estate Kaffeeplantage im Kolonialstil

   

Wissenswertes über den berühmten Jamaika Blue Mountanin Kaffee: 

Blue-Mountain-Kaffee gehört mit einigen wenigen anderen Kaffeesorten zur obersten Kategorie der Kaffeespezialitäten. Die Craighton Kaffeeplantage bewirtschaftet 300’000 Kaffeepflanzen, die bis zu 40 Jahre alt werden können. Die Pflanzen werden zwischen 910 Metern und 1700 Metern Höhe angebaut. Die Gebiete über 1700 Meter sind dicht bewaldet und werden als Forst-Reservat bewahrt. Der Nebel, kühle Temperaturen und ein starker Niederschlag sind in den Blue Mountains die Hauptfaktoren für ein besonderes Klima, wodurch die Kaffeekirschen wesentlich langsamer wachsen. Durch diese lange Reifezeit entsteht ein spezielles Aroma mit Wiedererkennungswert, welches von Kaffeeexperten sehr geschätzt wird. Das außergewöhnliche Aroma, geringe Ertragsmenge sowie Handpflückung, Spezialverpackung in Holzfässern und aufwendiges Marketing machen den „Jamaica Blue Mountain“ mit einem Marktpreis von etwa 100 Dollar pro Kilogramm zu einer der teuersten Kaffeesorten weltweit.

Wir lernen sehr interessante Facts der Kaffeeherstellung kennen. 

Bevor die Kaffeebohnen geröstet werden, wird ihr Reinheitsgrad bestimmt. Dazu werden die Bohnen durch 7 verschiedene Siebe mit immer kleiner werdenden Löchern gesiebt. Es gibt 7 verschiedene Reinheitsgrade. Jamaica Blue Mountain Peaberry: 96 % der Bohnen weisen eine Größe von mindestens 4 mm (Screen Size 10) bei nicht mehr als 2 % erheblicher Mängel auf, dieser entspricht der Craighton Estate Blue Mountain Kaffee Qualität. 

Nur gerade 27% der Ernte entsprechen den hohen Qualitätskriterien. Die richtige Grösse, die richtige Farbe und das Ausehen der Bohnen entscheidet und nur diejenigen werden verwendet. Der Rest wird aussortiert und geht in die auswärtige Produktion für Blue Mountain Instantkaffee. 

   Links: Ein Arabica Kaffee Strauch                            Rechts: Einen Robusta Kaffee Strauch 

Arabica Kaffeekirschen: Wenn sie rot sind, sind sie reif und werden geerntet. 85% sind Frauen die die Kirschen ernten und auf den unwegigen steilen Hängen arbeiten. Es wird jede einzelne Kirsche von Hand gelesen.

Ein steiler Weg führt uns durch die Kaffeeplantagen bis ganz nach Oben zum Ausguck, mit einem herrlichen Blick in die Blue Mountains und bis nach Kingston. 

   

FAZIT: Der Jamaika Blue Mountain Kaffee der von der Craighton Estate UCC Kaffeeplantage stammt, ist der reinste und edelste Blue Mountain Kaffee überhaupt. Es ist die einzige Plantage, die reinen Arabica Kaffee produziert. Alle anderen Plantagen sowie kleine Bauernbetriebe bauen zum grössten Teil Kaffeesträucher der Sorte Robusta an. Der Anteil der edleren Arabica Kaffee Sorte ist somit viel kleiner als der Anteil von der günstigeren Robusta Kaffee Sorte. 

Die Craighton Kaffeeplantage ist seit Jahren in Japanischem Familienbesitz. 75% der fertig gerösteten Kaffeebohnen werden in Holzfässer abgefüllt und nach Japan verschifft. Nur gerade 25% werden direkt ab Plantage an Besucher wie wir es sind verkauft. Nirgends sonst gibt es diesen edlen Blue Mountain Kaffee zu kaufen. 

Wir verkosten den aromatischen, leicht süsslich und bekömmlichen Jamaika Blue Mountain Kaffee. Wir sind gespannt wie er uns später aus unserer Espressomaschine schmeckt, mit Schäumchen oben drauf.  

   Links, Jamaica Blue Mountain Kaffee den wir kauften. Rechts: Geschenkpackung die nach Japan geht. 

   Kaffeeröstung: Bei einer Farbskala von Hellbraun bis Schwarzbraun, weist eine Hellbraune Röstung die beste Qualität auf. Eine Schwarzbraune Röstung hingegen schmeckt bitter und sauer und ist von minderer Qualität. Der Name „Espresso“der für dunkle Röstung und starkes Aroma steht, ist demnach nichts weiter als reines Marketing und hat nichts mit der Kaffeequalität zu tun. 


Kingston - Downtown -

   

   Downtown Kingston, hinter den Blechzäunen das Ghetto. 

Von der Kaffeeplantage in den Blue Mountanis fahren wir nach Kingston zurück. Unser geplanter Besuch im Bob Marley Museum fällt ins Wasser, da das Museum Sonntags geschlossen ist. Eine weitere Attraktion von Kingston ist das Devon House in Uptown, in der edleren Gegend also. Die Häuser sind alle samt mit hohen Mauern, Stacheldraht, Zäunen, alle mit Videoüberwachung, Schranken und vergitterten Fenstern bestückt. Sicherheitspersonal ist fast bei jedem Gebäude anzutreffen. Mit ihren Sonnenblumengelben Hemden und Blusen überall gut sichtbar. 

Devon House - Kingston Uptown-

Eine Villa in Kingston aus dem Jahr 1831. George Stiebel war der erste schwarze Millionär auf Jamaika, der sich diesen architektonischen Traum verwirklichte. Heute ist diese Herrschaft Villa mit einer Führung zu erkunden und sie gibt Einblick in eine längst vergangene Zeit. Wunderschön!

   

   

Heute ist das Devon House eine Touristenattraktion, eine der wenigen in Kingston muss man dazu sagen. Der rückwärtige Teil des Anwesens wurde mit hübschen kleinen Läden umgebaut, eine der besten Bäckereien mit einem hübschen Café mit allerlei süssen Spezialitäten. Restaurants mit Jamaikanischen Spezialitäten und die auf Platz Nummer 2 weltbeste Eiscreme ist hier zu finden. 

Wir gönnen uns das Jamaikanische Rum-Eis und es schmeckt wirklich fantastisch. Kenil im Hintergrund hatte sein Eis schon vor der Führung verschlemmt. Sein Lachen bedeutet; er wartet bis die Kugeln runterpurzeln, Tomi balanciert sie gekonnt aus. 

Wir werden in einem Hotel in Kingston Uptown einquartiert und wir fühlen uns wie im Gefängnis. Zugemauert und eingegittert in einer scheinbar schönen Ferienanlage für Touristen. Es ist alles da was man braucht, keine Frage, doch zu Fuss nach Draussen zu gehen ist nicht zu raten. Wir relaxen im Zimmer und machen uns frisch für das Raggae Life Konzert am Abend im Kingstons „Dub Club“. Es ist Nacht, wir fahren in Richtung Blue Mountains. 

Der Club befindet sich in den Bergen mit fantastischer Aussicht auf die Lichter von Kingston. Unser Toyota muckt schon wieder und plötzlich bleibt er stehen 500 Meter vor dem Ziel. Das hat er Tagsüber auch schon einige male mitten in Kingston gemacht. Kenil versucht zu starten, kein Mucks. Wir stehen mitten auf der Strasse in den Bergen von Kingston und schauen auf die Stadt die uns zu Füssen liegt. Kenil ist es nicht ganz wohl dabei, er ruft den Mechaniker an. Zusammen bringen sie das Auto wieder zum laufen. Muss irgenwas an der Elektronik sein. Wir lassen den Dub Club sausen und fahren mit Kenil zum Hotel zurück, wir wissen nicht wann der Wagen das nächste Mal stehen bleibt, und Nachts in Kingston als Weisse irgendwo erneut stehen zu bleiben, ist wirklich nicht ratsam. Kenil ist es wohler uns in Sicherheit zu wissen. Wir entscheiden, dass ein neues Fahrzeug her muss. Der Toyota ist nicht mehr zuverlässig und wir haben noch eine lange Strecke vor uns. Tätsächlich klappt das, und am nächsten Morgen steht unser neues Auto bereit.  

                          Diplomatenschaukel mit blinden Scheinwerfern. Das Armaturenbrett hat Windpocken, alles prima!

Eine alte ausrangierte Diplomaten Limousine aus China ist unser neues Gefährt. Wir steigen grinsend ein, die Sitze sind wie Sofas. Die elektischen Fensterheber gehen runter aber nicht mehr rauf. Kenil drückt das Fenster hoch, während ich den elektirschen Fensterheber betätige. Es geht zu, und bleibt auch für die nächsten Tage zu. Glücklicherweise funktioniert die Klimaanlage und lässt uns nicht im Stich. 

Manatees kennt man auch unter den Namen Seekühe oder Dugong.

Wir fahren von Kingston zur Ortschaft Tresure Beach. Entlang dichtem Gestrüpp und Badewannen grossen Löchern in den Strassen, rumpeln wir durch die einsamen Strassen im wilden Süden Jamaikas. Im Dickicht bricht eine kleine holprig Strasse links weg und wir erreichen das Alligator Hole inmitten eines dichten Waldes. Der dortige Wildhüter wartet bereits auf uns und drei weitere Damen die von der anderen Richtung hergefahren kamen, teilen mit uns die Bootsfahrt. 

Wir geniessen eine herrliche Bootsfahrt bei strahlendem Wetter und absoluter Stille. 

Wir werden geziehlt im einzigen Boot hingesetzt, damit die Gewichtverteilung klappt und wir nicht kentern. Wir bewegen uns nicht gleichzeitig, sonst kippt das Boot. Tomi wird wie immer das Ruder übergeben. Die beiden Männer paddeln uns Damen sachte durch den „Two River“ der in den „Milk River“ mündet. 

Captain Tomi am Ruder 

Hier sehen wir das Manatee Weibchen. Darauf haben wir so gehofft. Vorne sieht man die Schnauze die aus dem Wasser ragt mit zwei Nasenlöchern. Sie kommt nur kurz hoch zu atmen und taucht sofort wieder ins tiefe Wasser ab. Das Weibchen ist etwa doppelt so gross wie unser Boot. Leider haben die beiden heimischen Manatee Weibchen keine Nachkommen. Sie leben ganz alleine in diesen Gewässern, wo die Tiere ruhe und idealen Lebensraum haben. Mit ihnen werden wohl die letzten Manatees in Jamaika aussterben. Es fehlt ein Manatee Männchen, das die Fortpflanzung sichern würde. Offenbar fehlt es am nötigen Geld wie uns der Wildhüter erzählt. Wir sind traurig das zu hören. 



Little Ochie - Südküste Jamaikas - 


Vom Alligator Hole fahren wir vom Hinterland zurück zur Südküste und erreichen die kleine Ortschaft Littel Ochi. Uns fällt einmal mehr auf wie schmutzig die Südküste Jamaikas teilweise ist. Hier eine Müllhalde an Plastikabfällen am schwarzen Sandstrand. Eine Schande. Es fällt uns auf, dass überall wo keine Touristenhochburgen sind, es vor Abfällen nur so strotzt. Sehr unappetitlich. Der Müll so scheint es ist gleichmässig an den Strassenrändern verteilt, guckt man in die Büsche, ist alles voller Plastikmüll. Und offenbar schert das hier niemand, aufräumen scheint ein Fremdwort zu sein. 

Typische Behausung der Jamaikaner im Hinterland. Neidisch sind wir um die schönen Palmen und den Meeresblick. 

Uns ist der Appetit schon fast wieder vergangen, obwohl wir seit dem Morgen nichts gegessen haben. Es ist bereits die 2. Hälfte des Nachmittags angebrochen und der Hunger nagt. Little Ochie soll eines der besten Restaurants für Fischspezialitäten auf ganz Jamaika sein, deswegen haben wir hier einen Halt eingeplant. 

Auf den Fotos habe ich natürlich nur die Sahneschnittchen aufbereitet. Wie es um Litte Ochi herum aussieht wollt ihr nicht wirklich wissen. 

Kenil geht frohen Mutes voraus ins Haupthaus, wo eine schummrige Bar und die Bestelltheke steht. Es ist dunkel, wirkt schmuddlig dort drinnen und es riecht streng nach Fisch. Mein Magen rät mir, hier schnellmöglichst zu verschwinden. Ich gehe ans Tageslicht zurück und Tomi bestellt für mich mit. 

Während wir auf unser Essen warten, besuchen wir am Strand die vielen Fischerboote. Entweder ist es der schwarze Sandstrand der uns so garnicht recht gefällt oder wieder die Abfälle oder die abgehalfterten Fischerboote. Alles wirkt sehr ärmlich und ungepflegt. 

Dann finden wir doch noch Gefallen an Little Ochie, oder viel mehr an den farbigen Fischerbooten die zahlreich am Strand stehen und als Sitzgelegenheit dienen. Wir nehmen Platz im freundlichsten Boot und warten bis uns das Essen serviert wird.  

Noch nie haben wir einen derart leckeren Jerk-Redsnapper gegessen. Voll des Lobes zum Koch, meinte er nur; das sagen alle unsere Gäste. Er zeigt uns seine weissen Zähne während er vom einem bis zum andern Ohr grinst. 

Die gelben Halbmonde heissen Bammy. Es wird aus Cassava Mehl hergestellt, in der Pfanne knusprig fritiert. Festival heisst das Gebäck das aussieht wie unsere Schenkeli zur Fastnachtszeit in der Schweiz. Sie schmecken auch fast gleich, ein bisschen süsslich und knusprig. Das sind die beiden Beilagen die auf Jamaika traditionell zu jedem Gericht gereicht werden. Ich persönlich hätte ein Jamaikanischer Reis mit Bohnen dazu bevorzugt. 

Tschüss Little Ochie, es war ein Genuss! 

Jake’s Hotel - in Trasure Beach - 

Für zwei Nächte werden wir in diesem hübschen und gemütlichen Hotel absteigen, das uns mit der farbigen Einrichtung an ein Hundertwasser Haus erinnert. Ein lauschiger natürlicher Garten mit vielen Blumen, Bäumen und lauschigen Sitzgelegenheiten, direkt am Meer. 

         

   

   


YS Wasserfälle

Von Tresure Beach aus fahren wir eine Weile durch das Hinterland in eine sehr ländliche grüne und üppige Gegend. Pferdeweiden und Landwirtschaft stechen hier hervor. 


Die YS Wasserfälle sind mit den mit den Dun’s Wasserfällen in Ocho Rios vergleichbar. Hier ist nichts mit Gemütlichkeit. Massen von Touristen werden mit Bussen durch den Wald gefahren und am Fuss der Wasserfälle abgeladen. Schon von Weitem sehen wir Menschenmassen auf den Kaskaden und eiernde Menschentrauben sich Hand in Hand mit den Tour Guides die Fälle hinauf kämpfen. Ein lustiges Bild was sich uns da bietet. Wir beschliessen uns nicht durch die Massen zu wälzen und gehen zurück wo wir auf Dan und Rose von der SY Exit Strategie treffen. Sie sind gerade vor Anker im Blackriver an der Südküste Jamaikas. Wir freuen uns einander wieder zu sehen und quatschen ziehmlich lange miteinander. 

Die YS Wasserfälle befördern diese Tage braunes Wasser, was uns noch weniger einlädt zu baden. 



Pelican Bar - Südküste -

Mit Fischerbooten werden Touristen vom Strand aus an die Pelikan Bar geschippert. Zuerst muss Hand angelegt werden und ein Fischerboot wird auf Holzstämmen ins Meer befördert. Ziemlich strenge Arbeit, da müssen alle Männer mithelfen. 


   Bitte einsteigen. Die Möwen schauen uns neugierig zu. Los geht die kurze Fahrt zur Pelikan Bar.  



Eine Holzkonstruktion auf Pfosten mit zusammengeschusterten Brettern ergibt diese Touristenattraktion draussen auf dem Meer. Eine Bar für alles Sinne; mit Red Stripe und selbstgekochtem Essen wird gechillt. Bei ohrenbetäubend lauter Musik zieht uns der Duft von Ganja-Schwaden durch die Nase. Das Partyvolk trifft sich hier zum freuchtfröhlichen get together. 

Wir chillen einwenig mit Red Stripe und stehen im lauwarmen Wasser bis zum Bauchnabel. Schnatternd mit einer freundlichen Östreichischen Familie fliegt die Zeit vorbei. Wir müssen wieder zurück zum Strand wo Kenil wartet. Der arme Kerl kann nicht schwimmen, und wird auf einem Boot sofort    Seekrank. Deshalb wollte er lieber nicht mit zur Pelikan Bar.  Trinken und Fahren geht für ihn auch nicht, da ist er sehr seriös. 

Bambus Allee - im Süden -

Wir kommen zur berühmte Bambus Allee, die etwa 2 Km lang ist. Eine schöne Abwechslung zwischen den schattenspendenden, dicht und hoch gewachsenen Bambusbüschen hindurch zu fahren.




Kokos Plantagen - im Süden -

Hinter der Bambus Allee sind Kokos-Felder angelegt. Entlang der ganzen Bambus Allee werden Kokosnussgetränke und Erdnüsse sowie Früchte verkauft. 


Aus diesen Kokosnüssen kommt die leckere und sehr erfrischende Kokosmilch. 


Mayfield Falls - mittem im Jungle -

Die Mayfield Falls sind (noch) weitgehend vom Massentourismus verschont. Die Mayfield Falls sind eine Reihe von Wasserfällen am Mayfield River in der Gemeinde Westmoreland. Insgesamt gehören 21 Kaskaden zu den Wasserfällen. Der höchste, der mit seinen drei Metern Höhe den Spitznamen „Waschmaschine“ trägt, ist hoch genug, dass Besucher hinter ihn laufen und mit den Wasserstrahlen spielen können. Im Dschungel rund um die Fälle gibt es unzählige Pflanzen und eine Vielfalt an exotischen Vogelarten, Schmetterlingen und anderen einheimischen Tieren.

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Basiscamp und Ausgangsort zu den Fällen

Als wir auf dem Parkplatz ankamen, regnete es wie aus Kübeln, und wir hatten zuerst keine Lust uns in die Badehose zu stürzen. Die Fahrt zu den Mayfield Falls war jedoch lang und schliesslich ist es trotz Regen immer noch sehr warm. Der steile Abstieg vom Parkplatz durch den Dschungel ins Basiscamp war genau richtig! Der Abenteuer Gest ist erwacht. In der Badehose und den Antirutsch Badeschuhen beginnen wir mit unserem Tour Guide die Wanderung durch den dichten Dschungel. Über eine Bambusbrücke und unwegsames steiles Gelände erreichen wir die Fälle. Es ist der einzige Weg diese Schönheit zu erleben.

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Wir wandern die Kaskaden der Mayfield Falls hoch und baden in erfrischend kühlem und klarem Wasser. Wir schrubben uns gehenseitig mit natürlichem Lehm die Haut ein und geniessen eine Rückenmassage unter den Fällen. Eine wohltuende Wellness Oase mitten im Dschungel. Genuss pur! Die Mayfield Falls ziehen sich enorm in die Länge, sodass wir niemandem sonst begegnen. Durch den vielen Regen war das Gelände extrem rutschig und wir gingen sozusagen wie auf Eiern den Weg zurück zum Basiscamp. 

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Mayfield Falls 


Negril - 7 Mile Beach - Südküste - 

Für die nächsten zwei Tage sind wir in einem Hotel an der 7 Mile Beach einquartiert. Wir geniessen ein paar entspannte Stunden an der Beach und schauen dem bunten Treiben am Strand zu. 


Jamaikaner verkaufen am Strand allerlei Souveniere. Ein kleines Aquarell muss mit in unser Gepäck 

Der 7 Mile Beach mit pudrig schönem Sandstrand und herrlichem Morgenspaziergang.

   Natürlich gehört auch in Negril ein kitschig schöner Sonnenuntergang zum Programm. 

    Nicht zu vergessen meine heiss geliebten Pinacoladas an der Strandbar. 

Unterwegs zum Direktions Apéros des Hotels. Sie lassen für einmal Häppchen und Drinks springen. 


Royal Palm Reserve - Negril -

Vom Hotel aus machen wir eine Flussfahrt und eine Wanderung zum Naturschutzgebiet Royal Palm Reserve. Unser Tour Guide heisst „Kingman“ und ist eigentlich Fischer und ein lustiger Vogel. Er kann ein paar Sätze Deutsch sprechen und schon nach kurzer Zeit gibt er seinen Mix aus Deutsch/Englisch zum Besten. Wir krümmen uns vor Lachen. So aus dem Nichts bringt er Wörter wie; „das ist das Scheisshaus“. Oder wo es gerade passt; „leck mich am Arsch“ Das ist ein Fugel wie Vogel usw. Wir erfahren viel über das Royal Palm Reserve, das leider schon seit 15 Jahren geschlossen ist. Für einen kleinen Obolus von 10.- USD pro Person lassen uns die Security auf eigene Gefahr in den Park. 

   Über teilweise morsche Holzstege führt ein Rundweg um das Sumpfgebiet der Royal Palm Reserve. Viele Palmen, Bäume, Büsche, Blumen und wilde Pflanzen bewundern wir im Park. Er ist tropisch und dicht bewachsen, dieses Gebiet scheint undurchdringlich zu sein. 

  

Die Afrikanische Tulpenblume enthält Regenwasser, die Papageien lieben es, denn es ist durch die Blume süss geworden. 

   Es gibt einen Aussichtsturm wo wir vorsichtig hinaufsteigen, doch er macht uns einen robusten Eindruck und hält unser Gewicht aus. Von Oben hat man einen schönen Blick über den weitläufigen Park. 

Schade, dass dieser Park nicht mehr bewirtschaftet wird. Offenbar ist der Preis für den Park zu hoch. Die Regierung findet keinen Käufer. 


Rockland  Kolibris - Montego Bay -

Heute verlassen wir das süsse Nichtstun in Negril und fahren ins Hinterland wo wir die bekannte „Fern Gully“ durchfahren. Hier wurde einst eine 20 Meter Tiefe Schlucht in das harte Gestein im tropischen Regenwald gehauen um eine Druchgangsstrasse zu bauen. Es ist etwas kühler und dunkler in der Schlucht, es kommt fast kein Tageslicht durch die dichten Baumkronen herein. Rechts und links von der Strasse ragen mit dichten tropischen Farnen bewachsene Felsen senkrecht in die Höhe. Mehrere Kilometer führt uns der Weg über den Berg hinunter an die Hauptstrasse hinter Ocho Rios. Wir erreichen inmitten im Regenwald das Rockland Haus welche viele Vogelarten beherbergt. 


Mittem im Regenwald steht alleine dieses hübsche Haus wo einst eine Vogelfreundin lebte. Sie fütterte die Kolibris und weitere Vögel. Es dauerte zwei Jahre bis die Vögel zutraulich wurden und blieben. 

   

Wir bekommen je ein kleines Fläschchen in die Hand welches mit Zuckerwasser gefüllt ist. Vorne hat es ein Loch, damit die Kolibris mit ihrer langen Zunge den Nektar fressen können. Kaum setzen wir uns hin schwirrem bereits mehrere Kolibris um uns herum. Sie setzen sich auf einen Finger oder trinken im Flug. Faszinierend! 

Ein Mango Kolibri mit seinen wunserschönen Farben. 


Wie kleine Dronen hört sich das surrende Geräusch der Kolibris an wenn sie um uns herum fliegen. 



Rasta Village - Montego Bay -

Auf das Rasta Village sind wir sehr gespannt und freuen uns auf diesen einzigartigen Besuch. Echte Rastafaries mit ihren Dreadlocks und einer ganz eigenen Lebensphilosophie zu treffen finden wir grossartig. 


   Wir warten im Restaurant Montego Rivergarden bis uns ein Rastafari in Empfang nimmt. Der freundliche Rastamann, mit echten Dreadlocks kommt Barfuss über die Wiese geschlendert und begrüsst uns herzlich mit seiner selbst gebastelten Pfeife an der er immer mal wieder nuckelt. Schon jetzt kommt mir diese Szene saureal vor, als ob er tagtäglich eine Touristentour macht. Sein Outfit mit Hemd und Hose wie es bei uns die Bauern tragen, ein bisschen abgetragen aber gepflegt und sauber. Ist er wirklich ein waschechter Rastafarie oder spult er nur eine eingespielte Rolle ab? Wir nehmen ihm sein Auftreten nicht so recht ab. 


Wir schlüpfen schon mal in unsere Badeschuhe, gleich überqueren wir den Fluss. Wir trotten dem Rastafari hinterher der uns in sein „Dorf“ führt. Kaum da, werden wir schnurstracks einem anderen Rastafari zugeteilt der uns zeigt wie sie traditionell heisse Schokolade zubereiten. 

Der Cocoa Baum mit gelben fast reifen und grünen unreifen Kakaofrüchten



In diesem Topf werden die geschälten Kakaobohnen auf offenem Feuer eine halbe Stunde gewendet bis sie kross geröstet sind. Wir dürfen Hand anlegen und die Bohnen wenden. 

   Die gerösteten Kakaobohnen werden in einen ausgehöhlten Baumstamm gegeben und kräftig mit einem Holzstössel zerquetscht bis feines Schokopulver entsteht. 

   Wir bekommen je eine Kalabaschschale und den bereits vorbereitete Kakao. Er schmeckt super!       

Mit Rohrzucker, Zimt, Muskat, Allspice und Kokosmilch angereicherte Schokoladenpulver ergibt diesen leckeren Kakao. 

Nach dem Kakao wurden wir zum Trommelmann geführt. Der erzählte uns, dass er mit Leib und Seele seine Ziegenfelltrommeln herstellt. Die Rastafari essen kein Fleisch, aber die Ziegenfelle verwenden sie. Auch das Holz meint er ist Abfallholz welches weggeworfen wird. Er beteuert uns, dass jede einzelne von ihm gefertigte Trommel aus seinem ganzen Herzen kommt und derjenige des sie kauft für immer mit ihm verbunden bleibt. 

    

Wir kommen zur Seifenherstellung. Wir setzen uns in winzige ausgediente Schulbänke und lauschen dem Vortrag zur Herstellung von Seifen. Mit verschiedenen Aromaölen und Zutaten wie Schokolade, Ingwer, Turmaric, Aloevera oder Kokosnuss veredelt wird die Seifenlauge in Förmchen abgefüllt und 6 Wochen stehen gelassen. Die Seifen riechen aber alle einheitlich neutral. Ein hübsches Mitgebringsel aus dem Rasta Dorf.


Wir werden nach der Seifeneinlage an den letzten Stand befördert: Selbstgemachter Schmuck. Ich kaufe aus Anstand ein kleines Armband, obwohl es nicht wirklich Schmuck ist der mir gefällt. 

Das Rasta Dorf: Hier ist der Platz für die monatlichen Rastafari Partys die sie für Touristen organisieren. Es werden traditionelle Instrumente gespielt, getanzt, gekocht und gegessen. Vielleicht auch Ganja geraucht, das wissen wir nicht. Es wird ein bisschen Theater gespielt und damit hat es sich auch. 

Das richtige Rasta Dorf wo auch Frauen und Kinder leben sahen wir nicht, das liegt etwas abseits und ist hinter einem hohen Zaun verborgen. Das was wir sahen wurde für Touristen errichtet und hat nichts mit dem zu tun wie die Rastafari tatsächlich leben. Wir nennen den Besuch Touristenverarschung. 

Wir haben viel gefragt und viele ausweichenden Antworten erhalten. Wir wissen nach dem Besuch nicht mehr und nicht weniger über die Lebensweise der Rastafaris. Eigentlich war es eine einzige Darbietung von Produkten die sie herstellen und an Touristen verkaufen, und damit hat es sich auch…. schade! 

Weil ich es immer genau wissen will, bin ich beim Surfen auf interessantes gestossen, das will ich Euch nicht vorenthalten. 

Rastafari wird in Jamaika häufig zu Rasta abgekürzt; auch Rastafarianismus ist eine in Jamaika in den 1930er Jahren entstandene, heute weltweit verbreitete Glaubensrichtung, die dem Christentum entsprungen ist und viele alttestamentliche Bezüge aufweist. Die Bewegung lehrt die 

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Göttlichkeit Haile Selassies.

Der Begriff Rastafari leitet sich vom Prinzennamen des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, nämlich Lija Ras Täfärí Mäkonnen ab. „Ras“ bedeutet in der amharischen Landessprache Äthiopiens „Kopf“ und war einer der höchsten Titel am äthiopischen Kaiserhof. Er stand damals nur den Verwaltern der größten Provinzen zu und war der höchste militärische Dienstgrad, den nur der Kaiser verleihen konnte. Auch einigen hohen Würdenträgern der koptischen Kirche stand das Recht zu, den Titel eines Ras zu führen. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Titel häufiger verwendet. Ein Ras hatte das Recht, 24 Zeremonientrommeln (Negarits) zu führen. Der Titel ist in der Bedeutung ungefähr einem Herzog vergleichbar.

Bewegung Die Rastafari sind eine typische Heilserwartungsbewegung und soziale Bewegung. Ihre Hauptmerkmale sind: Die Anerkennung Haile Selassies als wiedergekehrtem Messias und lebendigem Gott auf Erden, die Ablehnung des westlichen politischen Systems (das sie als Babylon-System oder Babylon bezeichnen und als korrupt und diskriminierend ansehen) sowie der Kampf für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung. In Zusammenhang mit der Gründung der Rastafari-Bewegung in Jamaika steht Marcus Garvey, der Gründer der Back-to-Africa-Bewegung. Garvey sagte in den 1920er Jahren die Krönung eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika voraus. Die Krönung Haile Selassies (amharisch für „Macht der Dreifaltigkeit“) zum Kaiser von Abessinien im Jahr 1930 wurde als Erfüllung dieser Prophezeiung gewertet, auch wenn er selbst stets abgelehnt hat, der Messias zu sein. Einige Rastafaris ließen später die Idee von der Göttlichkeit Haile Selassies fallen und wandten sich der christlichen Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche zu.

Religion Unter den Rastafari herrscht die Auffassung, dass Gott drei Mal in Gestalt eines Menschen auf der Erde erschien: Die erste Inkarnation in der Gestalt des Melchisedek, die zweite als Jesus Christus und die dritte und letzte als Haile Selassie I., der die Sieben Siegel öffnet und das Armageddon  einleitet. Haile Selassie gilt den Rastas als die in der Bibel angekündigte Wiederkehr Jesu Christi. Im Gegensatz zu Juden, Christen und Muslimen warten die Rastas demnach nicht mehr auf das (gegebenenfalls erneute) Erscheinen des Messias, sondern sehen dies bereits durch die Krönung Haile Selassies als erfüllt an. Die oft benutzten Ausdrücke „Auserwählter Gottes“ und „Siegreicher Löwe von Juda“ sind jedoch nicht, wie oft angenommen, die Krönungstitel Selassies, sondern Teil eines Glaubensbekenntnisses, mit dem die äthiopischen Kaiser traditionell ihre Briefe eingeleitet haben.

Ein weiterer Grundsatz ist die Forderung nach Repatriierung, also der Rückkehr in die afrikanische Heimat ihrer Vorfahren, die als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden. Inzwischen wurde die körperliche Rückkehr nach Afrika in eine „spirituelle Rückkehr“ umgedeutet, dennoch sind einige Rastafari nach Afrika übergesiedelt und haben dort eigene Gemeinden gegründet, beispielsweise im äthiopischen Shashemene. Viele Rastafari akzeptieren allerdings ihr Leben auf Jamaika oder anderen Ländern und streben nach einer „geistigen Rückkehr“ in die afrikanische Heimat. Es geht hierbei darum, den kulturellen Bruch, der durch die Versklavung ihrer Vorfahren entstand, zu überwinden, und sich positiv mit ihrer afrikanischen Herkunft zu identifizieren.

Körper Einige Rastafaris tragen Dreadlocks und ungestutzte Bärte als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit Gott. Die Dreadlocks sind außerdem ein Symbol für Naturverbundenheit und erinnern an die Mähne des Löwen von Juda. Sie wurden ebenfalls als Symbol der Abgrenzung zu der westlichen Ästhetik der „weißen Unterdrücker“ und somit als Zeichen des Widerstands verstanden. Einige Rastafaris haben auch das Gelübde des Nasiräers abgelegt, was die charakteristischen Dreadlocks und die langen Bärte zur Folge hat. Einige Rastas lehnen zudem das Tragen von Körperschmuck (Piercings und Tattoos) ab.

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Dreadlocks sind verfilzte Haare in langen Strähnen, die die Rastafari ihr ganzes leben meist nie schneiden und bis zum Boden reichen können. Die Dreadlocks werden häufig unter Mützen zusammengebunden und wie Turbane getragen. Dreadlocks können Mittels Chemie oder mit einer speziellen Häkeltechnik die Haare Strähnenwei ineinander verhäkeln, damit der verfilzte Look entsteht. 

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Rastas hingegen liegen nicht nur in Jamaika im Trend. Schon längst ist die Mode rund um den Globus hipe. Es sind lange gedrehte oder geflochtene Haare in trendigem Style meist mit Fremdhaar oder Kunsthar verlängert oder verdichtet. 

Braids nennt man die Technik für sämtliche Flechtfrisuren. Dazu nimmt man eine kleine Strähne der eigenen Haare und flechtet sie in ein Fremdhaar hinein, die Länge und Dichte  bestimmen. Es können bis zu 100 Haarsträhnen oder mehr in Rastas geflochten werden. Es werden auch Haarteile eingesetzt oder dicht am Kopf geflochtene und gedrehte Haare welche Teilweise schöne Muster entsehen lassen. 

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Braid Traumfrisur 


Ernährung
 Grundsätzlich lehnen die Rastafarians Alkohol sowie Tabak ab und ernähren sich möglichst ohne tierische Produkte und Salz. Sie glauben, dass sich der Mensch im Anfang der Schöpfung ausschließlich von Kräutern und Früchten ernährte. Dabei berufen sie sich auf 1 Mos 1,29 LUT: „Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen.“

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Itales Frühstück (u.a. mit AckeeKochbananeBrotbaumfrucht und Mango-Ananassaft)

Viele von ihnen, aber nicht alle, konsumieren gemeinsam auf rituelle Weise Cannabis (Ganja), das sie zum Meditieren oder zum „Reasoning“, d. h. Nachdenken oder mit anderen debattieren, nutzen. In Anlehnung an die Offenbarung des Johannes und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker“) wird Hanf auch als healing of the nation, „Heilung der Völker“, bezeichnet. 


Wir hoffen, dass wir nun auch für Dich einwenig Licht ins Dunkel der Rastafaris bringen konnten. Nur Klischees oder auch ein bisschen Wahrheit? Finde es selbst heraus.

Wir reisen inzwischen noch tiefer ins Hinterland und in die Berge zu einem wundervollen stillen Kraftort. 

Geddes Great House - Montego Bay - 

Wir verlassen das „ asta Dorf" und fahren zurück an die Nordwestküste Jamaikas. Wir fahren an Montego Bay vorbei wo ein Hotel neben dem andern liegt. Auch eines das 3000 Gäste beherbergt. Bald biegen wir wieder ab und kommen noch einmal ins Hinterland und fahren über Stock und Stein. Wir passieren schliesslich ein schwarzes Tor mit Messingverzierungen. Wir sind da im Geddes Great House. Im ströhmenden Regen empfängt uns Sarah die Besitzerin samt 4 schwarzen Labradoren und zeigt uns schnell unser Zimmer welches im Nebenhaus liegt und so gross wie einer drei Zimmer Wohnung ist. Um 18:00h ist Nachtessen im Haupthaus und weg war sie. 

Unser Zimmer. 


Aussicht vom Geddes Great House in die weitläufigen Berge Jamaikas.  


Geddes Great House aus dem 18 Jh. wurde einst als Herrenhaus für einen Plantagenbesitzer gebaut. Ein herrlicher Ausblick in die Berge und die Ländereien rund um dieses Anwesen ist einzigartig. Eine herrliche Stille umgibt uns überall. Das Haus hat einen marroden eigenwilligen Chic. 


Wer sich in Gedes Great House erholen darf wird sich geradewegs in dieses Haus verlieben. 

   Das Anwesen reicht über mehrere Etagen die man in verwinkelten und versteckten Treppen und Ecken erreicht. Die Einrichtung hat viel englischen Charme. Sehr alte und antike Möbel zieren die Räume. In der guten Stube trifft man sich zum Essen. 

  

Jedes der acht Zimmer ist anders und sehr chic eingerichtet. Alle haben ein sehr spezielles Bad, jedes ist anders. Hier liege ich auf dem Hochzeits Chaiselongue. 

   

       Das Frühstück serviert uns Sarah im herrlichen Garten umgeben von zwitschernden Vögel und Springbrunnen Geplätscher. 



Sarah ist unsere bezaubernde Gastgeberin und Besitzerin dieses wunderschönen Anwesens. Sie ist 71 Jahre alt und flink wie ein Wiesel. Nach der Pensionierung ihres Mannes kauften sie sich dieses Haus. Sie planten ein Gästehaus daraus zu machen und ihren Lebensabend an diesem wundervollen ruhigen Fleck auf Jamaika zu verbringen. Leider starb ihr Mann nach 45 Ehejahren ein halbes Jahr nachdem sie das Haus gekauft hatten. Sarah wollte die Villa verkaufen, doch niemand wollt sie haben. Sie blieb, und richtiete jeden einzelnen Raum mit Möbeln und Antiquitäten aus England ein. Sie legte überall Hand an und brachte ihren eigenen Stil und ihren Spirit in dieses Anwesen. 

Sarah schenkt mir einen ganzen Bund Blätter von Soursop Baum, damit koche ich Tee. Ein andere Art Tee soll ich mit den beiden jungen Canabis Pflanzen kochen, meinte sie und gab sie mir mit. 

Heute lebt Sarah mit ihren vier Labrador Hunden in diesem wunderschönen Haus. Acht Angestellte unterstützen sie. Sie betreibt eine eigene Hühnerfarm wo glückliche Hühner leben, für den Eigenverbrauch. Viele Pflanzen und Bäume wie Avocado, Mango, Papaya, Soursoup, Ananas, Muskatnuss gedeihen hier in dieser Lage ausgezeichnet. Sie legt grossen Wert auf Bio Qualität. Es wächst alles ganz natürlich ohne Verwendung von Pestiziden. Es wird nichts gespritzt, alles hat seinen natürlichen Werdegang. Sie verwöhnt ihre Gäste mit frischen Früchten aus dem Garten zum Frühstück. Sie führt uns über das ganze Anwesen, zeigt uns Ihren Garten und den riesigen Umschwung. Sie erzählt uns die interessannte Geschichten, die das Haus umwirbt. Heute könnte sie das Anwesen fast wöchentlich einmal verkaufen, so begeistert sind ihre Gäste von diesem Kraftort, dieser Lage und diesem charmanten Traumhaus.

Sarah mit zwei ihrer anhänglichen und verschmusten Labradoren. 

Wir verabschieden uns von Sarah und wir wissen, dass wir sie wieder besuchen werden. 


Sun Valley Obstplantage 


Unser letzter Besuch und nächster Vitaminschub folgt mit der Besichtigung der Obstplanage. Nur ein kleiner Ausschnitt aus der unglaublich vielfältigen Obstplantage in Bildern.  An die 30 verschiedenen Pflanzen wurden uns gezeigt. 

 Kenil und Tomi geniessen eine Rauchpause bevor die Führung durch den Garten beginnt. 

Jackfrucht 


Muskatnuss

 Bananen

Der Plantagen Mitarbeiter zeigt uns wie er in 30 Sekunden eine Kokosnuss öffnet. Die Kokosmilch ist sehr nahrhaft und erfrischend. Wir dürfen degustieren. 

Reife Kochbananen gebraten, grüne Kochbananen gebraten, Kokos, Zuckerrohr, Sternfrucht, Papaya, O.T.T. Äpfel oder auch Jamaika Apfel genannt und die Soursop. Köstlich! 

Am Ende der interessanten Führung durch die Obstplantage, dürfen wir einige der Früchte verkosten. Wir sind überrascht wieviele verschiedene Früchte auf Jamaika überhaupt gedeihen. Schon alleine ein Dutzend verschiedene Mangosorten sind hier anzutreffen. An Vitaminmangel wird hier sicherlich niemand zu Grunde gehen. 

Unsere Jamaika Rundreise geht dem Ende zu. Kenil fährt uns zurück nach Port Antonio, welches wir in etwa einer Stunde erreichen. Wir verabschieden uns von Kenil, der ärmste muss am gleichen Abend zurück nach MoBay fahren, das dauert seine ca. 4 Stunen. 

Wir sind happy wieder auf unserer SeaBorne zu sein und lassen die nächsten Tage in Erinnerung an eine wundervolle Rundreise an uns vorüberplätschern. 

Errol Flynn Boatyard - Port Antonio -

Inzwischen ist der April ins Land gezogen. George will den Slip Test vor Ort mit unserer SeaBorne machen. Wir wollen sicher sein, dass die SeaBorne zwischen den Betonmauern Platz hat und sicher mit dem Kran aus dem Wasser gehoben werden kann. 

Die Messwerte zeigen, dass unsere SeaBorne gut hineinpasst. Für die Fender hat es zwar keinen Platz mehr. George bringt uns 5cm dicke Polstermatten die zwischen Mauer und Schiff angebracht werden können. Wir sind sicher alles wird klappen. 

Die Bootswerft von Port Antonio 

Am gegenüber liegenden Ufer liegt unser Sommerlager, die Bootswerft. Dort gibt es auch eine Tankstelle. Wir wollen nun versuchen, unsere SeaBorne über den Sommer hier an Land zu stellen. Es ist sicherlich nicht die einmalige super Werft, wo mann alles machen lassen kann wie es in Aruba war. Doch sie erspahrt uns den Weg in die ABC Inseln hinunter zu segeln, was wieder 5 Tage harte Arbeit bedeuten würde. Dafür besteht hier ein etwas höheres Hurricane Risiko als auf den ABC Inseln.

Eigentlich wollten wir nochmal nach Little Cayman segeln um dort nochmals ein paar Wochen zu Tauchen. Ende Mai dann nach Hause in die Schweiz fliegen, das schien uns ideal. 

Leider müssen wir unsere Koffer etwas früher als geplant packen. Wir fliegen bereits am 24. April in die Schweiz. Für den neuen Jeames Bond Film werden einige Filmsequenzen in Port Antonio gedreht. Das Filmset wird die Marina, die Bootswerft, der gesamte Bereich im Wasser bis zur Ausfahrt der Bucht beanspruchen. Das heisst, während dem Dreh dürfen keine Schiffe passieren, weil es Wasser und Flugzeugszenen gibt. Es wird geschossen (inszeniert) Rauch und Feuer wird produziert. Alle Schiffe müssen die Westbucht und Ankerplatz verlassen. Nur diejenigen Schiffe in der Marina dürfen bleiben. Die Marina ist jetzt schon bis zum letzten Platz belegt. Eine Platzreservation kann niemand garantieren. Der Dreh geht offiziell bis zum 19. Mai. George hat uns seinen Filmplan kopiert. Er meint, fast Täglich wird der Plan erneut abgeändert. Wir wollen auf Nummer sicher gehen, dass die SeaBorne sicher in der Werft verankert ist und entscheiden, dass wir vor dem ganzen Jubel und Trubel die Fliege machen.

Wir haben nun viel Zeit alle Arbeiten die anfallen in Angriff zu nehmen. Das Grosssegel und der Grossbaum, sowie das Genuasegel müssen entfernt werden. Eine Schweisstreibende Arbeit bis die ganzen Tücher im Trockenen sind. Es müssen alle Sonnenschütze entfernt und gereinigt werden, bevor wir sie im Schiff verstauen können. So auch die Polster und Kissen. 

Während unserer Abwesenheit werden Rudy und Hulk ein einheimisches Paar, Sorge um die SeaBorne tragen. Sie werden die SeaBorne alle zwei Wochen waschen. Mit Wachs bekommt die SeaBorne dann ihr eigenes Wellnessprogramm. 

Liebe Grüsse aus Port Antonio, Jamaika / Nadine & Tomas  

Sar fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012