Auszeit im Paradies - Grand Cayman - Lockdown 15. März 2020


Veröffentlicht am 20. Juni 2020 von Nadine


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Quarantäne auf der SeaBorne 

Dümpeln im Hafen von Georgetown

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Grand Cayman aus der Luft 

Die Welt ist eine andere geworden. Hier in der Karibik, genauso wie überall auf der Welt. Die Covid 19 Pandemie warf ihre Ansteckungswelle wie einen Schatten über sämtliche Kontinente. Niemals hätte man gedacht, dass ein weltweiter Lockdown möglich wäre. Ein Rückblick, wie wir die Quarantäne auf der Insel erlebt haben. 

Wir hängen nun seit nunmehr 3 Monaten, oder 12 Wochen, oder 90 Tage (ihr könnt euch etwas aussuchen!) an einer roten Boje im Hafen vor Georgetown auf der Hauptinsel Grand Cayman.

Wir waren froh und sehr dankbar, dass wir trotz Einreiseverbot für Schweizer, eine Ausnahme zum Gastrecht auf Grand Cayman  erhielten. Es war ganz schön knapp! Und ganz sicher waren wir auf dem eigenen Schiff vor einer möglichen Ansteckung auf der sicheren Seite. Seit Wochen schon ist auf der Insel Maskentragepflicht. Ausweis- Kontrolle beim Eingang in den Supermarkt. Denn nur 3 x die Woche sind wir nach der Alphabeth-Regelung mit Einkaufen dran. Das heisst: Mo. Mi. Fr. ist unser Einkaufstag, nur dann dürfen wir an Land. Desinfekionsmittel werden uns vor Einlass in den Supermarkt auf die Hände gesprüht, notabene in gebührendem Abstand. Wir finden diese Massnahmen richtig und gut. Schon nach kurzer Zeit trägt man die Schutzmaske ganz selbstverständlich bei sich. Schutzmasken gibt es inzwischen auch überall zu kaufen (aus China selbstverständlich). 

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Die Supermärkt sind immer gut bestückt, es fehlte uns während der ganzen 12 Wochen Quarantäne an nichts. 


      Wir tragen unsere selbstgemachten Masken…hot, hot, hot! 

Wegen der langen Warteschlangen an der prallen Sonne vor dem Supermarkt haben wir unsere Einkaufsstrategie geändert. „Ältere" Leute ab 60. und schwangere Frauen bekommen ohne Anstehen Einlass. So wird künftig mein „Liebster“ zum Einkaufen gehen. 

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Alle Restaurants geschlossen: Meals on Wheels  / Essen auf Rädern während des Lockdowns. Ein Gruppe von Helfern liefern Mahlzeiten für ältere und behinderte Menschen aus. Die Solidarität unter den Einheimischen ist gross. 

Das Leben auf der Insel ist praktisch zum Stillstand gekommen. Hotel- und Kreuzfahrt Gäste haben die insel schon lange verlassen. Und mit ihnen auch tausende von Angestellten, die aus der ganzen Welt stammen, um hier in der Tourismusbranche oder auf dem Bau zu arbeiten. Immer noch werden Rückführungs Flüge organisiert für die jetzt arbeitslosen Angestellte die in ihre Heimat zurück wollen. Die sonst so lebhafte Seven Mile Beach ist menschenleer, ebenso wie die grosse Anzahl an Hotels und Appartements.

Vor der Corona Pandemie lagen im Hafen in George Town täglich bis zu 6 Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Unser Dinghi ist jetzt als einziges Böötli am leeren Steg auszumachen.  

Die Cayman’s wollen ihre Grenzen bis Ende September geschlossen halten. Das macht eine Abreise für uns schwierig. Ob künftig je wieder ein Kreuzfahrtschiff auf den Cayman’s anlegen wird ist zur Zeit fraglich. Man prüft die Optionen einen nachhaltigen Tourismus zu zu fördern ohne den Massentourismus von Kreuzfahrtschiffen. 

Wir warten ab und zählen Schäfchen. Eines Morgens, den Blick aus der Kojen Luke in den speziell schönen Schäfchen-Himmel.

 

8. Woche Lockdown & Ausgangssperre 

Kein Landgang oder Strandhalt mit dem Dinghi. Kein SUP. Kein Schnorcheln und kein Tauchen oder Schwimmen, alles ist verboten. Für unsere Einkäufe im Supermarkt, 1 x die Woche müssen wir eine Erlaubnis bei der Küstenwache via Funk anfragen, damit wir mit dem Dinghi an Land dürfen. Sind wir wieder zurück müssen wir uns zurück melden. 

Wir sind mit vielen Seglern verbunden, weltweit. Sie alle leben auf ihren Yachten und stecken irgendwo in einem fernen Land oder auf einer Insel fest. Die Destinationen reichen von der USA Ostküste bis nach Grenada in der Ostkaribik. Von den ABC Inseln vor Venezuela bis an die Zentralamerikanische Küste von Guatemala, Belize und Mexiko. Und nicht zuletzt bis in die Südsee und nach Europa. Alle haben die gleichen Sorgen und Ängste, alle stecken sie fest, können nicht weiter. Jene in der Karibik fürchten die kurz bevorstehende Hurrikansaison, und stecken mitten im Hurrikan Gürtel fest. Andere Segler befinden sich in der Monsun-Regenzeit. Man ist zwangsläufig Teil einer Gemeinschaft in dieser problematischen Zeit, die nicht nur gestrandete Touristen ausbremst sondern auch wir, eine kleine Gruppe von Langfahrten Segler.  

    Lockdown - Abfall Entsorgungs Streik - 

Gestrandete Fischerboote in Georgetown. Im Hintergrund drei Yachten an der Boje. 

Nach den weltweiten Lockdown’s ist bei uns immer noch eine gute Stimmung an Bord. Wir nehmen die Situation gelassen und demütig an. Wir haben unseren eingespielten Tagesablauf, von daher ändert sich für uns nicht sehr viel. Wir lieben die Einsamkeit so oder so auf unserem Katamaran. 

Tomi liest viel und gerne. Er verschlingt die Bücher geradezu. TOLINO Reader mit über 5000 Bücher zur Auswahl sei Dank. Zwischendurch muss er da und dort eine kleine Reparatur am Schiff machen, da und dort etwas auf Vordermann bringen. Die  lange Wartungsliste lässt den Segler niemals ruhen. Nebenbei ist er der Navigator an Bord. Routen Planer und High Tech Fan. 

Ich bin zuständig für die Kommunikation, die Bordküche, den Schiffs Haushalt und das Sportprogramm. Trotz diesen Aufgaben haben wir immer noch reichlich Zeit übrig. Den Sprung in den grossen blauen Pool zur Erfrischung ist eines der Tages High lights, das lassen wir uns nicht nehmen! (wenn gerade keiner guckt!) Das Meer ist klar und türkis blau. Pure Freude hinein zu springen. Wir spielen leidenschaftlich Gesellschaftspiele und hauen uns gegenseitig über’s Ohr bis wir uns kringeln vor lauter Lachen. Wie schön kann das Leben an Bord sein. 

Sonnenuntergang um 19:00h in Georgetown, Grand Cayman

Jeder Sonnenuntergang ist ein Genuss. Mit einem coolen Sundowner in der Hand halten wir Ausschau auf einen Green Flash, das ist beinahe schon Pflicht Programm und fasziniert mich immer wieder auf’s Neue. 

Kombüsen Geflüster  

Nach dem Sundowner….Es ist Zeit für die Bordfrau einen leckeren Z’nacht aus der Kombüse zu zaubern. Ich koche gerne aufwändige und ausgefallene Gerichte um meinen Liebsten zu überraschen. Manchmal stehe ich einen ganzen Nachmittag in der Bordküche und kreiere neue Gerichte. Ein wirklicher Segen auf dieser Insel ist die Versorgung. Man bekommt selbst die ausgefallensten Speisen und Zutaten. 80% stammt aus den USA, Lokale Gemüse- und Früchte Lieferanten bevorzuge ich selbstverständlich immer. 

Hier zum Beispiel habe ich aus einem Indonesischen Original Rezept eine Nasi/oder Bami Goreng Gewürzmischung aus 21 verschiedenen Gewürzen zubereitet. Die Gerichte sind hervorragend im Geschmack. 

Fernöstlichen Gerichte mag ich persönlich sehr gerne. Sie sind aber auch sehr zeitaufwändig in der Zubereitung. Ich stelle alle Currypasten und Saucen selber her. Gewürze und Mischungen wo möglich sind frisch. Man wird dafür mit einer Geschmacksexplosion im Gaumen überrascht.  

        Gefüllte Peperoni, Mahi Mahi Fisch mit Gemüse aus dem Ofen, Mariniertes Schweinsfilet vom Grill

Manchmal sind es auch leckere einfache Gerichte die den Gaumen erfreuen. Unser Bordgrill ist ideal für grosse Fleischstücke, Fisch und allerlei Gemüse. Bis auf das Gemüs ist da der Chef-Grillmeister Tomi gefragt. Er zaubert echte Leckerbissen von seiner Grillplatte.  

    Einmal eine Schweizer Käseschnitte aus der Heimat oder ein feuriges Chili con Carne aus Mexico…

      

Selbstgemachter Paneer (Indischer Frischkäse) Ein Indisches Gericht mit Paneer, Gemüse und Kokoscurrysauce, mit schwarzem Reis, ein Gedicht war es sagen wir euch. 

Leckere Gerichte sind immer ein high light im Corona Alltag. Mit einem Glas prickelndem Weisswein lässt es sich sehr gut leben auf der SeaBorne. 


Knast Geschichten 

Nach ca 10 Wochen Lockdown und Ausgangssperre, gerät die Stimmung der SeaBorne Crew kurzfristig in Schieflage und macht dem Schiffskoller Platz. Vor allem mir, der Bordfrau. Langsam hat sie  genug vom dieser Knast-ähnlichen Situation. Wir dürfen nicht so wie wir gerne wollen. Jetzt so langsam habe die Nase voll von dieser Panikmache. 


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Schiffs-Knast: Die Ausgangssperren sind es, die uns so langsam nerven. Man kann es auch übertreiben mit der Vorsicht. Es werden grossflächig Covid 19 Tests gemacht. Fast keine Ansteckungen und wenn dann meist asympthomatisch. 

Seit März herrschen neben dem Lockdown harte Ausgangsperren (24 Std. an den Wochenenden) und wechseln zu weichen Ausgangssperren unter der Woche (jeweils nachts für 12 Stunden) Die Polizei patrouilliert  sogar an der Sevenmile Beach, wohlverstanden in voller Polizeimontur, nicht etwa in der Badehose. 

Manchmal fühlen wir uns da draussen in der Bucht auf unserer schwimmenden SeaBorne wie auf einem Militärstützpunkt, nach der Mobilmachung. Helikopter fliegen tief über uns hinweg und über die ganze Insel. Boote der Küstenwache drehen ständig ihre Runden auf dem Wasser. Und am Land wechseln sich die Sirenen von Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr ab. Nachts ist es besonders spannend, wenn man die Rot- und Blau leuchtenden und blitzenden Lichter am Land sieht und die Sirenen dazu aufheulen. Zum Glück fahren sie nicht noch mit härteren Geschützen auf. 

Die Polizei greift rigoros durch. Die Strafen für Sünder sind hoch!  3’000 USD und einem Jahr Gefängnis drohen bei Zuwiderhandlung der Ausgangssperren. 

Die See- und Flughäfen sind immer noch geschlossen, da fragt man sich doch mal so nebenbei, was mache ich eigentlich noch hier auf dieser Insel und wie kommen wir hier jemals wieder weg. 

Die soziale Abgeschiedenheit macht uns am meisten zu schaffen und dass wir die Boje nicht verlassen und nicht ins Wasser dürfen usw. 

Wir lesen, hören und forschen täglich immerzu über die neusten Corona-Ereignisse weltweit.  Entwicklung und Massnahmen die getroffen wurden um diesen Virus zu bekämpfen. Europa ist im Wiedereröffnungs-Modus wo hingehen Süd- und Mittelamerika schwer von der Corona Pandemie betroffen sind. Die See- und Flughäfen sind praktisch noch immer weltweit geschlossen. 

8. Hurrikan Saison für die SeaBorne 

Geschlossenes Souvenir Geschäft, Grand Cayman

Am 1. Juni startet die offizielle Hurrikan Saison. Es soll ein heftiges Hurrikan Jahr werden, das pfeifen bereits die Spatzen vom Dach. Der diesjährige "El Niño" wird seinen Beitrag dazu leisten. Die Wetterfrösche  erwartet bereits im Juni die ersten Hurrikane. Organisierte Segel-Flottillen machen einen Rückzug aus der Karibik über den Atlantik nach Europa. Um einerseits die Hurrikan Saison zu umschiffen oder auch die Heimreise zur Familie zu organisieren. Man spricht von derzeit 500 Schiffen die zurück segeln in sichere Gewässer. Zur selben Zeit gibt es die US-Amerikanische Organisation unter dem Namen "Salty Dwag“. Sie führt mehrere Segel-Flottillen Karibikweit zu verschiedenen Terminen und begleitet sie per Funk an die USA Ostküste. Freiwillige Helfer versorgen die Segler mit der Hilfe bei der Suche von Marinas oder behördliche Belange. 3 x Täglich werden die neusten Wetterdaten verkündet, sie helfen den Segler sicher in den gewünschten Hafen einzulaufen. 

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Strand von Grand Cayman, Seven Mile Beach

Langsam leert sich auch das grosse Bojen Feld vor Georgetown wo wir liegen. Noch im März waren wir 10 Segelschiffe. Mitte Mai sind wir noch zu zweit. Unsere SY SeaBorne und SY Jackson (Engländer) tanzen eigenwillig in den Brandungswellen. Wir treffen uns manchmal zufällig mit dem Dinghi auf dem Weg zum Supermarkt und wechseln ein paar Worte. Sozial Distancing! Zwei Holländer Crews und eine Schweizer Crew machten sich auf den langen Weg über die Bahamas zu den Azoren nach Europa auf. 

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Eine Australische Crew auf einem Katamaran und eine Franzosen Crew waren 72 Tage auf dem Wasser und nirgends durften sie Einreisen. Auf den Caymans durften sie drei Tage verweilen und wurden grosszügig verprofiantiert und betankt. Ein Abendteuer für 11 Junge Männer und Frauen das sie wohl nicht so schnell vergessen werden.  

Englische und Amerkanische Crews segelten an die USA Ostküste. Von Guatemala kommend, laufen immer wieder Schiffe zu Besuch auf den Caymans ein. Es ist ihnen gestattet eine Nacht an einer Boje zu bleiben und von den Cayman’s Port Controll verproviantiert und betankt zu werden. Eine grosszügige und sehr wertvolle Geste für durchreisende Segler. Es gibt nur wenig Länder die diesen Service anbieten. Sie alle segelten weiter mit Ziel USA Ostküste. Es sind meist US-Amerikaner die in ihre Heimat zurück wollen, aber auch Segler aus anderen Ländern suchen sicheren Unterschlupf in den USA. 

Die Küstenwache auf ihrem Kontrollrundgang. Sie kommen manchmal zu uns um zu fragen wie es uns geht, ob wir gesund sind und wir genügend Lebensmittel an Bord haben. Wir plauern ein paar Minuten bevor sie wieder los düsen. 

Mitte Mai, wir zählen die Tage...

Wir lauern wie die Katzen vor dem Mäuseloch. Wir warten ungeduldig auf eine Lockerung der Restriktionen und eine Öffnung der Seehäfen einer unserer Wunsch Destinationen. Meine Nerven sind angespannt, liegen blank. Ich schwanke zwischen hoffen und bangen. Zwischen zweifeln und hoffen. Mein Fels in der Brandung, sieht dem ganz gelassen entgegen. Er ist nach wie vor völlig „tiefenentspannt“! Von Anfang an meinte mein Fels in der Brandung und Prophet: Mitte Juni wird sich die Lage überall so lansam entspannen. (wie recht er damit hatte!)

Wir checkten also unsere Optionen wo wir über die Hurrikansaison hin wollen, oder können und sind uns einig.

1. Option: Die SeaBorne auf Grand Cayman an Land in eine Werft stellen. Von hier aus, irgendwie einen Flug in die Schweiz zu buchen. 

2. Option: Zur Nachbar Insel Jamaika segeln und dort die SeaBorne an Land stellen und versuchen aus dem Land auszureisen. 

3. Option:  Dritte und letzt Variante wäre Curacao. Von dort aus haben wir bereits im Januar unseren Rückflug in die Schweiz gebucht. Schon alleine der Gedanke dort hin zu stampfen, löste ungute Gefühle in uns aus. Wir müssten den harten und erschwerlichen „Dornenweg“ gegen den Ostpassat nehmen. Der zu dieser Jahreszeit meist heftig bläst und hohe Wellen wirft. 10 -12 Tage Reisedauer rechnete Tomi aus. Das wollen wir uns eigentlich nicht antun. 

Da und dort lockern sich Restriktionen für die Einheimische Bevölkerung, Karibikweit. Sehr zögerlich oder überhaupt nicht, öffnen die Flug- und Seehäfen. Na ja, wenigstens ist das Radioprogramm auf der Insel wirklich top und Abwechslungsreich. Auch das Internet mit Prepaidhandy ist mit LTE -Geschwindigkeit recht schnell. Im Gegensatz zu Cuba, wo wir 3 Wochen überhaupt keinen Sender empfangen konnten und nur Rubbelkarten für eine Stunde Internet (G3) hatten. Von da her haben wir es mit den Cayman Islands gar nicht so schlecht getroffen.

Suchbild: Wer findet die SeaBorne?

Herausforderung des Tages 

Endlich dürfen wir nach 60 Tagen unsere Boje verlassen. Ein tolles Gefühl die Leinen zu lösen. Doch leider nur für kurze Zeit. 

Süd Peer, Georgetown

Die Tanks der SeaBorne sind fast leer! Wir müssen Diesel bunkern. Wir rufen die Port Control via Funk und bekommen für den nächsten Tag eine Bewilligung an das Süd Peer zu fahren, dort wo alle  Containerschiffe gelöscht werden. Der Tankwagen wartete bereits auf uns. 

      

Nachdem ich an Land geklettert war und im Hafenbüro die bestellten 300 Liter Diesel bezahlt hatte, konnten wir die Tänke füllen. 

Nach getaner Schwerstarbeit mussten wir wieder zurück an unsere rote Boje und uns fest machen. Wie gerne wären wir jetzt einfach weiter und los gesegelt. 


Ein Lichtschimmer am Horizont 

Ab Mitte Mai gibt es endlich kleine zögerliche Lockerungen auf der Insel. 

Es ist der 19. Mai. Nach einem langen Wochenende (Sa. bis Mo.) Knast mit harter Ausgangssperre. Still und einsam ist es auf der SeaBorne gewesen. Nun zeigen sich endlich kleine Lockerungen auf die wir so lange gewartet haben. Wir dürfen nun tagsüber 3 x die Woche für 2 Stunden an den Strand. Nur für sportliche Aktivitäten notabene. Wir dürfen aber nicht mit dem Dingi an den Strand fahren, da jegliche Art von Feizeitbooten verboten sind.

Fischer hingegen dürfen wieder mit ihren Booten hinaus auf's Wasser fahren und fischen gehen. Und wie auf Kommando preschten dutzende Fischerboote früh morgens hinaus auf’s Wasser. Es gibt auf den Cayman’s viele Menschen die auf den Fischfang angewiesen sind. 

Wir Segelboote dürfen nach wie vor unseren Standort, unsere inzwischen so vertraute rote Boje nicht verlassen. Dafür ist Schwimmen und Schnorcheln, SUP und Kayak fahren wieder erlaubt. Wir freuen uns so sehr über dieses Geschenk. geneissen das tolle, klare und herrliche Wasser um uns herum  ohne Sorge erwischt zu werden. Leider meldet der "Cayman Loop“ zur selben Zeit eine Quallenplage an der Küstenlinie von Grand Cayman. Weil ich extreme allergische Reaktonen von Quallen bekomme, bleibe ich lieber auf der SeaBorne. 

Naja, so gänzlich lasse ich mir den Badeplausch nicht nehmen. Mit einem Neilon Longjohn, Einweg-Handschuhen, Socken und Badekappe geht’s ab ins erfrischende Nass. 

Der Countdown läuft...

Die beste und schönste Nachricht verkündete der Premier das die Marinas und Werften am 21. Mai wieder öffnen dürfen. Wartungsarbeiten an Schiffen sind wieder erlaubt. Mit dieser Wiedereröffnung wurde uns soeben der Startschuss erteilt. Endlich! Tomi meinte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen den Stein ins rollen zu bringen. Den Consul, die Zollstelle, die Immigration und die Werft zu kontaktieren. Auch unserer Abreise von Grand Cayman ist zu organisieren. Unsere Nerven sind angespannt… in der Hoffnung hier auf der Insel die SeaBorne deponieren zu dürfen. 

Unser Glück, wir besitzen bereits eine Aufentverlängerung die bis Mitte Juli gültig ist. Von daher sind uns die Behörden sehr wohl gesonnen. Wir sind guter Dinge, dass sie es für unsere Wünsche auch bleiben werden. 

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Eine der kürzlich frei gelassenen Schildkröten vom Turtlecenter Grand Cayman beisuchte uns Täglich neben der SeaBorne.  

Unerwartete Geschenke ... 

Unsere Abreise von Grand Cayman… 

Ein Geschenk vom Konsul... Wertvolle Hinweise und Hilfe bekamen wir von unserem Schweizer Honorar Konsul Peter Schmid. Er ist ein „Berner" der schon viele Jahre auf den Cayman Inseln lebt und als Pilot arbeitet. Er spricht perfekt Englisch mit einem säuselnden „Bärner" Akzent, was ihn gerade doppelt sympathisch macht. Er hat sich für uns mächtig ins Zeug gelegt und sich für unsere Belange eingesetzt. Er knüpfte die richtigen Kontakte und diente uns als Mittelsmann. Nach seinem Anraten haben wir nun die nötigen Papiere beisammen. Das Begehrungsschreiben für die temporäre Einführung unseres Schiffes. Eine Bestätigung der Werft in der Harbour House Marina, dass sie unser Schiff an Land stellen können. 

Vom letzten Jahr wussten wir noch, dass die Amtsstellen auf der ganze  Insel verstreut waren. Um alle Dienststellen an einem Tag zu erreichen mieteten wir uns jeweis ein Auto um die Distanzen zwischen den Ämter zu bewältigen. Durch den Lockdown der bei uns immer noch herrscht, sind alle Büros auf der Insel weiterhin geschlossen. Die einzige offene Zoll- und Immigrationsstelle war diejenige am Hafen. Nur 15 Minuten zu Fuss von unserem Dingi Steg gelegen, ein Spaziergang entlang der Küste. 

Der Lockdown, das umwundene Geschenk Auf dem kleinen Dienstweg sozusagen erlangten wir letztendlich unsere Bewilligung in einer netten und freundlichen Atmosphäre in einem dieser winzigen Zollbüros am Hafen. Am Vortag erfuhren wir an derselben Stelle, dass nur die Zoll-Chefin uns diese "temporary importation“ ausstellen darf und wir morgen wieder kommen sollen. Wir waren am nächsten Tag wieder am Schalter und fragten nach der Chefin. Die ist nicht da meinte der freundliche Zollbeamte, ein anderer als Gestern. Er rief seine Chefin an und erklärte ihr unser Begehren. Sie meinte darauf hin, wir sollen warten sie kommt mit dem Velo zur Zollstelle, wir sollen uns aber gedulden. Na gut, wir haben heute sowieso nichts mehr vor, also setzten wir uns bei Kaffee, Wasser und Cookies das uns der gastfreundliche Beamte zuvorkommend servierte. Nach einer halben Stunde rief die Chefin an und wies den Zollbeamten an uns die gewünschte Bewilligung auszustellen, sie kommt jetzt doch nicht. Bei der Hitze würden wir auch nicht unbedingt aufs Velo steigen…. Zügig und unbürokratisch stellte der Beamte uns die Bewilligung anhand einer Quittung aus. Wir zahlten 600.- USD für die Dauer für 6 Monate für das Schiff und die Temporäre Einführung der SeaBorne war uns sicher. 

Glückselig mit einem Grinsen im Gesicht bedankten wir uns herzlich beim CBC Beamten und zogen ab. Welch schönes Geschenk er uns damit machte, das konnte er nicht erahnen...Unsere SeaBorne darf nun vom 15. Juni bis zum 15. Dezember auf der Insel weilen. Beschwingt gingen wir eine Etage höher zu unserer lieblings Immigrations Beamtin. 

Noch mehr Geschenke... Wir wollten die ausstehenden 300.- USD für unsere  Aufenthaltsverlängerung zahlen. Das war aber nicht möglich, weil ja immer noch alle Büros geschlossen waren, auch die Zahlstelle. Mit einem breiten Lachen strahlte sie uns an, winkte mit den Armen ab und meinte fröhlich, ihr müsst nichts zahlen, es ist eine außergewöhnliche Situation ihr könnt ohne Probleme Aus- und wieder Einreisen. Sie verabschiedete uns herzlich mit den allerbesten Wünschen für unsere Rückreise in die Heimat.  

Ein weiteres Geschenk… kam von der Fluggesellschaft Cayman Airways. Aufgrund der hohen Nachfrage von US-Amerikanern, die in ihre Heimat zurück wollten, bewilligte die Regierung im Juni 3 weitere Rückführungsflüge nach Miami. Wie gerufen kommt uns dieser Entscheid entgegen. Denn wir sollten dringend unsere Flüge nach Hause buchen. Bei rundum gschlossenene Flughäfen ist das aber schwierig wenn nicht gar unmöglich. Jetzt wo unsere SeaBorne ein temporäres Zuhause auf der Insel hat und gut versorgt wird. Mit einer Begründung für die Ausreise nach Miami und einerm Ticket für die Weiterreise durften wir schliesslich zwei Plätze buchen. Sehr freundlich und unproblematisch konnten wir persönlich durch eine Agentin telefonisch buchen. 

Ein letzes Geschenk…. bescherte uns die Fluggesellschaft KLM. Unseren Rückflug den wir schon im Januar von Curacao in die Schweiz gebucht hatten, konnten wir ohne Probleme innert 12 Stunden umbuchen. Natürlich mit einem Aufpreis für die Flüge von Miami nach New York und von Amsterdam nach Zürich. Für den stornierten Flug von Swiss bekamen wir einen Fluggutschein.

Überglücklich sind wir. Bald hat das Warten ein Ende. Ein neues Ziel haben wir jetzt ins Auge gefasst, die Zukunft hat eine neue Perspektive bekommen, das tut so gut. Wie am Schnürchen hat alles geklappt. Für das Schiff und ihre Crew. 

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Am 12. Juni werden wir mit Cayman Airways nach Miami fliegen.


Fliegende Hunde 

Die fliegenden Hunde von Grand Cayman. Diese kleine Geschichte wollen wir euch nicht vorenthalten. 

Aus den neusten Loop News Nachrichten entnahmen wir ein organisiereter Rückführung von Hunden nach Kanada! Was? Hunde werden nach Kanada geflogen? In Zeiten wo es gar keine Flüge gibt? Wie geht das denn? Und wozu Hunde ausfliegen? 

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55 gut verpackte Hunde fliegen zurück zu Herrchen und Frauchen

Auf Grand Cayman leben einige Kanadier die hier einen 2. Wohnsitz haben. Sie besitzen Haustiere wie Hunde und Katzen. Vor dem Lockdown Mitte März flohen die Kanadier mit den letzten Flieger in ihre Heimat nach Kanada zurück. Ihre Haustiere mussten sie in der Obhut ihrer Hausangestellten zurück lassen. Nun, mit der Zeit vermissten Herrchen und Frauchen ihre Vierbeiner und so kam es, dass eine Kanadierin es nicht mehr ohne ihr Hündchen aushielt. Sie charterte kurzerhand eine Maschine für läppische 140’000 USD und liess 55 Hunde und deren Hundesitter nach Kanada ausfliegen. Was sagt man dazu; Ein Herz für Tiere kennt keine Grenzen...  

Zurück zur SeaBorne und ihrer Crew... 

12. Woche Lockdown - alles hat ein Ende -

Wir jublen innerlich und werden schon langsam unruhig, denn in ein paar Tagen fahren wir in die Marina. Viele Arbeiten am Schiff müssen erst erledigt werden bevor die SeaBorne aus dem Wasser darf. Viele Vorbereitungen haben wir bereits vorab erledigt, viele stehen noch an und können erst in der Marina erledigt werden. Bevor wir allerdings die Leinen von unserer roten Boje lösen können, werden wir nochmals einem ungnädigen Härtetest unterzogen. Wir mussten unsere Ankunft in der Marina um drei Tage verschieben. Vielzuviel Wind und viel zu hohe Wellen machten die Überfahrt um das West End von Grand Cayman unmöglich. Wir kennen diese Route, denn wir mussten schon einmal umkehren weil sich uns 5 Meter hohe Wellen direkt vor der Nase bedrohlich aufbäumten. Vier Tage Rock n’ Roll vor Georgetown’s Toren werden uns unvergesslich in Erinnerung bleiben. Das muss wohl das Geschenk von Petrus gewesen sein. 

Donnerstag bis Sonntag rollten bis zu 1.5 Meter hohe Wellen vom offenen Meer in den Hafen. Schlugen seitlich unbarmherzig an unser Schiff. Lassen uns hin und her schaukeln Tag und Nacht. Unangenehm und lästig. Tomi spürte wie immer nicht’s, während mir der Appetit verging und tatsächlich die Medis gegen Seekrankheit zum Einsatz kamen. Es kam mir vor als ob wir nach Hause segeln würden….Wenn wir jedoch unsere Nachbarn SY Jackson (eine 52 Fuss Amel Mono) beobachten, geht es mir sofort wieder besser. Die Jackson schaukelte wie eine Nussschale hin und her, hin und her. Die Krängung ging an die 60 Grad, tief neigte sich das Schiff zu beiden Seiten… mir wird schon übel beim Zusehen. Wir sind uns sicher, dass die beiden sich im Bett festbinden müssen um nicht heraus zu fallen…Katamaran sei Dank.  

Es ist Monatg, ein stahlend schöner Tag. Null Wind! Null Welle! Happy Crew, endlich geht es los. 


Es ist geschafft: Harbour House Maina & Bootswerft

Genüsslich lösen wir die Leinen von unserer Roten Boje. Tschüssli Boje, endlich sind wir wieder frei. 


Unterwegs zur Maina


Die Harbour House Maina liegt im North Sound in einem Kanal. An der Mauer liegen wir für drei Tage. 

Zu guter Letzt ist unser Tiefgefrierer ausgestiegen, warmes Bier geht ja gar nicht meint der Skipper. Doch das Allerwichtigste ist es das Schiff Hurrikansicher zu machen. Zwei Tage war der Mechaniker an Bord, doch das Bier will nicht recht kalt werden. 

Eine glückliche Fügung war der Verkauf meiner Sailrite Nähmaschine. Wir haben Alfredo ein paar Näharbeiten für das Cockpit in Auftrag gegeben. Er bedauerte, keine Nähmaschine mit Zick Zack Stich nähen zu können. Kein Problem, Du kannst meine Maschine haben, erklärte ich ihm. Alfredo fing sofort Feuer für meine Maschine und so kam es, dass ich ihm meine Maschine für einen guten Preis verkauft habe. 

Grossbaum, Grossegel, Genuasegel, Trampolin, Beiboot, Aussenborder, das alles musste entfernt werden. Gelagert wird das Material in der Werft. 


Grossegel und Grossbaum werden entfernt. 


Wir parkierten die SeaBorne im Slipway, bereit für das Auswassern während wir unterwegs zum Flughafen waren.

Wir verliessen Grand Cayman am 12. Juni mit Cayman Airways nach Miami. Nach einer Übernachtung im Flughafenhotel in Miami. Anderntags ging es mit AA nach New York. Mit KLM weiter via Amsterdam und schliesslich nach Zürich. Am 14. Juni 2020 landeten wir glücklich in Zürich - unsere Heimat - Die SBB bringt uns zum Schluss nach Schaffhausen. Wir bekamen viele Angebote von Familie und Freunden uns am Flughafen abzuholen. Wir lehnten aber dankend ab. Wir waren auf fünf verschiedenen Flughäfen auf unserer Durchreise in die Schweiz. In den USA herrschte immer noch das Corana Chaos. Obwohl Maskentragpflicht an Flughäfen und im Flugzeug ist, wollen wir kein Risiko eingehen. Wir gehen in die Selbstquarantäne. Daniela war so lieb unseren Kühlschrank in der WG schon einmal tüchtig zu füllen. Herzlichen Dank, liebste Schwester.

Im Jetstream von Covid 19 

Abflughalle Grand Cayman. Abstandhalten gross geschrieben 

Es war ein Segen, dass ausgerechnet im Juni 3 Ausführungsflüge von Grand Cayman nach Miami bewilligt wurden. So hatten wir überhaupt erst eine Möglichkeit via Flugzeug die Insel zu verlassen. Wir hatten auch Glück, dass unser KLM Flug den wir schon im Januar ab Curacao gebucht hatten nicht storniert wurde und wir ohne Probleme umbuchen konnten. Durch die Partnerschaft von KLM und Delta Airlines hatten wir die Möglichkeit ab Miami via New York nach Amsterdam und schliesslich nach Zürich zu fliegen. Mit dieser Variante mussten wir zwar einiges aufzahlen, hatten dafür auch zwei Flüge mehr als vorher. Den gebuchten Swiss Flug von Amsterdam nach Zürich mussten wir ersatzlos streichen. Alles in Allem kamen wir aber ganz glimpflich davon. 

Einen Tag vor dem Abflug wurde uns via App mitgeteilt, dass es auf keinen der uns bevorstehenden vier Flüge einen Bordservice gäbe. Wasser in Flaschen werden verteilt, sowie Lunchpakete. Ganz schön blöd, unser Flug ging schon am nächsten frühen Morgen, keine Gelegenheit mehr um irgendwo etwas gesundes, Essbares einzukaufen. Wir liessen uns überraschen.

Flug von Grand Cayman nach Miami 

              Flug von Grand Cayman nach Miami

Masken kamen einem Flugticket gleich. Ohne Maske gab es keinen Flug besagt die Regel. Während der ganzen Flugdauer war Maskentragepflicht. Wir haben uns extra noch die sündhaft teuren FFP 2 Masken besorgt, damit wir auch gut geschützt sind. (6 Stück 60.- USD) reichte gerade für die drei Reisetage. 

Ein Mini-Fläschchen Wasser durften sich die Passagiere vor dem Einsteigen selber nehmen, die standen auf einem Tisch bereit. Die Flugbegleiterinnen waren von Oben bis Unten Coronasicher verhüllt. Kein Bordservice, nichts! 

Mittag Essen aus der Lunchbox 

Wir haben im einzigen Fluhafen Hotel in Miami ein Zimmer für eine Nacht gebucht, unsere Weiterflüge gingen erst am nächsten Tag. Im einzigen Flughafen Restaurant (ausser ein hässlicher Sub Way Take Away) konnten wir ein sehr spätes Mittagessen einnehmen dafür liessen wir den Z’nacht ausfallen. Eine Mahlzeit am Tag in Coronazeiten reichte uns völlig! Im selben Restaurant nahmen wir vor dem Weiterflug nach New York ein spätes Frühstück nach USA Style ein, das hält meist für den ganzen Tag.

Wir checken nach New York ein. Wir liefen durch Menschenleeren Hallen, alle Läden Restaurants und Kioske waren geshlossen. In den USA verkehrten praktisch nur Inlandflüge. Alle Check In Schalter waren geschlossen. Bei der Abfertigung sahen wir immer wieder die selben Gesichter, diejenigen die wir schon kannten von unserem Flug, es waren die einzigen Passagiere weit und breit. 

Flug von Miami nach New York 


Landeanflug auf New York


Während dem Flug und auf dem gesamten Flughafenareal wie in Miami so auch in New York ist strenge Maskentragepflicht und Sozial Distanzing. Schnell hatten wir uns an unsere eigenen Masken sowie an unsere Masken tragenden Mitmenschen gewöhnt. Gewöhnungsbedüftig waren allerdings die verweisten Flughäfen. Gerade Miami und New York die zu den wahrscheinlich grössten Flughäfen weltweit zählen, waren leer. 

Man gewöhnt sich schnell an die Masken

Das Reisen in den USA war für einmal extrem angenehm und völlig entspannt gewesen. Wir erinnern uns an frühere Zeiten zurück, da wäre ein Anschlussflug in Miami innert 2 Stunden mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht möglich gewesen. Schon alleine die langwierigen Kontrollposten und die langen Schlangen wartender Menschenmassen hinderten daran den Weiterflug zu erwischen. Diesmal war alles ganz anders. Wir mussten nirgendwo anstehen, hatten überall freien Zugang. Überall freundliche und zuvorkommende Beamte. Kein Gehetze, kein Anstehen, kein Gedränge, kein auf die Uhr schauen... Das zu erleben geht wahrhaftig in die Geschichte von Covid 19 ein. 

Wir fragten uns besorgt, ob jemals wieder andere Zeiten kommen werden, wo die Normalität wieder Einzug hält. Wo Menschen ohne Gesichtsmasken entspannt Reisen dürfen und keine Angst vor einer Ansteckung haben müssen. Ja, die Zukunft gibt uns zu denken, wir werden sehen wie sich die Welt und ihre Bewohner durch diesen oder einen anderen Virus verändern wird. 

Flug von New York nach Amsterdam 

Nicht anders als zu erwarten war der fast leere KLM Nachtflug nach Amsterdam. Keinen Service an Bord, auch hier. Ob sich da die Fluggesellschaften etwa abgesprochen haben? Kein Essen, keine Getränke ausser Wasser auf Bestellung. Das Lunch Paket, ein Plastikbeutel gefüllt mit allerlei Junk Food lag auf unseren Sitzen bereit. Schäbig, billig, ungeniessbar! Das einzig gesunde darin war eine Flasche Wasser und eine Banane. Eigentlich war es eine Schande was sich Fluggesellschaften in Zeiten von Corona erlauben und was sie ihren Fluggästen auftischen. Junk Food! Für uns sieht es aus, als ob man gerade mal die Gunst der Stunde nutzte um Mitareiter einzusparen und das Catering ausfallen zu lassen. Unsere Flüge waren durch die Coronakrise nicht ein bisschen günstiger geworden, nein. Schliesslich haben wir die volle Zeche bezahlt noch vor der Krise, das scheint heute niemand mehr zu kümmern. Wie dem auch sei doppelt gemoppelt ist einerlei, keine Leistung bei vollem Preis

Unser Abendessen auf dem Business-KLM Flug NY nach Amsterdam 

Nach einer kurzen Nacht in der Luft ist die Heimat schon greifbar nahe. Das Umsteigen nach Zürich ging ruck zuck und schon sassen wir im Flugzeug in die Schweiz. 


Flug von Amsterdam nach Zürich

Regen und Nebel in Zürich - das ist uns ganz egal denn wir sind froh endlich Zuhause zu sein. 

In Amsterdam präsentierte sich uns ein Flughafen wo alle Geschäfte geöffnet hatten, ganz anders als in den USA. Masken tragen auch hier alle Menschen ohne eine einzige Ausnahme. Man sieht mitunter ganz lustige und originelle selbst hergestellte Masken und Schilde. Ob die allerdings etwas nützen ist fraglich. Der Flug nach Zürich war wie gewohnt ohne Service und von Abstand halten geprägt. Endlich die Ankunft in Zürich. Wieder ist alles ganz anders. In Zürich an einem Sonntag wuselte es von vielen Menschen auf dem Flughafengelände alle Läden sind offen und fast keiner trägt mehr eine Gesichts Maske. Es scheint wirklich, dass das Leben und die Normalität zurück in die Schweiz gekommen ist. 

Wir freuen uns auf die Normalität. Nach 12 Wochen Knast in der Karibik, freuen wir uns auf den Luxus die Freiheit wieder zu haben. Freiheit hat jetzt eine ganz andere Bedeutung bekommen. Wir warten noch 10 Tage ab und begaben uns in eine freiwillige selbst Isolation in unserem Zuhause. Wir begrüssten unsere engsten Familienangehörigen mit Maske und Abstand. Wir wollen kein Risiko eingehen. 

eSar fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012