Barbuda 


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map barbuda


Wissenswertes über Barbuda

Barbuda umfasst 16 km² und liegt 48 km nördlich von Antigua. 56 km südwestlich von Antigua befindet sich die nur 1,6 km² große unbewohnte Felseninsel Redonda. 

Barbuda ist 161km² groß, relativ flach und hat nur etwa 1.500 Einwohner. Die Insel besitzt zwar kilometerlange Sandstrände und vorgelagerte Riffe, Touristen gibt es jedoch nur sehr wenige. Die Insel ist rundum mit gefährlichen Riffen gespickt. Viele Schiffe liegen versunken auf Grund vor Barbudas Küste als es noch keine zuverlässige Navigationsgeräte gab. 

Ungefähr 40 % von ''Barbuda'' werden von einem Vogelschutzreservat bedeckt. Der Hauptort auf Barbuda ist Codrington, und ist nach jener Familie benannt, die über zwei Jahrhunderte Besitzrechte über die Insel hatte. 

Angebunden ist die Insel mit den beiden Anlegestellen in den Orten ''Spanish Point'' und ''Palmetto Point'' sowie einem Regionalflughafen (BBQ) in Codrington. Tägliche Fluganbindungen bestehen zur Hauptinsel Antigua. Ebenfalls gibt es eine regelmäßige Fährverbindung nach St. John's, der Hauptstadt auf Antigua.

Geschichte:

1160 begann man von St. Kitts aus, das Eiland zu kolonialisieren. Die vorangegangenen Versuche der Weissen, hier Fuss zu fassen, scheiterte am heftigen Widerstand der Kariben. Als letztendlich die Kariben vertrieben bezw. ausgerottet waren, wurde 1680 das Eiland von der britischen Krone unter Charls II. an die Gebrüder Codrington verpachtet. Für ein fettes Schwein als jährlichen Pachtzins. Für den Ackerbau gab der karge Korallenboden jedoch nicht viel her, und so konzentrierte man sich auf Viehzucht und später auf den Sklavenhandel. Mit der Abschaffung der Sklaverei 1884 versiegten die Einnahmequellen. Die restlichen freigelassenen etwa 500 schwarzen von Barbudas Sklavenfarm, dem heutigen Codrington Village überliess man ihrem Schicksal. Die Codringtons überbrückten die Rezessionsphase, indem sie vom Mutterland Wildschweine und Damwild heranschafften und auf Barbuda aussetzen liessen. Von nun an konnte man sich die Zeit mit der Jagd vertreiben. Der Codrington-Vertrag wurde 1880 aufgehoben, die sozialen Probleme sind allerdings geblieben. 

Barbuda Heute: 

Barbuda ist wie ausgestorben, es gibt fast keinen Tourismus. Die wenigen Yachten die sich hier her verirren sind an einer Hand abzuzählen. Die Insel liegt nicht auf den üblichen Segelrouten der Feriensegler. So gibt es ausser den Hauptort Codrington Village kein Dorf. Barbuda ist "Natur pur"! Keine verbauten Strände, keinen Massentourismus, keine Restaurants wo man Abends essen könnte, keine Läden, nur Natur…! Es ist friedlich und wunderschön! Die Schiffskokmbüse sollte allerdings gut gefüllt sein wenn man einige Tage hier verbringen will. Zwei Hotels die zur Zeit betrieben werden, sind all inclusive Hotels die keine Touristen oder Yachtgäste bewirten, und wenn, dann zu exorbitanten Preisen. Eine Languste kostet dann schon mal 120.- USD. Kilopreis für Langusten beim Fischer sind ca. 30 East Caribbean Dollars, umgerechnet 10.- CHF.                                                                                                                                                                  Die wenigen Menschen die hier in Codrington Villages leben, sind Kleinbauern, Händler und Fischer. Es ist eine kleine Gemeinschaft wo jeder jeden kennt.  Die wenigen Touristenführer kann man für eine Inselrundfahrt mit Besuch der winzigen Tropfsteinhöhle und dem schönsten Aussichtspunkt auf der Insel per Funk bestellen.  Die einzigartige Fregatt-Vogelkolonie darf man nur mit einem Führer besuchen. Die meisten Männer haben mehrere Job's auf die sie spezialisiert sind. Die Menschen sind sehr freundlich und offen gegenüber Fremden. Es ist wie der Himmel auf Erden…

Die flache Insel ist erst ein paar Seemeilen vor Ankunft zu sehen

Auf Barbuda erwartet uns eine Aussicht wie im Ferienprospekt. Kilometer lange, beige-rosa und menschenleere Sandstrände, türkisblau und glasklar ist das Wasser. Die Ankunft auf Barbuda  mit herrlichem Wetter und einer atemberaubenden Kulisse in sämtlichen Blautönen und die herrlichsten Kontraste blenden unser Auge und lässt unsere Herzen höher schlagen. 

Am Strand:

Der längste Strandabschnitt auf Barbuda ist 22 km lang ohne Unterbruch, menschenleer!  


Fast kitschig wirken die Farben, doch sie sind genau so schön..

Lighthouse Bay Strand-Resort in Barbuda, eines der zwei betriebenen Hotels auf der Insel. 


Der Farbkontrast ist einfach fantastisch. Astrid und Markus machen eine gute Figur auf dem Dach der SeaBorne. 


Seesterne beim Strandspaziergang gesehen, sie haben hunderte kleine Füsschen mit winzigen Saugnäpfchen um sich fortzubewegen. Diese strecken sie in eine Richtung aus und ziehen den Körper nach. Seesterne sind meistens in Küsten- und Strandnähe anzutreffen und können bis zu 900 m tief auf dem Meeresgrund leben. 

Vor Barbudas Küste bricht an Bord die Hektik aus!                                                                                            

Markus und Tomi wollten mal sehen ob etwas anbeisst und lassen die Angelleine laufen. Schon nach kurzer Zeit hat ein Snapper und danach ein prächtiger Barracuda angebissen. Konzentriert und mit vereinten Kräften wurden die Fische fachgerecht geborgen. 

Markus, der stolze Fischfänger! Ein schöner Bursche, dieser Barracuda - einer der bekanntesten Raubfische. Leider haben wir die Fische wieder ins Meer entlassen, da wir nicht sicher waren, ob in dieser Gegend die Rifffische mit Ciguatera verseucht sind. Neptun hat sich dann auch prompt gemeldet auch Tage danach hat nichts mehr angebissen. Später haben uns Fischer versichert, dass der Fischverzehr in Antigua & Barbuda bis jetzt kein Problem war und wir bedenkenlos auch selbst gefangene Fische, sogar Barracudas essen können. Naja, das timing hat eben nicht ganz gepasst….

Was ist Ciguatera? Weiterlesen am Seitenende…

Landausflug in Barbuda: 

Beyonce, Sandfliegen, Fregattvögel und Esel

Wir machen einen Landausflug nach Codrington Village auf Barbuda. Es leben freilaufende Pferde und wilde Esel auf Barbuda. In einem kleinen Shop hat die Künstlerin ein braun-weiss geflecktes Kalb welches sie Beyonce getauft hatte. 

Mitten im Dorf eine sehr alte anglikanische Kirche. 


Ein verlassenes Wahllokal: Antigua and Barbuda Labour Party head quarters! Speziell nicht? 


Ein kleines, süsses Barbudian Mädchen lässt sich gerne fotografieren während wir am Stand seiner Mutter Maiskolben abkaufen und uns wieder einmal mehr die Sandfliegen verstechen. 


Fregattvogel Kolonie: 



George Jeffrey ist der beste Führer für die Fregattvogel-Kolonie in Barbuda, so beschreibt es der Segelführer von Chris Doyle. George holt uns am Steg der Lagune ab und fährt uns mit seinem Fischerboot zur Fregatt-Kolonie. Seit seinem 16 Geburtstag besucht er die Fregatt-Kolonie, er hat von seinem Vater alles über das Leben der Vögel auf Barbuda gelernt. Mit Freude erklärt er uns wie die Vögel leben, wie sehr er die Stille und Idylle bei den Kolonien liebt. Täglich fährt er auf die Lagune hinaus, auch ohne Besucher geniesst er es einfach nur dort zu sein. Ein, zwei Bierchen zu trinken und Zeit mit den Vögel zu verbringen, das heisst auf Karibisch "limen", also wie "chillen" oder einfach abhängen. 

Reger Flugverkehr über den Mangroven.  

Schon von weitem sieht man die Fregattvögel in den Mangroven sitzen. Es sieht aus wie dutzende rote und weisse Christbaumkugeln. Die Kolonie zählt inzwischen 20'000 Vögel und ist somit die grösste Fregattvogel-Kolonie der Welt. Vor einigen Jahren waren die Fregattvögel alle plötzlich verschwunden, erzählt uns Georg weil kurze Zeit später ein Hurrican über die Insel fegte. Nach dem Sturm sind sie jedoch wieder gekommen und haben ihren angestammten Platz zurück erobert. 

Die Fregattvögel leben in den Mangrovenbüschen in der Lagune von Barbuda. Fregattvögel, bekannt für den aufblasbaren roten Kehlsack der Männchen sowie ihre Fähigkeit, andere Vögel zu attackieren und ihnen die Beute abzujagen. Von diesem Verhalten haben sie auch ihren Namen. Die Gattung aus der Familie der Ruderfüsser umfasst fünf Arten. Die Weibchen sind schwarz und haben einen weissen Kragen. Die Jungen sind flauschig und weiss. Fregattvögel sind ausgezeichnete Flieger, sie haben einen sehr leichten Körperbau, schmale Flügel und eine Flügelspannweite von bis zu 2.5 m. was ihnen erlaubt, mehrere Tage non stop in der Luft zu verbringen. Sie sind sehr sozial, wechseln aber zur Paarungszeit gerne den Partner. Die Männchen plustern dazu ihren roten Kehlsack auf, der fast so gross ist wie er selbst. Mit knatternden, lauten Balzgeräuschen wirbt das Männchen um eine Partnerin. 

Fregata magnificens1

Ein männlicher Pracht-Fregatt-Vogel!


Für die Herzensdame wird um die Wette gebalzt und die roten Kehlsäcke aufgeplustert. 

Es herrscht reges Treiben in den Mangroven und eine geräuschvolle Kulisse umgibt uns so nahe bei der Kolonie. Brüten, die Jungen füttern und versorgen, Nest bauen und Futter besorgen und neue Partnerinnen suchen, damit beschäftigen sich die Vögel die ganze Zeit über. Geräusche wie gurren, schnattern, piepsen, kreischen und das unverkennbar laute Knattern der Balzrufe der Männchen umgibt die Kolonie. Man will stundenlang hier sitzen, lauschen und beobachten, die Geräusche in sich aufnehmen. Die Vögel haben keine Scheu vor Menschen, wir sind ihnen noch nie eine Gefahr gewesen. 

Ein Junges "Fregattchen" lugt neugierig, frech aus dem Nest im Mangroven-Blätterwald.                                                                             

Wir fahren zurück nach Codrington Villages und sind promt in einen Squall (Gewitter) gefahren. Es regnete wie aus Kübeln, die Küste verschwand kurzfristig hinter dicken, schwarzen, Wolken, die Welt war für kurze Zeit grau in grau und ziehmlich nass. Wir sind bis auf die Haut komplett durchnässt am Steg angekommen. Mit dem Wind und den nassen Klamotten die uns am Körper klebten war es ganz schön kühl. Ein Taxi brachte uns zu den Höhlen wo wir einen tollen Blick auf die Atlantikküste und weitere schöne Sandstrände hatten. 

Ein erlebnisreicher Tag in Barbuda neigt sich dem Ende zu, mit einem fast perfekten Sonnenuntergang und einem erfrischenden "Sundowner" den wir mit unseren Freunden Astrid und Markus geniessen, lassen wir nochmals die Erlebnisse des Tages passieren. Morgen früh geht die Reise wieder zurück nach Antigua wo noch viele tolle Erlebnisse auf uns warten. 


Ciguatera-Fischvergiftung:

Ciguatera ist die häufigste Art von Fischvergiftung, die saisonal und unerwartet in tropischen Meeresgebieten auftritt. Die durch den Genuss von sonst ungiftiger Speisefische hervorgerufen wird. Weite Teile der Karibik sind davon betroffen, so dass nur von Fischern Fisch gekauft, oder zumindest nachgefragt werden sollte in welchen Gebieten Ciguatera vorkommt, wenn man selber fischen will. Die meisten Fischer können eine seriöse Auskunft geben, dennoch ist man nicht sicher, denn es gibt keine äusserlichen Hinweise ob die Fische toxisch sind oder nicht. Weite Teile der Karibik müssen sich deshalb mit tiefgefrorenem Fisch aus Australien und Neuseeland versorgen. 

Der Name leitet sich von dem spanischen Namen cigua für die Schnecke ab, die man zunächst irrtümlich dafür verantwortlich hielt. Verantwortlich sind das Cigua- und Maitotoxin, die zu den stärksten bekannten Giftstoffen zählen. Ciguatoxin wirkt auf die Nervenzellen, Maitotoxin auf die Calciumkanäle, sie verhindern die Weiterleitung der elektrischen Signale im Nervensystem. Diese Giftstoffe entstammen aus bestimmten Geisseltierchen die auf den Algen und Tang des Korallenriffs leben. Raubfische wie Barrakudas, Zackenbarsche und Muränen fressen diese Geisseltierchen, sie sind am häufigsten belastet. Seltener korallenpolypenfressende Papageienfische und Pflanzenfresser. Die Giftstoffe schaden den Fischen nicht, nur uns Menschen nach dem Fischverzehr. Das Gift ist hitzebeständig, kann also beim Kochen nicht zerstört werden. 

Symptome treten 1-24 Stunden nach dem Genuss des Fisches auf. Hautausscshläge, Taubheitsgefühl der Lippen und dem Mund. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind Begleiterscheinungen einer Ciguateravergiftung. Neurologische Symptome, wie eine schmerzhafte Kälteüberempfindlichkeit. Kalte Getränke fühlen sich heiss an und heisse Getränke kalt an. Diese Symptome können noch Wochen wenn nicht Monate nach der Vergiftung anhalten. Auf jeden Fall muss unverzüglich einen Arzt aufgesucht werden, eine spezielle Infusion kann helfen. Es gibt aber auch immer wieder Menschen die eine Ciguateravergiftung nicht überleben.









r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012