USA 10. Teil                                                                                                                           06. Juli 2015


Nächster Stopp:                             Yellowstone Nationalpark             Bundesstaat Wyoming 

Der fast 9000 km2 grosse Yellowstone-Nationalpark wurde am 1. März 1872 gegründet. Damit ist er der älteste Nationalpark der Welt. Der Name des Parks ist vom Yellowstone River übernommen, dem wichtigsten Fluss im Park. Der Park ist vor allem für seine geothermalen Quellen wie Geysire und Schlammtöpfe sowie für seine Wildtiere wie Amerikanische Bisons, Grizzlybären und Wölfe bekannt. 1978 erklärte ihn die UNESCO zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Hier kam es zuletzt vor rund 640 000 Jahren zu Vulkanausbrüchen, die Geologen heute zu den grössten überhaupt rechnen und die in direktem Zusammenhang mit weltweitren Klimaveändrungen gebrachte werden können. Nach der letzten Eruption mit Zusammenbruch des Kraters bildete sich eine riesige, 350 km2 grose Caldera. Die darunter liegende Magmakammer erzeugt nach wie vor Hitze; zahllose postvulkanische Erscheinungen, die die Landschaft mit Dampfschwaden und ständigem Brodeln und Zischen überziehen, bestätigen dies. Dass man sich auf unruhigem Boden bewegt, beweisen auch die Erdbeben. Manche Geologen, und selbst ernante Amargeddon Propheten, warnen vor einem schlummernden Supervulkan, dessen Ausbruch Amerika vernichten könnte.  

Der Park ist bestens erschlossen, sodass wir mit dem RV problemlos alle Sehenswürdigkeiten besuchen konnten. Der Park durchquert eine Strasse die wie eine liegende Acht angeordnet ist in sogenannte Gran Loop Road. Wir befuhren die beiden Loop’s an je einem Tag. Der Park hat vier Parkeingänge. Von Norden, Westen, Süden und Osten. Der Yellowstone Park liegt in den Bundesstaaten Wyoming, Idao und Montana und liegt auf einem bis zu 2500 m hohen, aus basaltischen Ergüssen bestehenden Hochplateau. Bereits am Westeingang auf dem Campground sind wir auf über 2000 müM. Die höchste Pass Stelle im Park die wir mit dem RV passierten lag bei 3000 müM. 

Ein wunderbarer Park wo man Tage, oder viel Wochen verbringen könnte. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten den Park zu erforschen. Alleine zum Wandern sind 2000 km herrliche Wanderwege in das weniger bekannte Backcountry des Parks (nur mit Genehmigung) erschlossen. Im Sommer sind die Naturfreunde im Zelt anzutreffen und im Winter die Skitouristen. 

Hier eine Übersicht vom Park, damit diejenigen die noch nie hier waren, sich ein Bild machen können wie gross der Yellostone Nationalpark wirklich ist. Man sieht die vier Parkeingänge, sowie die Grand Loop Road, die zwangsläufig betens erschlossene Hauptverkehrsader mit 229 km rund um die Wildnis, und die wie eine liegende Acht angeordnet ist. 

800px-Yellowstone National Park Map


Wir beginnen mit der südlichen Loop Road!

Die schönsten Bilder vom Yellowstone Nationalpark

Wir fuhren entlang dem Madison River, der später nach der Ortschaft Madison nördlich in den Gibbon River mündet und sich gemächlich durch die Landschaft schlängelt. 


Ein sonniger, aber kühler Morgen strahlte uns an. Wir wollten Heute den Süd-Loup umrunden die Geysire besuchen und hofften, dass wir auf Bison treffen. 

Schon von Weitem sahen wir die kleinn Rauchsäulen aufsteigen. Das sind die ersten Geysire. Und zu unserem Glück sahen wir eine Herde Bison’s die im Gras liegen. 

Die Bisons entledigen sich zur Zeit ihrem Winterfell. Es sind noch Überreste vom Winterfell zu sehen. Sie wälzen sich im Gras oder im weissen Sand in der Nähe der Geysire damit das alte Fell abgerubbelt wird. 

Wie Spiegeleier sahen die sogenannten Feuerlöcher aus. Es dampft und blubbert aus ihnen heraus. 

Wir haben das Lower Geysir Basin errecht. 

Ein langer Steg führte uns durch die Landschaft dieser Feuerlöcher, Bassins und Geysire, wir waren sehr beeindruckt. Das betreten des Erdreichs ist verboten, es wäre lebensgefährlich, man könnte ohne weiteres einbrechen und versinken. 






Fasziniert von dieser wunderschönen Vulkanwelt. Es kochte, dampfte und brodelte um uns herum. Ein leichter Schwefelgeruch stieg in unsere Nasen. 

Während unserer Weiterfahrt sahen wir diesen schönen Bison in einer Waldlichtung liegen. 

Ein Fischadler auf Beutejagd.

 

Hier sind wir am Midway Geysir Basin angekommen. 


Ein Schwarm kleiner Fliegen hatten sich auf dem Orangen Gestein versammelt. 


Gerade schoss ein Geysir einer Wasserfontäne heraus. 


Wir kamen zum Old Faithful Geysir, der wohl berühmteste im Yellowstone Nationalpark und eine der touristischen Hauptattraktionen.  

Der Old Faithful Geysir dämpft hier vor sich hin. Jede Stunde spritzt er eine bis zu 30 m hohe Wasserfontäne in die Höhe. Dieses Schauspiel lässt der Besucher sich natürlich nicht entgehen. 

Hunderte von schaulustigen Touristen warten auf den Ausbruch des Old Faithful Geysirs. 

Pünklich entlädt sich der aufgebaute Dampfdruck und eine Wasserfontäne heissen Wassers schiesst aus dem Old Faithful heraus. Nach zwei Minuten ist das Schauspiel leider schon wieder vorbei. Danach dämpft er wieder gemächlich vor sich hin, bis sich in einer Stunde das selbe Spiel wiederholt. Phantastisch! 

Geologie 

(Höchst interessant ist die einzigartige Geologie vom Yellowstone Nationalpark, dazu habe ich Euch eine Beschreibung kopiert.) 

Der Nationalpark liegt zu weiten Teilen in der vor rund 640.000 Jahren entstandenen Caldera Krater des Yellowstone-Vulkans, über der Magmakammer, die in mehr als 8 Kilometern Tiefe liegt. Die Magmakammer ist rund 80 Kilometer lang, 40 Kilometer breit und 10 Kilometer mächtig. Damit zählt der Yellowstone-Vulkan zur Gruppe der Supervulkane. Er ist der größte Supervulkan auf dem amerikanischen Kontinent.

Der Park ist berühmt für seine vulkanogene Landschaft mit Geysiren, Fumarolen, Schlammtöpfen und heißen Quellen. 62 Prozent sämtlicher weltweit existierenden heißen Quellen liegen im Yellowstone-Gebiet, dies sind etwa 10.000. Von den über 300 Geysiren im Nationalpark erfreut sich besonders der Geysir ''Old Faithful'' im oberen Geysir-Becken bei Touristen großer Beliebtheit, spuckt er nämlich in ungewöhnlicher Regelmäßigkeit sein Wasser in Abständen von momentan zwischen etwa 60 bis 90 Minuten aus. Mit dem Steamboat-Geysir beheimatet der Park auch den größten aktiven Geysir der Welt. Er befindet sich im Norris-Geysir-Becken.

Ursache für die vulkanogenen Aktivitäten ist die Magmakammer des Vulkans, die das von Bergen herabfließende und im porösen Lavagestein versickernde Wasser erwärmt. In heißen Quellen, Geysiren oder blubbernden Schlammlöchern tritt das versickerte Wasser wieder an die Erdoberfläche.

Kleinere Vulkanausbrüche in einem Zeitraum von 630.000 bis 70.000 Jahren vor unserer Zeit füllten die Caldera beinahe vollständig mit Lavagestein. So liegt der Park heute auf einem Hochplateau auf rund 2.400 Meter Höhe und ist beinahe rundherum begrenzt durch Bergketten der mittleren Rocky Mountains, deren Spitzen zwischen 3.000 und 4.300 Meter hoch sind. Der bekannteste Berg auf dem Hochplateau selbst ist der Mount Washburn mit einer Höhe von 3.122 Metern. Teil des Yellowstone-Plateaus ist der Yellowstone Lake, der größte Bergsee in Nordamerika. 

Die nordamerikanische Hauptwasserscheide verläuft diagonal durch den südwestlichen Teil des Parks. Dabei handelt es sich um eine Gratlinie, die den Wasserabfluss in den Pazifik und in den Atlantik trennt. Drei größere Flüsse entspringen in den Bergen des Parks. Der Yellowstone River gab dem Nationalpark den Namen. Er verlässt den Nationalpark im Norden und fließt über den Missouri River, den Mississippi River und den Golf von Mexiko letztlich in den Atlantik. Das Wasser des Madison River fließt im Westen ab und endet via dem Missouri-Mississippi-Flusssystem ebenfalls im Atlantik. Der Snake River fließt im Süden aus dem Park und mündet in den Pazifik, obwohl sein Quellgebiet ganz in der Nähe der Quelle des Yellowstone River liegt. Insgesamt finden sich im Park 290 Wasserfälle mit einer Fallhöhe von mindestens 4,5 Metern, darunter die benachbarten Lower Falls, mit 94 Metern die höchsten Fälle des Parks, und Upper Falls im Grand Canyon of the Yellowstone sowie der Tower Fall bei der Mündung des Tower Creek in den Yellowstone River.

In den letzten rund 300.000 Jahren wurde die Oberfläche des Parkgebietes durch die Gletscher der Eiszeitalter geprägt. In drei Kaltzeiten bildeten sich ein großer Plateaugletscher im Zentrum des heutigen Parks und mehrere Gletscher ausgehend von der Absaroka Range im Osten. Zusammen bedeckten sie das Parkgebiet nahezu vollständig und reichten im Norden und Süden weit über seine Grenzen. Spuren der Vergletscherung zeigen sich bis heute in Form der Seenbecken im Park, insbesondere des Yellowstone Lakes, den Trogtälern in den Gebirgsanteilen des Parks und in den mit Kies, Sanden und Seeton ausgefüllten Tälern am ''Slough Creek'' im Nordosten des Parks und am Oberlauf des Yellowstone Rivers, wo die Flüsse in einer weiten Talebene mäandrierend ihr Bett gestalten. Der Wald kehrte vor rund 10500–9500 Jahren in das Gebiet des Nationalparks zurück.

440px-Morning Glory Pool Yellowstone National Park

Im Upper Geyser Basin, einer der fotogensten Geysire ist der nach einer Blume benannten Morning Glory Pool. 


Es sind über das ganze thermalen Gebiet Gehstege gebaut. Wer diesen Pfad verlässt, könnte durch die Oberflächenschicht einbrechen und sich lebensgefährlich verletzen. 

Wir befinden uns im West Thumb Geyser Basin. Wer kennt ihn nicht den Film „Abiss“ Unendlich tief und klar ist das heisse Wasser! 

Eine traumhaft schöne Thermal Quellen Landschaft. Viele solcher Bassins sind hier vorhanden mit Blick auf den Yellowstone See. 

Wir fahren weiter um den See herum und kommen zum Sulphur Krater. 

Am Sulphur Krater kam plötzlich ein Herde Bison’s aus dem Wald. Sie wallten sich im Kalksteinsand, rieben sich an Bäumen oder lieferten sich kampflustig dem Gegner. 


Wir fahren durch die wunderschöne Landschaft mit blühenden Wiesen, kleinen Seen und Flüsschen in Richtung Madison. 

Wir besuchen die eindrücklichen Lower Falls. 

In einem Canyon fliesst das Wasser vom Lower Fall ab. 

Wir fahren den langen Weg zurück nach Madison. Die südliche Loop Road ist bald geschafft, ein langer Tag neigt sich dem Ende zu, unsere Köpfe vollgepackt mit wunderbaren Erlebnissen und Eindrücken, Müdigkeit stellt sich ein. Wenn man an einem Tag alle Sehenswürdigkeiten auf der südlichen Loop Road besuchen will, sich etwas Zeit zum Schauen und Staunen haben möchte, einige der langen Wege zu den Geysiren  zu Fuss gehen möchte, diese viele Meilen abfahren will, muss man früh Morgens aufbrechen damit man diese einzigartgen Schönheiten halbwegs bestaunen kann. 


Heute fuhren wir die nördliche gelegenen Loop Road ab und besuchten die Sehenswürdigkeiten, und hofften, Bären zu sehen. An wunderschönen Steilhängen vorbei die mit Sommerblumen bedeckt waren, dazwischen die buschigen Tannenwälder fuhren wir zum Nördlichsen Punkt, den Mammoth Hot Springs. 

Vorbei an Flussläufen, Teiche und Bäche, die wir zwischen dem dichten Wälder und saftig grünen Wiesen sichteten. 


Den ganzen Tag galt unsere Aufmerksamkeit den Bären, doch leider haben wir keinen einzigen entdeckt, obwohl wir sehr früh am Morgen losfuhren. Dafür haben wieder Bisons gesehen, die sich friedlich durch’s saftige Gras frassen. 




Dem Yellowstone River entlang, der sich durch Schluchten schlängelnd seinen Weg durch die Wildnis bahnt. 


Hier sind die Pusteblumen etwas drei ma so gross wie wir sie kennen. 


Hier waren wir an den Mammoth Hot Springs angelangt. Die heissen Quellen dampfen und pusten vor sich hin. Geysire spritzen kochend heisses Wasser in die Höhe. Auf einem Holzsteg entlang kann mann die Quellen und Geysire besuchen. 












Unsere Reise geht leider weiter, wir müssen diesen magischen Ort verlassen! 

Thermophile Bakterien und Algen

(Ich habe noch einen interessanten Artikel gefunden, über die Algen und Bakterienvorkommen im Yellowstone Nationalpark)

In den heißen Quellen des Yellowstone-Nationalparks leben verschiedenste thermophile Bakterien und Algen. Nur sehr wenige davon sind wissenschaftlich erforscht. Zu den wichtigsten erforschten thermophilen Bakterien, die im Yellowstone-Nationalpark entdeckt wurden, gehören ''Thermus aquaticus'' und verschiedene Cyanobakterien. 2009 wurde bei eukaryotischen Algen der Gattung ''Cyanidioschyzon'' des Parks entdeckt, dass sie die hohe Arsenkonzentrationen tolerieren und das Arsen in komplexe organische Verbindungen binden. Das Arsen ist in dieser Form für andere Organismen deutlich weniger verfügbar und entfaltet seine giftige Wirkung nicht mehr. Diese Algen existieren in Gewässern des Yellowstone-Nationalparks, die sich aus Geysiren und anderen Thermalquellen vulkanischen Ursprungs speisen. An einer Nutzung zur Abreicherung in Trinkwasser wird gearbeitet.

Der National Park Service schloss im August 1997 mit der US-Biotechfirma Diversa ein Abkommen, „in dem die Firma die geistigen Eigentumsrechte an den hitzestabilen Mikroorganismen erhielt, die in Geysiren und heißen Quellen des Parks leben. Dieses Abkommen geriet im März 1998 an das Licht der Öffentlichkeit, woraufhin mehrere Nichtregierungsorganisationen gegen diesen Fall von Biopiraterie protestierten und rechtliche Schritte einleiteten. Im März 1999 wurde dieser Bioprospektionsvertrag schließlich durch ein US-Gericht annulliert.

Die aus Quellen im Yellowstone-Nationalpark isolierten Bakterien bergen ein riesiges finanzielles Potenzial für Pharmakonzerne. Der Schweizer Konzern Hoffmann-La Roche beispielsweise vertreibt ein Enzym von ''Thermus aquaticus'', die "Taq-Polymerase", zur Vervielfältigung der Erbsubstanz (DNA) – eine ausgezeichnete Methode und erzielt damit Einnahmen in Milliardenhöhe. Gemäß einem Gerichtsurteil aus dem Jahre 2000 ist der National Park Service ermächtigt, künftig an Forschungsergebnissen, die im Yellowstone-Nationalpark erzielt wurden, finanziell teilzuhaben.


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r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012