Bonaire                                                                                                       Dezember 2017 / Januar 2018 


Rückblick 2017 - Aussicht 2018 

Nach einem kurzen und sehr schönen Schweizer Aufenthalt im November 17 sind wir in die Wärme nach Bonaire geflüchtet. Das Wiedersehen unseres Luxusschlitten „SeaBorne“ fühlte sich diesmal extrem gut an. Drei Monate in einer engen viereckigen engen Kiste durch Australien zu holpern hat seine Spuren hinterlassen. 18’000 km, viel Sitzen, immer die gleiche Haltung. Tomi ist diesmal gut weggekommen, bei mir klemmt und schmerzt es in den Gliedmassen da und dort. Ich breite meine Yogamatte auf dem Vorschiff aus und schon geht es mir wieder viel besser. Die Bewegung hat mir wohl gefehlt. Trotzdem geht es aber nicht ohne Physio-Sitzungen. Mein Nacken will sich nicht richtig drehen…und meine Bewegungen sehen aus wie „Herrmann the Monster“…

Fishersteg, Bonaire

Die SeaBorne weits im Wasser. Geputzt, gewachst und poliert mit neuem Unterbodenanstrich. Herrlich war es an Bord zu kommen ohne erst den ganzen Dreck wegzuputzen bevor man sich hinsetzen kann. Das Einrichten war somit schnell erledigt und nach einer Woche schon konnten wir die Curaçao Marine verlassen und in die See stechen. Erst geht es nach Bonaire in unsere 2. Heimat. Wir freuen uns unsere Land- und Wasserfreunde wieder zu sehen. Weihnachten und Neujahr sowie Tomi’s 60. Geburtstag auf unserer Insel Bonaire zu feiern. 

Wiedersehen mit Barbara Griot


Aber erst einmal der Reihe nach! 

SeaBorne Ahoi, wir sind froh wieder auf unserem schwimmenden Zuhause zu sein. Vermisst haben wir das Bordleben nach vie Monaten Abstinenz in Australien und in der Schweiz. Wir haben eine wundervolle und sehr spannende Reise in Australien erlebt. Bewusst ist es uns aber erst unterwegs geworden, was ungezwungenes und selbstbestimmtes Leben bedeutet. Einsame Sandstrände die wir ansteuern können. Den Anker wo es einem gefällt in den Sand stecken und bleiben so lange man beliebt. Zweisamkeit in den Wogen des Meeres. Nirgends sonst als auf dem eigenen Schiff ist das alles möglich. 

Die Sea Cloud, eine gediegene Schönheit in Curaçao, unter Segel noch viel schöner 


Weihnachten auf Bonaire 


Weihnachts Deko an Bord

Wir feiern unkonventionelle Weihnachten an Bord auf dem Katamaran Saya. Ein herrlicher, warmer und sonniger Abend an Weihnachten….


Tochter Ariane (links) und Mama Sibylla bei den Vorbereitungen. Weihnachtsplätzchen….


Karibische Plätzchen Sujets…


Mit einem Apérol-Spritz beginnt ein schöner Abend…


Viele Leckereien, darunter der wunderschöne tropische Salat von Thorsten (links). Skipper Stefan freut sich. 


Die Schlacht am Buffet kann beginnen… 

Eine fröhliche Bande von Seglern treffen sich und hauen auf den Putz. Die Gastgeber Sibilla & Stefan von der SY Saya mit Ariane und Alexander. Beate & Bernd von der SY Viking. Erich von der SY Seabreeze, Gabi & Thorsten mit dem hässlichsten Hund der westlichen Hemisphäre Sparrow von der SY Christa. Unsere Wenigkeit mit Gast Karin an Bord der SY SeaBorne. Es muss einfach mal gesagt werden. Auf einem Cat lässt es sich mit vielen Gästen einfach besser feiern ohne, dass man sich ständig auf die Füsse tritt. Jeder brachte etwas feines zum Essen mit und wir schlemmten an einem wundervollen und reichhaltigen Buffet mit vielen Leckereien, natürlich mit reichlich Alkohol, den Stefan liebevoll in einem Eimer mit Eiswürfel kühlte.  


Schweizer Tradition auf Bonaire

Den heiligen Abend am 24.12. feierten wir bei Barbara und Boudevijn in ihrem schönen Zuhause am Hang von Bonaire mit einem fantastischen Blick über das Lichtermeer der Insel bis nach Klein Bonaire. Wir genossen ein feines Essen mit Tischgrill und vielen leckeren Zutaten. Eine Bescherung war das Tüpfelchem auf dem I. Es war ein sehr schöner Abend in sehr guter Gesellschaft. 




Silvester mit Höllenfeuerwerk auf Bonaire 

Der Sylvester gestaltete sich anders als sonst wo. Wir grillieren an Bord der SeaBorne zusammen mit Seglerfreunden und stossen zum Jahreswechsel auf dem Vorschiff der SeaBorne an. Mit Bewunderung erleben wir ein Feuerwerk entlang der Küste von Bonaire. Weniger Rauch und kürzer war es als noch vor zwei Jahren. Dafür stilvoller und schöner. 


Tomi’s 60. Geburtstag auf Bonaire 

Last but not least! Tomi’s 60. Geburtstag am 12. Januar war die Krönung auf Bonaire. Wir feierten mit Land- und Seglefreunden im Spice Beach Club Bonaire in kurzen Hosen & Flip Flop’s am Strand, genau wie Tomi es sich gewünscht hatte. Semii Martin Caroliina, eine junge, sehr begabte Sängerin aus Bonaire gab mit ihren neuen und alten Song’s unserem Fest eine ganz besondere Note. Eine super Stimmung kam auf und neben dem ganzen Gehoppse im Sand und dem Tackt der Musik, vergassen wir beinahe das BBQ. Die Köchin vom Spice Beach Club machte für Tomi eine echte Schwarzwäler Torte die ohne zu explodieren das Geburtstagskind am Tisch erreichte. Und siehe da, sie war nicht nur schön, sondern auch super lecker gewesen. Vielen Dank der Crew von Spice Beach Club, ihr alle habt uns einen wundervollen Geburtstag für Tomi beschert. 


Bananenembargo und geschlossene Grenzen

Venezuela war einst der Hauptlieferant von Früchten und Gemüse auf den ABC-Inseln. Leider spüren wir hier auf Bonaire, die unmittelbare Betroffenheit der Bevölkerung und die katastrophalen Verhältnisse der Lebensmittelversorgung in Venezuela nur am Rande. Der kleine Markt am Wasser in Bonaire der von venezulanischen Händler betrieben wurde, ist schon seit einiger Zeit geschlossen. Da und Dort sind die Auslagen in den den Supermärkten leer. Es herrscht seit Anfangs Januar ein Früchte und Gemüse-Embargo für die ABC-Inseln. Ebenfalls hat Manduro vorübergehend ein Ein- und Ausreiseverbot für alle Reisenden verhängt. Ziel sollen angeblich die Frachtschiffe sein, die illegal Waren aus Venezuela schmuggeln. Lebensmittel die seine Bevölkerung dringend benötigt. Zu wünschen ist tatsächlich, dass die Menschen in Venezuela genug zu Essen haben und nicht mehr hungern müssen. Die Zustände sind schon seit längerer Zeit alarmierend. Trotz Embargo und geschlossenen Grenzen gibt es hier genug zu Essen. Lieferanten aus anderen Ländern helfen aus. Früchte aus der Dom. Rep. usw. 


Bojen - Notstand -

Noch nie waren so viele Segler hier auf Bonaire anzutreffen, wie im letzten halben Jahr. Sämtliche 45 Bojenplätze sind dauernd belegt. Die Harbour Village Marina hat nur manchmal noch freie Plätze zu vermieten. Bojen reservieren darf man nicht. Fast Täglich kurven 2-3 ankommende Segelschiffe am Bojenfeld hinauf und hinunter, ohne eine freie Boje zu finden. Mit Funk wird die Marina und den Marinepark angefunkt, doch ohne Erfolg. Die Schiffe müssen alle nach Curaçao weiter segeln, es gibt hier keine Plätze mehr. Der Massenandrang von Seglern hat eindeutig mit den Hurricane Irma und Maria zu tun die im Herbst 2017 auf einigen karibischen Inseln verheerende Schäden angerichtet hatten. Noch immer sind die Bewohner der Inseln daran aufzuräumen und aufzubauen, das dauert. Man stelle sich nur vor, dass auf den BVI z.BSp. der ganze Hafen von Naneekey mit einigen Hundert Schiffen belegt war und nun nur noch einen Haufen beschädigter Schiffe anzutreffen sind. Alle Stege wurden einfach weggespült, es gibt dort nichts mehr wo man hin könnte. Auch Saint Martin die zur Hälfte zu den Niederlanden gehört ist schwer getroffen worden. Es sind viele Menschen hier auf Bonaire einquartiert worden, die in Saint Martin alles verloren haben. Man weicht nun den stark bschädigten Inseln aus, und segelt weiter nach Bonaire, Curaçao oder Aruba. 



Genussvolle letzte Tage auf Bonaire 


Neue Salon-Polster für die SeaBorne


Bordmechaniker - Mister Fixit- hat alles im Griff 





Abschied auf Bonaire 

Die Segelgemeinschaft löst sich langsam auf. Obwohl die Segelsaison bereits im November begonnen hatte, sind noch viele Segler im Januar in Bonaire beinahe festgewachsen. Stefan und Sibilla sind als Erste Mitte Januar mit SY Saya in Richtung Dom. Rep. aufgebrochen. SY Christa mit Hund hässlich, werden mit Ziel USA los düsen. Bernd und Beate werden auf der SY Viking in die Bahamas hoch segeln, vielleicht sehen wir uns danach auf Grand Cayman wieder. Armin & Marysol auf der SY…. segeln  

Auch an Land heisst es Abschied nehmen. Von unseren lieb gewonnenen Freunden Barbara & Baudevijn müssen wir mit schwerem Herzen Tschüss sagen. Doch wir sind uns gewiss, wir sehen uns wieder…irgendwann, irgendwo. Freundschaft kennt keine Grenzen. 

Ein letztes Mal lassen wir uns die göttlich feine Eiscréme von „Gios-Gelateria“ im Munde zergehen. Die freundlichen Beamten vom Zoll und der Immigration stempeln unsere Pässe. Wir schlendern die Kaja Grandi hoch. Schauen da und dort in die Läden hinein. An der Wasserfront an den riesigen Cruise-Schiffen vorbei zurück auf die SeaBorne. Ist es wirklich das letzte Mal wo wir hier auf unser Insel Bonaire verweilen werden? Wir wissen es nicht und lassen es mal auf uns zu kommen. 


Warten auf ein gutes Wetterfenster 

Marysol & Armin segeln mit dem gleichem Ziel wie wir los. Wir nehmen mit unserer SeaBorne Anfangs Februar Kurs nach Jamaica auf. Zielhafen wird Port Antonio im Nordosten der Insel sein. Entlang der Nordküste Jamaicas bis Negril werden wir von Bucht zu Bucht segeln. Von Montego Bay, im Westen der Insel werden wir dann rüber zu den Cayman Islands hüpfen und dort für eine Weile die Zelte aufschlagen.


Ausnahmezustand auf Jamaica 

Trotz genauer und Planung und Vorbereitung, kommt es anders als wir dachten. Ende Januar wurde in Jamaica für Kingstontown und die für Touristen beliebte und gut besuchte Montego Bay der Ausnahmezustand ausgerufen. Kriminelle Bandenkämpfe machen der Regierung das Leben schwer. Es gibt Morde und Schiessereien unter den Banden und Überfälle auf Touristenbusse usw. Militär und Polizei haben besondere Befugnisse einzuschreiten. Es wird dringend abgeraten die unsicheren Gegenden in Jamaica zu besuchen. 

Die Lage ist für uns jetzt doch viel zu gefährlich und wir beschliessen, Jamaica nicht zu besuchen, bis Ruhe einkehrt. Wir segeln jetzt via Curaçao, Aruba, Negril direkt zu den Cayman Islands. Sicher ist sicher. Wir werden um die 7 Tage unterwegs sein. 




Es bleibt also spannend auf der SeaBorne. Schaut wieder einmal rein.  

Wir berichten wieder aus Port Antonio, Jamaica. Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit und herzliche Grüsse Nadine & Tomas 




















r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012