Darwin „TOP END“                                                             September 2017


Wo befinden wir uns: 

Wir fahren die Hauptverkehrs Route auf dem Stuart Highway von Alice Springs nach Darwin. Zwischenstopps zum Übernachten nach ca. 500 km war in Tennant Creek, sowie in Mataranka. Die Route führt uns vom Herzen des roten Zentrums in einer fast geraden Linie in den tropischen Norden Australiens hoch, der noch immer im Northern Territory liegt. 1’500 km Asphalt hört sich weniger dramatisch an als 1’500 Seemeilen auf dem Meer mit der SeaBorne. Unterwegs besuchen wir den Kakadu Nationalpark, den Litchfield Nationalpark und machen einen Abstecher nach Katherine. 

Unterwegs auf Australiens Strassen: 

Wir legen km für km Asphalt hinter uns und nie können wir uns satt sehen an dieser gewaltigen Natur.  Diesen unendlichen Weiten und nie endend wollende Landschaft, sie trägt viele Facetten. Es ist nicht nur die leere Wüste mit dem ziegelroten Sand den wir so lieben. Die Landschaft ändert sich laufend. Es ist faszinierend. In der Sonne glänzend gelbliches Grasland, es beherrscht das Bild, dazwischen einzelne Büsche. Dann wieder wechselt die Sicht auf höher gewachsenes grünliches Gras mit grösseren Bäumen und Wüsteneichen in hügeligem Gelände. Dann wieder wechselt das Bild auf eher karges steiniges, felsig zerklüftetes Land in roten bis orangen Farbtönen mit kleinen kompackten Büschchen. Dann wieder dickes Buschland mit grossen und kleinen dicht bewachsenen Landstrichen wo kein Durchdringen möglich erscheint in saftigem Grün.  

Tausende von kleineren bis zu mannshohen Termitenhügel im Busch

Termitenhügel sehen aus wie Erdmännchen, manche werden mit T-Shirt und Mütze „verschönert“

Viele verschiedene Tiere sehen wir, doch leider waren sie alle tot am Strassenrand in fürchterlichem Zustand. Man stellt sich einmal vor, da lagen grosse Kühe, Schlangen, Rinder, Schafe, Kängurus, und nicht zu glauben ein Kamel. Wir denken, dass diese Unfälle jeweils in der Nacht vorkommen. Tagsüber hat man eine gute Weitsicht und kann früh genug auf die Bremse treten. Man wünscht sich natürlich nie ein Tier anzufahren. 

Faszinierende Weiten des Outbacks 

Die Australischen Strassen sind sehr gut im Schuss. Fast keine Löcher und defekte Abschnitte, auch keine Baustellen. Es herrscht immer sehr wenig Verkehr. Keine Berufsverkehr, nur Wohnwagen und Caravans wie wir einen fahren sind unterwegs. 4x4 Autos mit Anhängern, sowie normale Autos. Den berühmt berüchtigten „Road Trains“ sollte man mit Vorsicht begegnen. Lastwagen die bis zu fünf lange Anhänger hinter sich her ziehen (bis zu 100m lange Züge) und mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit über den Asphalt brettern. Sie können nicht ausweichen und fahren immer zu. Sie winken aber freundlich und scheinen auf Zack zu sein. Sehr beruhigend. 

Berühmt und berüchtigt die Road Train’s auf Australiens Strassen


Es gibt viele Merano-Schaffarmen und Rinderfarmen


Ein Australischer Bulle 

Die Autobahn ist nur zweispurig befahrbar und etwas eng und ohne Pannenstreifen. Man fährt einfach in den Sand neben der Strasse um kurz anzuhalten. Inzwischen habe ich mich an die engen Strassen gewöhnt. Rechts und links haben wir jeweils noch ein paar Zentimeter übrig, das reicht völlig. Man muss sich auf die Strasse konzentrieren, die immer nur geradeaus führt, es ist sehr ermüdend. Wir wechseln uns fast alle Stunde am Steuer ab.

Mal sehen wie lang der Sprit reicht…

Wir haben unterwegs den ersten Buschbrand gesehen, der flächendeckend über einige km hinwegfegte. Wir fuhren mitten durch die Rauchschwaden und rochen danach wie gegrillte Würstchen. 

Buschbrand entlang der Autobahn

Es brennt 

Irgendwo in Australien so sagt man, brennt es immer. Jährlich brennen etwa 5% der Landesfläche ab. Meist handelt es sich dabei um bewusstes Abbrennen oder um Brände in abgelegenen Regionen. Gelegentlich aber kommt es zu Katastrophen. Abgesehen von verheerenden Grossfeuern werden Buschbrände in Australien aber nicht unbedingt als negativ betrachtet. Sie sind ein Teil der Natur; viele Pflanzen, die sog. Pyrophyten, haben sich an die regelmässigen Feuer angepasst. So öffnen sich zum Beispiel die Samenkapseln von verschiedenen Arten erst durch grosse Hitze. Zahllose Pflanzen haben Mechanismen entwickelt, die nach einem Feuer neues Wachstum auslösen. 

Die Aborigines wussten um die positiven Auswirkungen des Feuers und brannten absichtlich Buschflächen ab. Bei diesem „fire stick farming“ wie es genannt wird, wurden über das Jahr hinweg in verschiedenen Lebensräumen kleine Flächen abgebrannt, so das ein komplexes Mosaik aus „erneuerten“ Buschflächen entstand. Die Ankunft der Europäer vernichtete dieses jahrtausende alte Feuerregime. Die Häufigkeit, Grösse und Intensität der Feuer nahm seitdem zu. 

pan style="font-family: Verdana;">Buschbrand entlang der Autobahn

Karlu Karlu, Devils Marbles oder Teufelsmurmeln

Devils Marbles auf dem Weg durch das Rote Zentrum darf man nicht verpassen

Ca. 140 Km südlich des Städtchens Tennant Creek taucht völlig überraschend aus den Weiten der Wüste des Teufels ausgeschüttete Murmeln auf. Kein Tourist wird vorbeifahren, ohne einige Fotos von den spektakulären Granitkugeln zu schiessen. Wir freuten uns schon darauf und wurden nicht enttäuscht. Die Teufels Murmeln sind wirklich schön anzusehen, und wir fragen uns wie die wohl hierher gekommen sind, wie sie da in dieser Landschaft übereinander geschichtet im Spinnfex-Gras liegen. In den Farben Dunkelrot bis Orange je nach Sonnenstand, wie einmal hingeworfen. Die Felsformationen der Devils Marbles sind eine der bekanntesten Attraktionen des Northern Territory und von grosser religiöser Bedeutung für die Aborigines, die indigenen Stämme der Warrumungu, Kaiditch, Walpari und Alyawarre. Die Granitkugeln bedeuten aus der Traumzeit der Eingebohrenen, die Eier der Regenbogenschlange, sie nennen diese Karlu Karlu, heisst > viele runde Objekte.


Die Teufelskugeln 

Die Teufelskugeln

Die Teufelskugeln


Wechsel der Klimazonen in Maturanka

Vom Wüstenklima in den Subtropischen Norden Australiens. 

Wir erreichen nach 1’000 Km Fahrt den Ort Maturanka im Subtropischen Norden Australiens. Es ist wahrlich subtropisch, wir fühlen uns sogleich wie in der Karibik und auch wie Zuhause. 35° Celsius steigt das Quecksilber und innerlich jubeln wir auf. Sofort tauschen wir Wander-, Turnschuhe und Socken gegen Flip Flops. Der Faserpelz wird in die hinterste Ecke vom WoMo verbannt , im Tausch gegen die Badehose. Die nächtliche Heizung wird zur Klimaanlage umfunktioniert und schon geht das angenehme Leben in Australien weiter. Wir wissen es eigentlich schon, doch endlich wieder schwitzen bei ewas feuchteren und heissen Temperaturen, ja das ist unsere Welt, die wir lieben. Unser Campground liegt in einem tropischen Wald mit Palmen, Bäumen und Büschen. Tropisch wegen der üppigen Vegetation. Wüste auch hier mit dem roten magischen Sand. Nachts fällt das Thermometer auf 15°C. Die Luftfeuchtigkeit liegt Tagsüber bei 60%. 

Elsey Nationalpark unter Palmen

Elsey Nationalpark 

Im Campground Maturanka selber beginnt der Elsey Nationalpark mit seinen heissen Thermalquellen in einem fantastischen Palmenwald. 

Hoch oben die Palmenkronen wo die roten Flughunde tagsüber schlafen

Ein Großteil des Nationalparks ist geprägt durch den Roper River und die vielen Quellen, aus denen er gespeist wird. In der Trockenzeit (April - September) fließt er langsam durch große Wasserlöcher, die voneinander durch Tuffsteinstufen getrennt sind. Während der Regenzeit schwillt der Roper River zu einem reißenden Strom an. Zu besuchen sind die beiden Thermalquellen „Thermal Pool“ und Rainbow Spring“. 34 °C warmes Quellwasser sprudelt aus dem Untergrund, über 30 Millionen Liter täglich, speisen die beiden Becken.

Vögel kreischen und Palmen wedeln im Winde, sonst herrscht völlige Stille. 


Am frühen Morgen sind wir fast die einzigen Badegäste und geniessen das 34°C warme Wasser.


Ein Bad unter Palmen ist genial. 


Eine fantastische Tierwelt hat Australien zu bieten

Beim kühlen Weisswein vor dem WoMo geniessen wir die kreischenden Papageien und beobachten in den Büschen Kängurus. Einige wagen sich scheu aber doch ganz nahe an die Menschen heran. Als die Sonne sich am Horizont verabschiedete und der Mond schon hell am Himmel stand, zogen Tausende rote Flughunde vobei, denen wir im Licht des Mones fasziniert zuschauten. Tagsüber schlafen die Flughunde in den Palmen. Die Population von roten Flughunden soll in Mataranka bis zu 500 000 Exemplare zählen.


Bunte Papageien auf dem Campingplatz


Wallaby’s, kommen auf dem Campingplatz neugierig den Menschen nahe. 


Der Lachende Hans 

An der Ostküste in den Regenwäldern leben Leiervögel, perfekte Stimmenimitatoren. Seinem Gelächter verdankt der Kookaburra, ein grosser Eisvogel, den Spitznamen „Lachender Hans“. Diese beiden haben wir in Maturanka angetroffen, weil sie einen Höllenlärm veranstalteten als sie sich auf dem benachbarten Baum nieder liessen. Sie sehen irgendwie komisch aus, die beiden Kookaburras. Der Körper wie ein Eisvogel. Der Kopf und der Schnabel eher wie Enten. 

Kookaburra, zwei Lachende Hanse 


Noch ein unbekannter Vogel der im Gras Würmer aufpickt. 


Zebrafinke heisst dieser Winzling und ist vielleicht 3cm gross und gut getarnt


Bitter Springs

Wir sind noch immer erkältet und Tomi geht es nicht so prächtig. Wir beschliessen noch einen Tag hier im Maturanka Campground auszukurieren. Weil ich halt eine Wasserratte bin, fahren wir zu den nahe gelegenen Bitter Springs. Ich lasse mich ein Mal mit der leichten Strömung vom einen zum anderen Flussende treiben und geniesse herrlich warmes, kristallklares Wasser. Es sind keine Freshies, Süsswasserkrokodile in Sicht! Alle Leute Gross und Klein gehen Baden, ich natürlich auch. Tomi hält derweil Ausschau auf die Vierbeiner und schiesst Fotos von der grandiosen Gegend. 

Überall sind Krokodil Warnschilder angebracht. Hier sind es die Süsswasserkrokodile, die Freshy’s vor denen wir uns in Acht nehmen müssen. 


Wir sind überwältigt so klares Quellwasser zu sehen. In diesem Flussabschnitt hat es keine Freshy’s! 



Frau muss nichts anders tun als ins warme Wasser liegen und sich mit der Strömung treiben lassen. 

Ein grossartiges Erlebnis, obwohl ich immer Ausschau auf gepanzerte Vierbeiner halte. 

Wasserlilien säumen das Ufer. 


Darwin „TOP END“ bei 37.5°C

Und es soll noch heisser werden. Na toll! Endlich ein bissl wärmer und schon dämpft es wie in der Sauna. Wir sind auf dem Campingplatz „Oasis Park“ ein wundervoller Park an ruhiger Lage umgeben von einem Palmenwald. 

Campingplatz Oasis Park in Darwin, gefällt uns sehr


Darwin Stadtbesichtigung

Der idyllische Fischerhafen von Darwin am frühen Morgen

11 000 Einwohner zählt die Stadt im Top End. Drei mal wurde sie zerstört und wieder aufgebaut.     1897 von einem Wirbelsturm. Während des 2. Weltkrieges durch Bombenangriffe der Japaner. Und 1974 von dem verheerenden Zyklon „Tracy“. Heute ist Darwin eine neue Stadt mit neuen, modernen Gebäuden. Alles wirkt sauber und steril. Es hat viele schöne tropische Grünflächen, alte, riesige Bäume und verschiedene Palmen, was uns sehr gefällt. 

Mini-Shopping Mall Darwin

Viel Leben ist im verschlafenen Ort selbst während der Mittagszeit nicht. Wir flanieren an der Shopping Mall die gerade mal 200m lang ist. Am West End an der Beachfront versprechen wir uns einwenig mehr Rummel. Es hat ein paar schöne Strände, der berühmteste soll der Mindil-Beach sein. Im Wasser, am Strand und in den riesigen umliegenden Pärken und Grünanlagen ist es fast menschenleer. Ist ja auch kein Wunder! 

Nicht einmal eine Zehe sieht das Meer von uns. Die Salty’s Salzwasserkorkodile und vor allem die Würfelquallen, beide absolut tödlich. Da nehmen wir doch lieber den Chlortümpel auf dem Campingplatz zur Erfrischung. 


Schön und einsam liegt sie da, die Mindil-Beach, eigentlich schade, dass das Wasser verseucht ist


Überall Sicherheits-Hinweise


Es ist Ebbe. Einige Katamarane haben am Bug zwischen den Rümpfen eine Leiter die sie zum Strand hinunter lassen können. Sicher ist Sicher…


Skyline von Darwin vom West End aus


Mitten in Darwin, Cafés und Geschäfte im hübschen Hinterhof


Koloniales Überbleibsel mit moderner Architektur vereint


Ein Erbstück aus der Kolonialzeit, wieder aufgebaut nach Zyklon Tracy 


Wir verlassen Darwin auf dem Stuart Highway in Richtung Adelaide River. 

Einkaufen ein Vergnügen 

In Australien ist das Einkaufen zwischen unzähligen Regalen in riesigen Supermärkten eine Freude. Solche Gelegenheiten gibt es nicht viele in der Karibik wenn man wie wir segelnd unterwegs ist. Ein besonderes Kränzchen zum Umweltschutz; hier bringt jeder seine eingene Tasche mit. Alle Tüten ob Organisch oder Plastik kosten extra. Es gibt an der Kasse keine kleinen Plastiksäckchen zum selber nehmen. Die Gemüsesäckchen sind zu 100% abbaubar. Ein Bravo also an den Umweltschutz, so macht das Einkaufen gerade doppelt Spass. 


Jumping Crocodile > Adelaide River <

Auf Abwegen zum Adelaide River


Eine Büffelherde am Grasen


Auf dem Weg von Darwin zum Kakadu Nationalpark machen wir einen Zwischenstopp am Adelaide River. Wir machen eine Bootsfahrt und schauen wie die Salzwassserkrokodile gefüttert werden. 

Der friedliche Adelaide River. Man sagt uns; Sie sehen uns lange, lange bevor wir sie sehen…

Die Salty’s wie sie hier genannt werden, oder eben die gefährlichen Leistenkrokodile sind hier Zuhause. „Brutus“ heisst das grösste und gefährlichste Männchem mit knapp 6 m Länge. Er ist Chef hier im Revier und seinem Flussabschnitt, und hat das Sagen. Sobald andere Männchen grösser als drei Meter werden, werden sie von Brutus gefressen. So wird sich wohl die Population der Croc’s im Adelaide River selber regulieren. Leider hat sich uns Brutus nicht gezeigt so haben seine Argenossen die ganzen Büffel-Häppchen selber gefressen. 



Mann weiss nicht wieviele Croc’s hier leben. Für rituelle Zwecke ist es nur den Landbesitzern, den Aborigines erlaubt Krokodile zu töten. Diese Croc’s strahlen eine natürliche Autorität aus, man will ihnen nicht im Dunkeln begegnen. Also Vorsicht ist auf jeden Fall geboten. 


 Das ist schon ein grosser Brocken von einem Croc

Crokie wartet auf ein Häppchen Beefie…


Wir fühlen uns sicher auf dem Boot. Es ist ein tolles Erlebnis, diese Croc’s so nahe in ihrer Umgbung zu sehen und wir als  potentielles Futter dienen… 


Krokodile können den Nacken nicht biegen

Wie ein kleiner Drache, schnuckelig, doch die Hand würde ich nicht ins Wasser halten…

Wir verlassen die Jumping Croc’s Farm und fahren weiter, überqueren ein riesiges Sumpfgebiet


Australiens Wet Land > Sumpf Gebiet <

Riesige Flächen Sumpfgebiet > Croc-Gebiet <


Australiens Wetland in der Trockenzeit



Am Fluss sonnt sich auf einer Sandbank ein Croc





Endlose Weiten

Croc geniesst die Nachmittagssonne 


Rechts und links der Strasse dichter Dschungel 

r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012