Recycling auf Karibisch

Tja, wir Schweizer meinen immer, wir wären die Recyclingweltmeister. Stimmt leider nur teilweise, denn wir recyceln zwar fleissig aber nicht kreativ. Da ich weiss, dass es unter Euch auch einige Umweltverschmutzer gibt, die weder genau wissen was eine 2000-Watt-Gesellschaft ist - noch was Recycling genau heisst - hier mal für’s Erste die Definition von Recycling:

Beim Recycling oder Rezyklierung werden Abfallprodukte wiederverwertet bzw. deren Ausgangsmaterialien werden zu Sekundärrohstoffen.

Der Begriff ist ein Lehnwort aus dem Englischen (Recycling – für Wiederverwertung oder Wiederaufbereitung); etymologisch leitet es sich vom griechischen kýklos (Kreis) sowie dem lateinischen Präfix re- (zurück, wieder) ab. Na - jetzt alles klar?

Die Kariben haben dieses System mangels Wiederaufbereitungsanlagen, die hier - wenn überhaupt - nur sehr spärlich vorhanden sind, um eine kreative Variante erweitert. Nämlich um das sogenannte Wiederverwendung oder „Andersanwendung“. Ist schon klar, dass wir fantasielosen Mitteleuropäer uns darunter wenig vorstellen können, darum hier nur einige wenige Beispiele:

1. Aus alten Oelfässern werden praktische Gartengrills.


2. Man nehme einen alten Gasbehälter und schneide mit der Flex und dem Schweissbrenner kunstvolle Motive rein und fertig ist das überdimensionale Teelicht, in den dann brennbarer Abfall reingeschmissen wird. Entweder ist sowieso ein Fest, oder der „Gasbehälter“ ist gerade voll geworden und so zündet man den Inhalt mit viel Brimborium an, lockt ein paar Touristen an, die um die Behälter rumtanzen und Alkohol trinken, der ihnen von den Kariben zu überhöhten Preisen angeboten wird. Gibt es eine schönere Art um Abfall zu verbrennen? Tja, da haben wir noch viel zu lernen, oder hat schon mal jemand von Euch Spass gehabt, wenn in der Schweiz die Abfallverbrennungsanlage läuft?

3. Auch Autos werden wiederverwendet - mal als Abfall-Container

oder Teile davon als Gartenzaun

oder einfach als Blumenrabatte.

Kaputte Schwimmbrillen werden so angepasst, das auch die Hunde coole Sonnenbrillen tragen können.

Wer gar nichts mit seinen alten Textilien anfangen kann, nagelt sie einfach zu Dekorationszwecken an die nächste Bar-Decke 


oder falls der Lack des Aussenborders geschützt werden soll, tut ein altes Unterleibchen wertvolle Dienste, sozusagen als „Calida-Lack". Falls der Aussenborder dann einmal den Geist aufgibt, dann kann man diese ja sehr dekorativ im Garten um einen Baum stellen. 

Hier ein sehr schöne Arrangement, dessen ältestes Teil auch in einem Museum für nautisches Zubehör einen Platz verdient hätte. Man sieht, in diesem Garten hat Recycling Tradition.

Auch alte Kabelrollen trifft man in ihrem 2. Leben öfters als Tische wieder an. 

Tja, so könnte ich nun noch stundenlang fortfahren. Denn das waren noch längst nicht alle Recycling-Ideen, denen ich begegnet bin. Und die Reise geht ja weiter. Aber vielleicht habe ich Euch ein paar Anregungen gegeben, wir Ihr Euer persönliches Recycling-Verhalten in Zukunft etwas kreativer angehen könnt. So jetzt muss ich aber dringend ein Bier trinken, wir brauchen nämlich einen neuen Aschenbecher. Was die leere Bierdose mit einem Aschenbecher zu tun hat?

Eben mit Recycling: Bier austrinken, etwas Wasser reingiessen, in einen Rettungsring stellen - fertig. Steht auch noch bei Windstärke 10 und dem entsprechenden Wellengang!!!

In diesem Sinne - keep cool, drink beer and take care. 

so long… 

Euer Shelly.

r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012