Boatyard Curaçao September - Oktober 2016


Auf dem Weg in die Boatyard Curaçao Marine.         Zuerst jedoch, einwenig Spass auf Bonaire! 


Wir genossen entspannte Tage in unserer 2. Heimat Bonaire, wo wir die Zeit meistens mit Tauchen, Schwimmen und Schnorcheln verbrachten. Die intakte Unterwasserwelt ist wunderschön und nirgends so einfach wie in Bonaire zu betauchen. Wir hängen uns an eine der unzähligen Tauchbojen rund um Bonaire. Springen direkt von der Badeplattform der SeaBorne ins Wasser und lassen uns entweder an einer Steilwand entlang gleiten, das Wrack Hilma Hocker welches Kopfüber auf 35m liegt anschauen oder die fantastische Saltpeer wo wir uns durch die vielen Brückenpfeiler hindurch schlängeln. 

Unsere neuen Segel- und Tauchfreunde Tomas und Gabrielle auf Ihrer SY Maselle. Wir haben uns vor zwei Monaten auf den Bahamas kennen gelernt. Sie waren auf dem Weg in die USA. Auf unsere Empfehlung hin statt wie geplant in die USA weiter zu segeln, machten sie kehrt und segelten nach Bonaire. Hier trafen wir uns dann wieder und verbrachten eine tolle Zeit zusammen. 

Von Grenada segelnd ist dann später auch Angela und Reto vom Katamaran She San zu uns gestossen, so wurde die Zeit hier in Bonaire noch lustiger und wir wollen gar nicht mehr weg! Nun mussten wir trotzdem los in Richtung Bootswerft Curaçao. Der Platz in der Werft war für die SeaBorne bereits reserviert. Der Abschied nahte und wieder einmal hiess es „tschüss sagen“ und jeder segelt seinen Weg, seine Route mit unterschiedlichen Zielen. Wir hoffen jedoch das wir sie wieder einmal sehen. Die schöne Zeit bleibt allerdings immer in guter Erinnerung. 

Anschliessend ein paar Eindrücke was wir in Bonaire so alles angestellt haben.

Mit Thomas und Gabrielle fuhren wir mit Skootern zur Südseite Bonaires. 

Eine der vielen Tauchgänge mit Gabrielle und Thomas war am Saltpeer, zwischen den Brückenpfeilern hindurch und unglaublichem Fischreichtum. 

Der frühe Vogel fängt den Fisch! Auf zum Tauchspass mit der SeaBorne. Thomas & Tomas geniessen die Fahrt! 


Lady’s aBoard! 

Zwischen den Vergnügen ruft die Arbeit. Tomi repariert den Dingi Motor auf dem Vorschiff. Auch nach dem zweiten Impeller will’s einfach nicht funktionieren! Eine Woche seuchten wir so daher, letztendlich half alles nichts und Mechaniker Ludwig von ABC Marine musste den Honda mit in seine Werkstatt nehmen. Weil man ohne Dinghy so gar keine Möglichkeit hätte an Land zu kommen, lie uns Peter vom Katamaran „Pia“ seinen kleinen 2 PS Motor aus. Wir waren sehr froh wieder mobil zu sein. 

Tauchen, Tauchen, Tauchen…wie schön! (Gabrielle & Thomas) ein versiertes Taucherpaar. 

                                                                                  Ostracoden - Der romantischste Tauchgang der Welt

Weihnachten kann nur einmal im Jahr sein, dachten wir! Aber hier auf Bonaire bekommt man die Chance für echte Romantik! Wer kennt es nicht, Nachts am Strand zu sitzen und in den klaren Himmel zu blicken und Millionen von Sternen zu bewundern? Diesen Schatz die „ Unterwassersterne“ bei einem romantischen Nachttauchgang zu erleben, gibt es auf Bonaire schon wenige Meter unter Wasser. Es sind die „blauen Tränen“ des Meeres wie sie hier liebevoll genannt werden, die Ostracoden. 

Die Ostracoden oder Samen Garnelen, sind eine Gruppe von kleinsten Krebstieren, die nur etwa 1 mm im Durchmesser haben. Viele Arten können biolumineszierendes Licht ausstrahlen, welches sie verwenden um sich vor Raubtieren zu schützen. Die Karibik beherbergt eine besondere Art von Ostracoden, die blaues Licht als Teil ihrer monatlichen Paarung erzeugen. Jeden Monat nach dem Vollmond leuchtet der Ozean in einem brillanten biolumineszierenden Blau, wenn die Ostracoden Sex haben und sich fortpflanzen. Wir vergleichen dieses Ereignis mit einer wundervollen Sternennacht. Schwerelosigkeit fängt uns im Dunkel des Wassers auf. Tauchend driften wir durch das Wasser, als ob wir durch den Raum selbst schweben, es herrscht völlige Stille im Dunkeln, nur die eigene Atmung durch den Lungenautomaten und das blubbern der aufsteigenden Luftblasen ist zu hören. Tomi schwenkt alle paar Minuten seine Taucher-Lampe ein paar mal von rechts nach links und löscht sie wieder ab. Wir blicken ins Dunkel hinaus und eine Sekunde später blitzen wie auf Kommando tausende von blauen Lichtern auf. Wir sind umgeben von Ostracoden Leuchtkörpern die wie Perlen an einer Schnur von den Korallen langsam aufsteigen und an uns vorbei schweben, bis sie sich an der Oberfläche verlieren. Was könnte faszinierender und romantischer sein? Wir wiederholten dieses Szenario von neuem immer und immer wider und konnten uns überhaupt nicht satt sehen. Nach einer Stunde nimmt das Leuchten schliesslich ab und es werden immer weniger Ostracoden. Unser Finimeter zeigte uns an, dass wir bald keine Luft mehr im Tank haben. Wir schwammen an die Oberfläche und stiegen aus dem Wasser. Noch lange waren wir von diesem unvergesslichen Ereignis verzaubert. 

Bonaire hat einige der besten Tauchplätze der Welt, um dieses Phänomen zu beobachten. Einwenig Erfahrung im Nachttauchen braucht man schon. Gut austariert sollte man sein, da man die meiste Zeit ohne Taschenlampe in der Dunkelheit schwebt. Ein einmaliges Erlebnis.

Jetzt wartet ihr sicher gespannt auf die tollen Bilder! Leider müssen wir euch enttäuschen! Es ist fast unmöglich in der Nacht brauchbare Aufnahmen von den leuchtenden Ostracoden zu machen. 

So sehen sie aus die winzigen Ostracoden! Eine der wenigen Aufnahmen x Mal vergrössert. 

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1. August Schweizer Nationalfeiertag 


Wir feierten den 1. August in Bonaire bei Angela und Reto auf dem Katamaran She San. 


Echtes Schweizer Bier!!                                                                                                                 Angela & Reto haben sich viel Mühe gegeben eine entsprechende Schweizer Deko zu basteln. Mit vielen Schweizer Kreuzen aus Creppapier ist ihnen das ausserordentlich gut gelungen. 


Wir genossen die Gastfreundschaft der Crew von She San. Mit von der Party waren auch Gabrielle und Thomas. Es wurde viel getrunken, gegessen und gefeiert natürlich mit Schweizer Musik! 


Ein schöner lauer Abend auf der She San. 


Reto erklärt uns den super tollen Tischgrill. Den er mit Hingabe zum brennen bringt. Genial! 


Ein Schweizer Nationalfeierabend den wir mit tollen Menschen geniessen durften. Dem Gastgeberpaar Angela und Reto herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und den gelungenen Abend. 


Da sieht man sofort wer aus der Schweizer Bergwelt stammt. Neben Aktiv Yoga fahren Angela und Reto einmal mit dem Mountain Bike quer über die Insel. Die Hitze scheint sie nicht im geringsten davon abzuhalten. Fit ist wer trotzdem fährt!! uff…ächz und schwitz…

Ankunft auf Klein Bonaire, die Schweizer Schwimm-Truppe!


Und noch mehr Sport aber im kühlen Nass… dass ist schon eher meine Linie! Schwimmen nur für Cruiser! Martin unser Holländischer Nachbar auf der SY Acapella organisierte ein Plausch-Schwimmen. Wir schwammen von Bonaire nach Klein Bonaire die 1,8 km wo wir mit einem Kokos-Rum empfangen wurden. Reto und Tomi haben uns als Dinghy-Rettungsboote begleitet, was ihnen gerade recht war. Gemütliche Segler-Runde beim anschliessenden Strand-BBQ! Ein super Erlebnis!

Neben allen Sportlichen Aktivitäten kam auch die Arbeit nicht zu kurz. Wir tauschten uns über das Nähen an Bord aus. So manches muss neu genäht oder repariert werden. Reto hatte ein neues Bimini Top genäht, was nun befestigt werden musste. Neue Sitzpolster im Cockpit waren als nächstes schon in seiner Planung, während ich mich mit meinem ersten grösseren Nähprojekt einem Dingi Top abmühte. Gabrielle war mit Wischen Kappen und Luckenschutz beschäftigt und wir nähten zusammen an unseren Projekten, einher mit interessanten Gesprächen. Es war eine tolle Zeit auf Bonaire, doch dann… wir müssen weiter…

Die Curaçao Werft ruft! 


Wir nehmen uns eine Woche Zeit um die SeaBorne bereit für die Boatyard zu machen. Unsere nicht endend wollende todo Liste wird immer länger und länger! Nur einiges was anfällt: Alle Sonnenschütze müssen entfernt und gewaschen und im Inneren verstaut werden. Sitzpolster gereinigt und verstaut. Segel Windsicher machen und verschnürt. Alles was herum liegt muss sicher verstaut werden. Wir Waschen und Putzen um die Wette. Ich bringe das auf diesen Zeitpunkt versprochene Dingi-Cover fertig und nähte noch weil’s gerade so schön lief, vier neue Winschenkappen. Und ich bin richtig Stolz sie sehen sehr schön aus fanden wir. Der Canvas Mann Brad war hier, unsere Aufträge entgegen zu nehmen. In Planung ist ein neues Trampolin, eine neue Matratze, Vinyl-Stoff für Sitzpolster im Cockpit und diverser Kleinkram. Eine Bestellung beim Schiffshändler für neue Luckengriffe, ein neuer Luckeneinsatz mit Moskitonetz und diverses mehr…dies und vieles mehr mussten wir in dieser Woche erledigen…

Neben uns liegt die SY Maselle von Gabrielle und Thomas am Steg die bereits auf Heimaturlaub in der Schweiz sind. Die SY Maselle vorbildlich vertäut, mit den neuen Winschenkäppchen versehen! 

Gegenüber von uns am Steg liegt die SY Florentine mit den Besitzern Kathrin und Peter. Wir machten schnell und unkompliziert Bekanntschaft und verbrachten bis zu unserer Abreise schöne und spannende Stunden zusammen an Bord bei uns oder auf der Florentine. 


Wir tuckerten mit der SeaBorne zum Slipway wo das Schiff aus dem Wasser gehoben und für die nächsten 6 Wochen in die Werft versorgt wird. Peter und Kathrin haben sich angeboten uns zum Flughafen zu fahren. So erlebten wir zum ersten Mal seit fast fünf Jahren wie das Schiff aus dem Wasser kam. 


Ein Trailer wurde ins Wasser unter die SeaBorne gefahren. In Zentimeter genauer Kleinarbeit wurden die Träger an das Schiff gepasst. Das dauerte fast eine Stunde. Fasziniert schauten wir dem versierten Team zu, wie sie Hand in Hand arbeiteten. Jeder Griff musste Sitzen. Eine gute Kommunikation zwischen den Männern mit Handzeichen ist ein Muss. Ein tolles Schauspiel wenn die Riesen dann schliesslich aus dem Wasser gehoben werden. (Die SeaBorne wiegt 11 Tonnen) Mit einer scheinbaren Leichtigkeit geht alles rasch und professionell über die Bühne. Wir hatten ein so gutes Gefühl dabei und waren auch erleichtert zu wissen, dass unser Schiff in guten Händen und an einem sicheren Platz ist. Die wissen was sie tun und haben Ihr Handwerk fest im Griff. Ein Bravo an Pierre und sein Team von der Curaçao Marine. Die SeaBorne wurde an ihren Standplatz in der Werft gefahren, aufgebockt und mit Spannsets gesichert. 




Tomi und Kathrin schauen interessiert zu. 



Detailarbeiten für den Mechaniker werden sogleich vor Ort besprochen. Denn während unserer Abwesenheit muss das Getriebe repariert werden. Jack ist sehr versiert er hat hier die Generalvertretung für Yanmar Motoren. Er wusste schnell was zu tun war.

Die SeaBorne an ihrem Standplatz. Aufgebockt und mit Spannsets am Boden verankert. Sie bekam eine Wäsche, frischen Wachs aufgetragen und eine Politur verpasst. Der Unterboden wurde abgeschliffen und mit SeaHawk Antifouling neu gestrichen. Unten sieht man den Unterschied von Vorher zu Nachher. Ist sie nicht schön geworden? 

Zum Abschied bleibt uns nur die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Bonaire mit Kathrin & Peter! Schon nach so kurzer Zeit haben wir Euch in unser Herz geschlossen. Vielen Dank für die Fahrt zum Flughafen. 

Heimwärts Richtung Schweiz mit Air Berlin. Wir verbrachten einige Wochen in der schönen Heimat mit Familie und Freunden. Mitte Oktober ging’s bereits wieder zurück nach Curaçao. 



r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012