USA 2. Teil

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Santa Fe                                                                                                          Bundesstaat: New Mexico 

Santa Fe liegt tatsächlich auf 2200 m. Es ist für die Jahreszeit Ende Mai aussergewöhnlich kühl. Santa Fe ist im Winter ein beliebter Wintersport Ort. Die Sonne scheint, doch es hat etwa 8 Grad. Dick in Jacken eingepackt gehen wir auf Erkundungstour und hohlen uns einen Sonnenbrand! Hier ist die Berglandschaft wie in der Schweiz. So beschleichen uns heimische Gefühle. Nur die Menschen sehen anders aus. Nebst vielen, vielen Besucher sind hier die Indianer Zuhause. 


In der Ferne liegt Santa Fe. Mit vollständigem Name: La Villa Real de la Santa Fé de San Franzisco de Asis, spanisch für Königliche Stadt des heiligen Glaubens des heiligen Franz von Assisi. Cool nicht?….

Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts haben die Stadtväter erkannt, wie wichtig die Bewahrung und Verschönerung des Stadtbilds für ihre Stadt ist. So wurde es zur Pflicht gemacht, dass jeder Neubau im traditionellen „Pueblo" (Siedlung)-Baustil zu errichten ist (Lehmziegel/Adobe-Bauweise). Erhaltene Gebäude und Anlagen wurden geschützt und restauriert. Das Ergebnis ist ein Stadtbild, das mit keiner anderen Stadt dieser Größe in den USA vergleichbar ist. Die Identifikation der ca. 75 000 Einwohner mit ihrer Stadt und die große Anziehungskraft auf Künstler und Urlauber beruht maßgeblich auf dieser Stadtplanung.

Cathedral Basilica, Franz von Assisi. 

Die erste Indianerin der Geschichte die durch die heilige Kirche seelig gesprochen wurde. 


Kleine Innenhöfe sind wie Wundertüten, sie verschönern das Stadtbild zusätzlich. 

HIer verkaufen die Indianer ihre Kunstwerke. Vor allem Schmuck! Silber, Bronze und Gold werden zu kleinen Kunstwerken verarbeitet.  Viele Edelsteine vor allem Türkis werden verwendet. 

Eine beträchtiliche Anzahl an Museen gibt es hier in Santa Fe, hauptsächlich Kunst- und Naturhistorische Museen.

Älteste Kirche in den USA: San Miguel Chapel, Santa Fe. 

Bereits im 12. Jahrhundert bestand an der Stelle der heutigen Stadt eine Indianersiedlung. Im 16. Jahrhundert kamen die ersten Spanier. 1610 wurde Santa Fe Sitz des Gouverneurs der Provinz Nuevo Méjico des Vizekönigreiches Neuspanien. Santa Fe ist damit die älteste Hauptstadt in den USA. 

Kunst: 

Santa Fe ist heute einer der bedeutendsten Orte der amerikanischen Kunstszene. Etwa 200 Kunst Galerien befinden sich in der Stadt. Einen kleinen Einblick der unzähligen Kunstwerke. Es gibt ein Stadtteil in Santa Fe, wo Gallerien das Bild prägen. Jedes Haus ist eine Galerie. Kunst   so weit das Auge reicht. Für einige Künstler war das Leben hart, sie konnten von den Einnahmen nicht leben. So entstanden in den Gallerien oder in den süssen Hinterhöfen, kleine, feine Restaurants oder Cafés mit einer Vielfalt an kulinarischen, internationalen Spezialitäten. Einige zählen Heute zu den Stadtbesten Restaurants. 


Kunstvoll gestaltete Hotel-Parkhaus-Einfahrt im Pueblo-Baustil. 

Selbst die Briefkästen sind kunstvoll drapiert! 

Selbstdarstellerfigur, Kunst am Manne…auch das gibt es in Santa Fe. 

Weiterfahrt:

Gesättigt von vielen schönen Eindrücken kehrten wir auf unseren Campground zurück und liessen das Erlebte einwenig setzten. Frühmorgens ging die Fahrt in Richtung Norden weiter… wir mussten früh aus den Federn, eine lange Route von ca. 450 km lag vor uns. Inzwischen beträgt der Zeitunterschied zur Schweiz bereits 8 Stunden. Durch Wiesen, Weiden und Wälder durch felsige und hügelige Landschaft schlängelt sich die Interstate Richtung Norden zum Mesa Verde Nationalpark. 

Wir fuhren von Santa Fee Richtung Mesa Verde Nationalpark. Die Landschaft hat sich jetzt drastisch verändert. Felsformationen zeigen sich in den schönsten Farben. 

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Mesa Verde Nationalpark                                                                                     Bundesstaat: Colorado 

Colorado, Tor zu den Rocky Mountains 

Der Mesa Verde Nationalpark und das nahe gelegene Cortez liegen genau im Fadenkreuz von vier Bundesstaaten. Colorado, Utah,     New Mexico und Arizona. Wir besuchen die indianischen Berghäuser im Mesa Verde Nationalpark. Der Mesa Verde Nationalpark liegt bereits auf 2200m. 

Unser Campground in Cortez. 

Auf geht’s in die Berge! 


Mesa Verde Spanisch: Grüner Tafelberg 

Die Attraktion von Mesa Verde bilden die rund 600 Felsbehausungen, von denen allerdings nur rund ein Dutzend größere Siedlungen bildeten und heute einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie ''Spruce Tree House'', ''Balcony House'' oder ''Cliff Palace'' haben.

Zwei von diesen Felsbehausungen besuchten wir in einer geführten Gruppe. 

Cliff Palace und Balcony House

Der Cliff Palace ist eine der größten Siedlungen im Mesa Verde Gebiet. In einem weit überhängenden Abri wurden nach Dendrochronologie seit ungefähr 1190 n. Chr. aus Sandsteinblöcken, die mit Mörtel aus Erde, Wasser und Asche verbunden wurden. Hölzerne Balken dienten zur Konstruktion von Decken und Türdurchgängen. Die Errichtungszeit ist kurz, im Wesentlichen 20 Jahre, mit geringerer Aktivität bis 1260 n. Chr. Bereits um 1300 n. Chr. wurde der Cliff Palace aufgegeben. Der Cliff-Palace umfasst rund 150 Räume und 23 Kiva’s. Die Anzahl der Bewohner dürfte nicht über 100 gelegen haben.

 Hoch hinaus müssen wir verschiedene Treppen hochsteigen. 

Kriechend durch einen Gang, bis wir schliesslich auf einem Plateau stehen. 

 Durch diese Öffnung quetschen wir uns auf die andere Seite,     dort führen die Behausungen in andere Räume weiter. 

Auch Tomi ist durch… 

                                                                           weitere steile senkrechte Leiter , die am Fels befestigt ist erklimmen wir bis ganz nach Oben.

Geht ganz gut, nur nicht runter gucken!! 

Bald geschafft, die letzt Steilwand, zum Glück nicht überhängend, hatte schon den grossen Bammel...

Nun ist es geschafft, war gar nicht so schwer!

Eine bemerkenswerte Konstruktion ist ein rechteckiger Turm mit vier Stockwerken der beinahe bis zum Dach des Abri reicht, er wurde teilweise rekonstruiert. Andere turmartige Bauten sind rund und von geringerer Höhe.

Archäologische Geschichte 

Die Region von Mesa Verde war seit ungefähr 600 n. Chr. stärker besiedelt. Die Menschen lebten in Siedlungen bestehend aus einigen Grubenhaus (engl. pit houses) auf der ebenen Fläche der Mesas. Da die Siedlungen der Umgebung deutlich früher entstanden sind, muss man annehmen, dass die Mesaflächen erst in dieser Zeit attraktiv wurden. Anders als heute boten sie einen regelmäßigen Regen, fruchtbare Böden und viel Holz aus den Wäldern. Außerdem gab es viel Wild und dauernde Quellen. Um rund 750 wurden die Grubenhäuser zunehmend verlassen und die Menschen errichteten oberflächige Häuser mit Flechtwänden zwischen senkrechten Pfosten, die anschließend mit Lehm verkleidet wurden. Da sich diese Konstruktionen offensichtlich nicht bewährten, begann man die Verwendung von Steinmaterial vorzuziehen und die als Pueblos bekannten Komplexe aus gemauerten Wohn- und Vorratsräumen zu bauen, die schließlich beträchtliche Größen annahmen und bis zu 500 Menschen beherbergten. Die traditionellen halb unterirdischen Grubenhäuser wurden als durch das Dach über eine Leiter zugänglichen Zeremonialräume, den Kiva, beibehalten.

Die Nutzung der Abris in den steilen Felswänden den Canyons setzte erst spät, gegen 1200 n. Chr. ein. Es ist in der Forschung umstritten, weshalb diese Veränderung der Siedlungspraxis überhaupt erfolgte, da sie vielleicht die Hälfte der Bevölkerung von Mesa Verde umfasste. Reine Verteidigungsgründe scheiden schon deshalb aus.

Die Anasazi – deren Bauten etwa im 16. Jahrhundert erstmals von den "Navajo"entdeckt wurden und von denen sie auch ihren heute allgemein verbreiteten Namen erhielten – erreichten in dieser Zeit ihren kulturellen Höhepunkt. Auch wenn sich trotz jahrzehntelanger Ausgrabungen und Forschungen die ganze Geschichte der auf dem Tafelberg lebenden Anasazi nicht mehr eindeutig und vollständig rekonstruieren lässt, lassen gefundene Gebrauchsgegenstände einige Rückschlüsse auf ihren Alltag zu. So waren die Bewohner von Mesa Verde ausgezeichnete Töpfer und Korbflechter, zu ihren Erzeugnissen gehörten neben Töpfen, Trinkgefäßen und Schöpfkellen auch solche Gegenstände, die vermutlich zu zeremoniellen Zwecken benutzt wurden. Man geht davon aus, dass das Handwerk insbesondere von Frauen ausgeübt wurde und die Fertigkeiten von den Müttern an die Töchter weitergegeben wurden. Die Töpferzeugnisse wurden in dieser Blütezeit mit geometrischen Strukturen verziert. Es finden sich außerdem relativ einfache Beispiele für Felsgravierungen, die menschliche Formen darstellen.

Die Anasazi verfügten seinerzeit bereits über hervorragende Bewässerungssysteme, die ihnen zum Anbau von Mais, Bohnen und Paprika verhalfen. Beispiel für ein Staubecken ist der Mummy Lake, der einen Teil von Far View bildet. Weitere Nahrungsquelle war die Jagd der Männer, die auf Grund der zu überwindenden Höhenunterschiede durch das zerklüftete Mesa Verde beschwerlich gewesen sein dürfte.

Bald nach der Errichtung der Cliff dwellings begann eine langsame Entvölkerung. Die Gründe sind bis heute unklar. Vielleicht spielte auch eine zunehmende Dürre eine Rolle, die ihren Höhepunkt zwischen 1275 und 1299 erreichte. Sie verschlechterte die Lebensverhältnisse wie Anbau, Holzgewinnung und Jagd, wie sich an der immer kritischer werdenden Ernährung nachweisen lässt. Um 1300 n. Chr. war der Raum von Mesa Verde praktisch menschenleer.


Weiter geht die Reise unter USA 3. Teil 

r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012