Kangaroo Island                                                                  November 2017


Wir sind auf Kangaroo Island welche zum Bundesstaat Süd Australien gehört und im Gulf Saint Vincent im Indischen Ozean liegt. Kanaroo Island ist mit der Fähre ab Australien, Port Jervis in etwa 45 Minuten zu erreichen. Der Ankunftshafen heisst Penneshaw an der Ostküste von Kangaroo Island.  


Überfahrt nach Kangaroo Island mit der Fährverbindung SeaLink 


Fähre nach Kangaroo Island 


Tomi muss rückwärts in den Schiffsbauch 


Im Hintergrund sieht man bereits Kangaroo Island 


Noch ein letztes Mal so scheint uns, will die geballte Schönheit Australiens uns begeistern und in seinen Bann ziehen. Hier auf Kangaroo Island finden wir alles noch einmal, was wir in den letzten drei Monaten mal da mal dort gesehen haben und noch viel mehr. Kangaroo Island eine Oase der Tier- und Pflanzenwelt. Wir treffen auf eine geballte Ladung ungebändigter Natur, wild, rauh, schön. Küsten mit weissen Stränden, türkisblauem Wasser, schäumender Gischt unberührt und gewaltig. Tiere in freier Wildbahn wo man hinsieht, fantastisch, unglaublich, ein wahres Paradies.   


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Land und Leute

Kangaroo Island ist die drittgrösste Insel Australiens nach Tasmanien im Südosten und der Melville-Insel im Nordwesten Australiens. Kangaroo Island ist 150 km lang und 56 km breit. Es leben nur ca. 4500 Menschen auf der Insel, die meisten in der Nähe des Hauptortes Kingscote. Sieben Regionen, sieben Tage schlägt uns unser Tour Gide vor. Wir haben aber nur zwei ganze Tage Zeit. Das Wetter ist uns gut gesinnt und sagt uns zwei wunderschöne, sommerliche Tage mit warmen Temperaturen bis zu 27°C voraus. Sonne, Sonne und noch mehr Sonne erwarten uns also auf Kangaroo Island.  


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Wir starten in Penneshaw im Nordosten und fahren quer über die Insel in den Süden zur Seal Bay. Weiter in den Flinders Chase Nationalpark ganz im Westen wo wir auch übernachten. Am zweiten Tag zurück über das Zentrum in den Nordosten nach Kingscote, American River und wieder zurück nach Penneshaw. 


Bereits nach kurzer Fahrt sehen wir die ersten Kängurus


Mit den Warnschildern nehmen es die Aussies sehr ernst, und das mit gutem Grund. Leider sieht man in Australien sehr viele tote Tiere, vor allem Kängurus am Strassenrand, die vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung Opfer des zwar spärlichen aber doch vorhandenen Verkehrs werden. Tote Velofahrer haben wir allerdings keine gesehen.


Felsformationen mit farbigem Bewuchs entlang der Küste


Spazierweg über die Klippen von Penneshaw. Zwischen den Felsen und am Hügel nisten Zwergpinguine. Am Horizont ist der Süden Australiens zu erkennen. 


Warnschild Pinguine auf der Strasse - auch sie haben Vortritt.

Leider sehen wir auch hier auf der Insel viele tote Wallabys und Kängurus am Strassenrand liegen. Es ist ein grosses und bekanntes Problem und sehr traurig anzusehen. Es gibt immer mehr Autovermieter, die das Fahren Nachts oder bei Dämmerung verbieten. Bei den Roadtrains sieht das allerdings anders aus. Wir sind glücklich, das wir nie ein Tier überfahren mussten. Das hätte uns wirklich weh getan.


Penneshaws Küste im Morgendunst 



Ein wirklich grosses Känguru welchem wir uns auf 10 m näherten. Dann war uns dier Riese nicht mehr geheuer und wir machten kehrt. Das Känguru war sicher so gross wie wir, wenn es sich aufrecht auf die Hinterbeine setzt. Ebenfalls eindrücklich die muskulösen Oberarme, wie ein Bodybuilder. Respekteinflössend.


Blick auf das Meer



Idyllische Häuser


Eine der Hauptattraktionen der Insel ist ganz bestimmt die Seal Bay


Die Seelöwen Bucht, wir freuen uns auf diesen Ausflug und hoffen welche zu sehen



Das Seal Bay Infocenter  


Vom Besucherzentrum führt ein Steg entlang den Hügeln zu den verschiedenen Seal Beobachtungspunkten

Wir buchen eine geführte Tour, denn mit Tourguide dürfen wir auch an den Strand, näher zu den Seelöwen der sonst für Besucher gesperrt ist. Es gibt zusätzlich einen Bordwalk der über eine Holzbrücke auf Stelzen über die fragilen Sanddünen und Büsche zum Strand führt. Von dort sieht man die Seelöwen auch, aber halt viel weiter weg. Mit einem guten Teleobjektiv kriegt man sie aber auch so gut vor die Linse. Wir erfahren interessannte Einzelheiten über die hier lebenden Seelöwenkolonie. Die Seal Bay auf Kangaroo Island ist eine der seltenen und einzigartigen Küstenabschnitte weltweit wo ständig etwa 1’000 Tiere leben. Die Seelöwen sind auf einem 5 km langen Sandstrand das ganze Jahr über Zuhause. Sie belagern das ganze Gebiet bis zu den Sanddünen und Büschen hinauf wo sie sich ihre Schattenplätze suchen. Sie kommunizieren über weite Distanzen mit Gebrülle, Gegrunze und Gejaule, das hört sich sehr lustig an. Trotz ihres massigen Körperbaus und den kleinen Flossen sind sie behende und schnell. Sie gleiten auf den Sandhügeln hinunter ans Meer zu ihren Artgenossen. Wenn sie nicht gerade im Wasser sind, um sich Abkühlung zu verschaffen oder um zu Jagen, schlafen sie friedlich. Zurzeit ist keine Babysaison, die ist erst wieder im März. Die Teenager sind schon bis zu einem Jahr alt, aber nicht weniger süss. Wir dürfen in der geschlossenen Gruppe bis zu 10 m an die Seelöwen heran. Sie lassen sich durch uns nicht stören. Wir verhalten uns ruhig, nur unser Tourgide redet. Sie erklärt uns das Verhalten der Tiere. Plötzlich surft ein grosses Weibchen von den Dünen in Richtung Sandstrand  ganz dicht an uns vorbei. Vor unserer Gruppe bleibt es stehen und wirft uns einen Blick entgegen, der heissen soll; ich akzeptiere euch, aber keinen Schritt näher. Wir waren etwa 5 m entfernt und wollten gerade den Rückzug antreten. Doch unsere Guide ermahnte uns ruhig stehen zu bleiben. Die Seelöwin watschelte schliesslich gemütlich an uns vorbei, offenbar hat sie uns nicht als Bedrohung angesehen. Als der Abstand zwischen uns wieder grösser wurde, waren wir trotzdem sehr erleichtert. 

Und nun zu den schönsten Bilder, die wir von den Seelöwen machen konnten: 



Der Chef hält eine Ansprache und wie gewohnt reden die Frauen und die Kinder drein.



Ach - das Leben ist schön - hier etwas Kratzen….


 

dann vor allem schön schlafen….



….mit Freunden etwas im Wasser rumtollen…



… wieder etwas schlafen…..



…. den neuesten Trasch verbreiten …



… etwas Milch klauen …



… nicht vergessen etwas zu Schlafen….



… Träumen ist ja so anstrengend …



… ach ist das ein schöner Tag …



… perfekt für ein Sonnenbad …



… oder um etwas zu Schlafen…



… was interessiert mich das Gegrunze der Anderen, ich will in Ruhe schlafen …



… oder mich gemütlich im Sand räkeln…



… na - ist das Leben hier nicht schön?!


Hier handelt es sich um ein Buckelwalbaby welches in einem Sturm 1984 von seiner Mutter getrennt und an Land gespült wurde. Das Skelett liegt mindestens 300 m hinter dem Strand in den Sanddünen. Das heisst, es muss ein gewaltiger Sturm gewesen sein, dass dieser Wal so weit hochgespült wurde. Hier vor der Küste gibt es auch immer wieder Weisse Haie und Orkawale, die Jagd auf die Seelöwen machen. 


Eine faszinierende Seal Bay Tour geht zu Ende 


Little Sahara 

Nach einem einzigartigen und unvergesslichen Erlebnis mit den Seelöwen fahren wir weiter in die Sahara. Nach kurzer Distanz machen wir Halt an den weissen Sanddünen „Little Sahara“ wie sie hier genannt wird. Die Besteigung der steilen und rutschigen Sanddünen ist lustig. Man muss sich ganz schön anstrengen bis man oben angekommen ist.  


Spassiges Vergnügen auf dem Kamm der Sanddünen zu balancieren. Es bläst ein stürmischer Wind, der den Sand über die Dünen wirbelt. 




Flinders Chase Nationallpark 

Eine weitere Attraktion finden wir im Westen der Insel im Flinders Chase Nationalpark an der Küste. Sie heisst Remarkable Rocks, was soviel wie aussergewöhnliche Felsen heisst. Ein jeder lässt seinen Gedanken freien Lauf und hat so seine Fantasien als was man die Felsen bezeichnen könnte. 


Eine Schneise durch das dichte Buschwerk. Rechts und links der Strasse ist kein Durchkommen. 


Diese wilde Küste ist ohne Zugang. Der Wind bläst die Gischt des Wassers bis zu uns hoch. Am Ende der Strasse sind die bemerkenswerten Felsformationen


Remarkable Rocks 


Ein abgestürztes UFO? Remarkable Rocks.


Die ungewöhnlichen Felsen aus der Ferne, sehen aus wie ein gelandetes Raumschiff aus einer anderen Galaxie. Es ist ein Granitdom der die letzten 200 Mio. Jahre durch Korrosion und durch Regen und die Salzwassergischt eigestürzt ist. Bizarre Felsformationen sind Heute noch übrig und eine Attraktion die man sich nicht entgehen lassen sollte. 











Cape du Couedic - Leuchtturm -

Im Südwesten der Insel fahren wir aufs Geratewohl zum Leuchtturm, es ist ein besonders schöner Leuchtturm finden wir. Vom Leuchtturm aus führt ein langer Weg hinunter zur Küste zu den Admirale Arch. Wir parken und gehen zu Fuss zur Küste hinunter. Gefühlte Minustemperaturen und 30 Knoten Wind erwischten uns einskalt. 




Auch hier treffen wir auf einen Board Walk, eine Holzbrücke auf Stelzen die uns ganz hinunter zur Küste führt. Die Aussies machen das wirklich gut. Auf diese Weise schont man die Flora und es ist erst noch bequemer über diesen Steg zu wandern wo man von den vielen Plattformen die schöne Aussicht genissen kann. 





Admirales Arch 



Eine fantastische Höhle, mit vielen Seelöwen.




Zu unserer Überraschung haben wir viele neuseeländische Seelöwen gesehen. Die sich in den letzten Sonnenstrahlen des Tages wälzten. Sie unterscheiden sich im Aussehen zu den Australischen Seelöwen. Sie haben eine spitze Schnauze und ein dunkelbraunes Fell. Auf den braunen Felsen sind sie fast nicht mehr zu erkennen. Eine perfekte Tarnung. Trotz der bissigen Kälte verharrten wir wegen den Seelöwen noch etwas länger auf unserem Beobachtungsposten. 









Aber ob Neuseeländer oder Australier - wir lieben Schlafen!!


Campingplatz mit Koalabären 

Im Westen von Kangaroo Island finden wir einen Campingplatz zum Verlieben. Einmal hier, will man  nicht mehr weg. Die Campingplätze sind in einem Eukalyptuswald angelegt. Es duftet herrlich nach Eukalyptus. Es gibt einen Koalaspazierweg der rund um den Campingplatz führt. Tomi’s Wunsch geht doch noch in Erfüllung, Koalas in der freien Wildbahn zu erleben. Wir gehen auf die Suche und finden tatsächlich ein Koala-Mami mit Baby und den Vater. Gemütlich in einer Astgabel verkeilt schlafen sie um die Wette. 


Spatziergang durch die Eukalyptuswälder, der betörende Duft der ätherischen Öle werden wir vermissen.



Koala Mama mit dem Baby verknäuelt, tja das Leben ist hart - aber zum Glück kann man es ja verschlafen.


Koala Papa - na was treibt ihr Touristen unter meinem Baum?



Koala Mama mit Baby bilden eine einzige Pelzkugel - Kuscheln ist schön!!



Vehikel aus längs vergangener Zeit auf dem Camping 



Banksias 



Samenkapsel der Banksia 



Feigenbaum 



Grosse Eukalyptusbäume 



Eine Wallaby-Mutter mit ihrem Jungen welches aus dem Beutel kam um sich zu putzen. 



Viele dieser kleinen Wallabys suchen Futter im Wald. Sie sind scheu aber auch neugierig. 



Wallaby in Putzaktion

Dieser Campingplatz hat es uns angetan. Nebst vielen Pflanzen, uralten Eukalyptusbäumen die wunderbar duften, sind Papageien, Kakadus, Raben und Elstern die herumflattern und uns am Morgen mit ihren Gesängen wecken zu sehen. Es gibt Koalabären, Wallabys und Hasen. Und nichts ist eingezäunt, das sind die Wunder der Natur, wo Mensch und Tier in miteinander leben.  


Tomi geniesst den Morgnspaziergang auf der Suche nach Koalas


American River 

Zum krönenden Abschluss unserer Kangaroo Island Reise gönnen wir uns ein echtes Aussie Austern- Essen. Wir degustieren das erste Mal überhaupt frische Austern. Frisch aus dem Meer, geöffnet, ein paar Spritzer Zitronensaft darauf träufeln und essen. Eine herrlich, erfrischende Mischung aus Salzwasser und frischer Muschel explodiert im Mund. Alle Vorurteile die wir hatten schmelzen dahin. Von wegen gliberig…diese Austern sind so frisch wie nirgends auf der Welt. 




The Oyster Farm Shop soll die ultimative Adresse auf ganz Kangaroo Island sein, für die besten Austern, Marron-Süsswasser Lobster, Abalone Muscheln und Fische weit und breit. Wir haben unsere Tagesroute so gelegt, dass wir unser Mittagessen im drei Seelendorf American River einnehmen können. Das „Restaurant" hat jeweils von 11:00h bis 15:00h geöffnet. 




Das Lokal selber ist nicht wirklich ansprechend. Innen sind ein paar Tische neben der offenen Küche platziert und Draussen ein Minitisch mit vier Stühlen, neben einer verwaisten Tankstelle, auch nicht gerade einladend. Eine Delikatesse sollte man in angenehmen Ambiente geniessen. Wir entscheiden uns das Essen zum Mitnehmen zu bestellen. Die Bedienung ist sehr freundlich und das Essen war absolute Spitzenklasse. 


So sieht unser Festmahl aus. Zwei grosse Abalone-Muscheln in einer Marinade. Zwei Dutzend Austern in drei verschiedenen Zubereitungsarten. Geräucherter Fisch, Datteln, geräucherte und eingelegte Austern. Gebratener Fisch mit Zitronenöl und Schwarzem Pfeffer mit hausgemachter Tarnare-Dip.    Dazu warmes Baget und Coleslaw Salat. Mit einem erfrischenden Sauvignon Blanc aus Kangaroo Island zelebrieren wir diese Köstlichkeiten. Das Essen war hervorragend, eine Gaumenfreude die wir mit jedem einzelnen Bissen genossen. 

Sonst hat Australien kulinarisch ja eher wenig zu bieten. Viel Fastfood und das omnipräsente Fish and Chips. 



Nach dem Essen soll man ruhen oder so…Wir machten uns auf den Weg zurück nach Penneshaw. Bezogen den Campingplatz der in der Nähe des Fährhafens liegt. Dann lassen wir gemütlich den Tag ausklingen. Die Fähre bringt uns am nächsten Morgen zurück ans Festland. 


Blick vom Campingplatz auf die Bucht in Penneshaw 


Entlang der Küste in Penneshaw

Der letzte Bericht folgt bald, wir sind inzwischen in Adelaide angekommen. 

Herzliche Grüsse Nadine & Tomas

r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012