Monserrat                                                                                                                         03.2014


330px-Montserrat in its region.svg

Monserrat liegt 30 SM südwestlich von Antigua und gehört zu den kleinen Antillen. 

Unknown

Die Flagge von Monserrat mit der goldenen Harfe symbolisiert Irland. 


Mit Rosita segeln wir nach Antigua, Barbuda und auf die Vulkaninsel Monserrat. 

Rosita fühlt sich auf der SeaBorne wie Zuhause und geniesst das türkis blaue Wasser und die angenehme Fahrt unter Segel von Antigua nach Monserrat. 

330px-Topographic-map-of-Montserrat-de

Monserrat liegt 30 SM südwestlich von Antigua und gehört zu den kleinen Antillen. Monserrat die durch den aktiven Vulkan Soufrière Hill geschundene kleine Perle in der Karibik. 2/3 der Insel ist Sperrgebiet. Es leben Derzeit etwa 5 000 Menschen auf der Insel, rund halb so viele wie vor dem Vulkanausbruch. Die Aufbauphase in Monserrat ist in vollem Gange und wird von der EU und England finanziell grosszügig unterstützt. Die Menschen sind sehr offen und freundlich gegenüber Besucher. Wir warten bis Tomi aus dem Immigrationsbüro kommt. Wir werden von einigen "Locals" angesprochen, ob es uns gut geht, braucht ihr ein Taxi, oder etwelche Hilfe. Sie kommen schnell ins Schwärmen und Erzählen über ihre schöne Insel. 

Geschichte Monserrat

Montserrat ist seit ca. 7000 Jahren besiedelt. Ab 400 v. Chr. wanderten "Arawak" ein, die bis zur europäischen Landnahme die Bevölkerungsmehrheit stellten. Im 15. Jahrhundert wurden sie von den kriegerischen "Kariben" unterworfen. Die Kultur der Arawak blieb jedoch dominant.

Christoph Kolumbus entdeckte die Insel am 3. November 1493 und nahm sie unter dem Namen Santa Maria de Montserrate, nach dem bekannten Kloster Montserrat auf dem gleichnamigen Berg in Katalonien, für die spanische Krone in Besitz. Allerdings wurde Montserrat nie von Spaniern besiedelt.

Das Desinteresse der Spanier nutzen die Engländer aus und gründeten 1632 eine erste Siedlung. Die Spannungen zwischen Römisch-katholische Kirche und Church of England, Anglikanern im Mutterland, die in den Englischen Bürgerkrieg mündeten, hatten die Karibik erreicht. Die irischen Bewohner der Nachbarinsel St. Kitts wurden nach Montserrat ausgesiedelt. Später kamen irische Einwanderer aus anderen britischen Kolonien Amerikas dazu. Noch heute ist ein großer Teil der europäischstämmigen Bewohner irischer Abstammung.

1672 bildete Montserrat gemeinsam mit Antigua, St. Kitts und Nevis eine Konföderation englischer Inselkolonien mit gemeinsamem Abgeordnetenhaus unter dem Gouverneur Wiliam Stapleton. 

Die Siedler bauten Tabak, Zuckerrohr und Baumwolle an. Für die Arbeit in den Feldern wurden westafrikanische Sklaven eingeführt. Deren Nachkommen bilden heute die Bevölkerungsmehrheit. 1838 wurde die Sklaverei abgeschafft.

Von 1871 bis 1956 gehörte Montserrat zur Föderation der Inseln über dem Winde. 1958 wurde sie Mitglied der Westindischen Föderation. Nach Auflösung der Föderation 1962 entschieden sich die Inselbewohner in einer Abstimmung dafür, wieder britische Kronkolonie zu werden.

Wir erobern Monserrat

Wir machen eine Inselrundfahrt mit dem Taxifahrer William, ein grosser hagerer Mann, er selber hat 1995 den Vulkanausbruch mit erlebt. Damals war er Polizist im aktiven Dienst und war bei der Evakuierung der Menschen dabei. Heute ist er pensioniert (mit 50ig werden Beamte pensioniert!!!Wer will auswandern???) und macht Führungen mit Touristen rund um seine Insel. Er ist stolzer Monserraner, hier geboren hat er sein ganzes Leben auf Monserrat verbracht. Er gestaltet uns eine sehr interessante Reise quer über die hügelige Insel. Auf und ab fahren wir über steile, schmale Strassen, durch dichtes Busch- und Waldgebiet mit tropischen Pflanzen. Wir hören und lernen viel über die Insel, die wir alle sofort ins unsere Herzen schliessen. Die Schönheit der Insel mit ihren freundlichen Menschen und einer höchst interessanten Vergangenheit durch den Vulkanausbruch des Soufrière Hills.  


Auf den Anhöhen der üppig grünen Insel Monserrat blickt man über weite Teile der Insel und auf die blaue karibische See. 

Vulkanismus auf Monserrat in der Vergangenheit bis Heute

Auf Montserrat sind nur die "Soufrière Hills" noch aktiv. Geowissenschaftler gehen von einem letzten großen Ausbruch des Vulkans Soufrière vor 20.000 Jahren aus. Die letzte Phase größerer Aktivität wurde nach 400-jähriger Pause registriert, die sich durch Erdbebenschwärme seit 1992 ankündigte. 1995 wurde bei einem Vulkanausbruch ein großer Teil der Insel verwüstet.

2/3 der Insel sind aufgrund des Vulkanausbruchs Sperrgebiet. Ein Befahren der Küstengewässer ist riskant, da keine aktuellen Seekarten vorliegen. In weitem Umkreis auf See ist ein starker Geruch nach Schwefel wahrnehmbar (April 2005). Ein Umkreis von 10 Seemeilen gilt als komplettes Sperrgebiet, auch gilt der Vulkan noch immer als so aktiv, so dass über Seefunk noch mehrmals täglich die aktuelle Bedrohung mitgeteilt wird.

Das Sperrgebiet auf der Insel wurde 2005 teilweise aufgehoben. Es werden Führungen über die Insel angeboten (Mitte 2005). Schiffe können die nördliche Bucht anlaufen, nur im südlichen Teil der Insel ist Anlanden verboten. Kreuzfahrtschiffe fahren am Tag bis auf 500m an die Südküste.

Seit dem 8. Januar 2007 ist der Soufrière wieder aktiv. Der Südteil der Insel ist seither wieder gesperrt.

Im September 1989 wurde die Insel vom "Hurrikan Hugo" mit voller Wucht getroffen und stark zerstört.

Ein Großteil der Insel wurde durch eine Reihe von Ausbrüchen des Vulkans Soufrière Hills, die am 18. Juli 1995 begannen, verwüstet, darunter auch der einzige Flughafen der Insel. 75 % der Bevölkerung flohen von der Insel. Die Hauptstadt Plymouth wurde 1997 aufgrund der Vulkanausbrüche offiziell aufgegeben. Ein Übergangsregierungssitz wurde in "Brades", am nordwestlichen Ende der Insel errichtet.

Fortlaufend haben wir Bilder zusammen gestellt, die Monserrat vor und nach dem Vulkanausbruch zeigt. Zwischen 1995 und Heute. (Teilweise sind die Bilder aus dem Internet Archiv)

Archivbild 

images-5

Die einst florierende Hauptstadt "Plymouth" vor dem Vulkanausbruch. Anlaufstelle für viele Kreuzfahrtschiffe.                              Der Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen der Monserraner. 

Nach dem der Vulkanausbruch. Obwohl viele Insulaner von der Insel auf Nachbarinseln geflüchtet sind hat es zum Glück wenig Tote  und Verletzte gegeben. Alle Menschen konnten frühzeitig vor dem Ausbruch evakuiert werden. 

Archivbild

images-3

Plymouth unter Schutt und Asche begraben.

Wir stehen hier auf dem Plateau des Observatoriums, beziehungsweise dem Heli-Landeplatz.                                                                  Im Hintergrund der aktive Vulkan Souffrière Hill. 

Der Gipfel des Vulkans steckt meistens unter einer Wolkendecke, so auch bei unserem Besuch. Dampf und Schwefel treten immer noch aus und schleichen den Vulkan hinunter. 

Das braune Gestein im Hintergrund zeigt wo der Vulkan sein Inneres ausgeschüttet hat. 

Eine Schneise der Verwüstung. Hier war einmal die Hauptstadt Plymouth gewesen.  Alle Häuser die noch stehen sind stark beschädigt und verschüttet. Es ist Sperrgebiet, wir dürfen nicht noch weiter hinein. Die Strassen auf der wir uns befinden wurden nach dem Ausbruch geräumt. Trotzdem müssen wir die Fenster schliessen, weil die Asche die wir mit dem Auto aufwirbeln und uns die Sicht und die Luft zum Atmen nimmt. 

Wir dürfen ein Luxushotel besuchen welches am Rande der Katastrophe steht und doch vollkommen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es ist eindrücklich was die Natur anrichtet und wie sie sich alles wieder zurück holt. 

Der Hotel-Pool ist zum Biotop geworden. Die Aussicht auf's Meer von hier oben ist traumhaft schön. 

Was kann das gewesen sein? Darauf würdet ihr niemals kommen. Es war der exklusive Golfplatz in Plymouth. 

Eine neue Siedlung entsteht. Es werden laufend neue schmucke und farbenfrohe Häuser gebaut. Es ist beeindruckend wie der Aufbau einer neuen Stadt voran geht. Neue Schulen, Spitäler, eine komplett neue Infrastruktur wird aufgebaut. 


In "Little Bay", einer der beiden einzigen Ankerbuchten auf Monserrat ist derzeit eine neue Hauptstadt in Bau. Der schwarze Vulkansandstrand ist beeindruckend wenn die Wellen in die Bucht donnern.

Aussicht auf die Little Bay unsere Ankerbucht.

Monserrat und berühmte Musiker

In den 1980er-Jahren befanden sich auf Montserrat die "Air Studios" des früheren Beatles-Produzenten "George Martin", der zeitweise auf Montserrat lebte. In den Studios nahmen eine ganze Reihe renommierter Musiker berühmte Alben auf, so z.B. die "Dire Straits", "The Police", "Orchestral Manoeuvres in the Dark", "Paul Mc Cartney" oder "Phil Collins". Viele dieser Künstler nahmen am 15. September 1997 in der "Londoner Royal Albert Hall" am Benefizkonzert „Music for Montserrat“ zugunsten der Insel teil.

Der 1954 auf Montserrat geborene Musiker "Arroe" (eigentlich Alphonsus Celestine Edmund Cassell) nahm 1983 den Song ''Hot Hot Hot'' auf, der zur heimlichen Nationalhymne von Montserrat wurde und auch heute noch in jedem karibischen Radio zu hören ist. 

Im neuen Kulturzentrum von Monserrat bewundern wir die Handabdrücke von Eric Clapton, Elton John und Sting. 

St. Patrick's Day in Monserrat

Eigentlich wollten wir nur drei Tage hier bleiben, doch viele Leute sind geradezu enttäuscht, weil wir abreisen ohne den berühmten St. Patrick's Day miterlebt zu haben. Wir beschliessen noch einen Tag länger zu bleiben. Die meisten europäischen Einwanderer sind Iren, z.B. ist der St. Patrick’s Day ein gesetzlicher Feiertag (Sklaven Befreiung) und auf der Flagge Montserrats ist das Irische Nationalsymbol die Harfe abgebildet. Durch Rückwanderung nach dem verheerenden Ausbruch des Soufrière Hills 1995 nahm die Bevölkerung zwischen 1998 und Heute wieder stärker zu. Die irischen Nationalfarben sind Orange, Grün, Weiss. Die Menschen feiern in Liebevolle gefertigte Kostüme zum St. Patrick's Day. An diesem ultimativen Volksfest ist jedermann-frau anwesend. So sieht man auch Heute den typisch irische Einschlag der Menschen. Nicht nur weil sie weiss sind…

HIer ein paar Eindrücke von einem "Irischen Volksfest" auf Monserrat

Irische Selbstdarsteller, lustig anzuschauen. 

Auch der Esel muss sich zum festlichen Auftakt ranhalten…

Wir fahren wieder zurück nach Antigua und verbringen noch ein paar Tage in Englisch Harbour. Monserrat war die Reise mehr als Wert, es hat uns ausserordentlich gut gefallen. 

Antigua - Stingray City

Ein Massen-Touristen-Ausflug in die seichte Lagune wo sich die grossen Stachelrochen herum treiben und auf das mitgebrachte Futter warten. Kleine Sepias werden ihnen als Leckerbissen serviert. Dafür dürfen die Touristen auch mal streicheln, und für Fotos posieren. Stachelrochen sind samtig-weich anzufassen, wie "Mushrooms" sagen die Einheimischen, also wie ein fetter Pilz fühlen sie sich an und sie sind hier ausnahmsweise sehr zutraulich. Sie leben in Freiheit und können gehen wann immer sie wollen. Doch das sichere Futter lässt sie immer wieder an diesen Ort zurück kehren. Dann lassen sie die Touristen gewähren…

Rosita hat viel Spass die Riesen-Rochen anzufassen. 

Rosita findet am Strand eine wunderschöne Conch. 

Rosita und Tomi mit dem Dingi unterwegs auf Erkundungstour. 

Kokosnussmilch eine natürliche Erfrischung und der perfekte karibische Durstlöscher. 

Auch der Rumpunch schmeckt uns eigentlich ganz gut. 

Nebst grandioser Aussicht auf English Harbour, karibisch, rhytmische Steelband-Klänge, ein saftiges Rib vom Grill für Tomi. Dann ist die Welt hier oben ganz schön in Ordnung! 

Die absolut besten fish & chips die wir je gegessen haben gibt's nicht in London, sondern auf Antigua in einem original London Doppeldecker-Bus. Innen wie Aussen ein klasse Erlebnis. 

Wir verabschieden uns für eine Weile von Antigua und segeln nach St. Kitts & Nevis. 

Herzliche Grüsse 

Nadine und Tomi mit Rosita


r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012