Bequia:                                                                          09/2012



Liebe Familie und Freunde!                                                                                    Hier sind wir wieder mit dem neusten Bericht über Bequia auf den Grenadinen. 

Nach einer kurzen Nacht-Überfahrt von St. Lucia nach Bequia sind wir Morgens um 10.00 Uhr in der Admiralty Bay in Bequia vor Anker gegangen. Das Tor zu den Trauminseln der Grenadinen! Wir sind gespannt was uns erwartet! 

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Einfahr in die Admiralty Bay und Port Elisabeth. 

Eine kurze Einleitung zu den Grenadinen wo wir uns jetzt befinden. 

Von St. Vincent bis Grenada erstreckt sich die Inselgruppe der Grenadinen, die aus acht grösseren, ständig bewohnten Inseln und etwa 100 Eilanden und Mini-Inselchen besteht. Man unterscheidet zwischen den nördlichen Grenadinen von Bequia bis Petit St. Vincent, die politisch zu St. Vincent gehören, und den südlichen Grenadinen von Petit Martinique bis Grenada, die mit der Hauptinsel den Mikrostaat Grenada bilden. 

Aus Berichten entnehmen wir, dass im Bereich der Grenadinen eine Zauberwelt auf uns wartet. Ein für Segler bevorzugtes Revier in der Karibik. Anders als ihre Mutterinsel im Süden und Norden sind die Grenadinen flache und trockene Inseln, wo wenig Regen fällt. Es fehlt vielerorts die üppige Vegetation, und es wachsen hauptsächlich kleine Kaktusarten in dichtem Gestrüpp. Uns fällt auf, dass das Klima trockener wird, die Inseln immer kleiner werden. Die Dörfer und die Supermärkte werden immer kleiner, die Auswahl an Lebensmitteln beschänkt sich auf Dosenfutter. Fahrende Händler bieten auch hier feil was die Eilande so hergeben. Über Früchte, Gemüse, Fische, Eis, Brot und Rum wird alles Verkauft womit ein paar EC verdient werden können. Das Gefühl einer unbeschreiblichen Fastination dieser mystischen und wundervollen Gegend überkommt uns, welches uns immer weiter in den Süden treibt. 

Die wahre Geschichte von Hurrikan "Lenny" auf den Grenadinen

Alles war diesmal anders! Innerhalb von vier Tagen entwickelte sich "Lenny" im November 1999 aus einer kleinen tropischen Störung im Karibischen Meer zu einem Superwirbel. Die ungewöhnliche Zugbahn von "Lenny" zog von Westen nah Osten und kam so praktisch durch die "Hintertür" zu den Kleinen Antilleninseln. "Lenny" griff die sonst geschützten Buchten und Häfen auf der Leeseite der Inseln an mit fatalen Auswirkungen auch auf den Grenadinen. Bei völliger Windstille rollten riesige Wellen in die Admidralty Bay auf Bequia, zerstörten Gebäude und Einrichtungen. Zurück blieb meterhoher Sand auf den Strassen. Ganz schlimm traf es die Tyrell Bay auf Carriacou, als die Monsterwellen in die Bucht einliefen, Uferanlagen und Strassen wegrissen. Nur die Buchten im Süden von Grenada blieben von der Naturkatastrophe verschont. 

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Die Admiralty Bay der Hauptstadt Port Elisabeth. 

Geschichte von Bequia 

Die nur 18 Quadratkilometer grosse Insel mit Walfangtradition ist das touristische Zenturm auf den Grenadinen.  

Wir setzen unseren Anker in der von Seglern bevorzugten Ankerbucht der Admiralty Bay in Port Elizabeth, der Hauptstadt von Bequia, wo wir auch die Einreiseformalitäten erledigen. 

Bequia, (sprich: beck wey) lag über Jahrhunderte fernab jeglicher Zivilisation und war nur mit dem Schiff zu erreichen. Erst 1993 erfolgte mit der Eröffnung des Flughafens die Anbindung an den Weltluftverkehr. Ähnlich wie Martinique ist Bequia ein bunter Schmelztiegel von Religionen und Rassen. Bequia hat etwa 4900 gemischtrassige Bewohner, alle Schichten leben hier in beeindruckend friedlicher Koexistenz. Die Geschichte von Bequia besagt, dass die Mischlinge der ersten Generation Abkömmlinge von schwarzen Frauen und eingewanderten schottischen Walfängern waren. 1840 wurden die Inseln Bequia und Mustique zu einem Walfangzentrum ausgebaut. 

Bequia, die Insel mit Seefahrertradition wie kaum eine andere in der Karibik, war früher auch bekannt für den Bau von Holzschiffen. Der klassische Bequia-Schoner wurde in "Open-Air-Werften" in der Nähe des heutigen Flughafens gebaut. Einer der grössten Schoner, die je in der Karibik auf Kiel gelegt wurden, war das 165 Fuss lange Prachtschiff  "Gloria Golita" am Strand der Admiralty Bay unter freiem Himmel gebaut. Zwei Jahre später wurde die Gloria Golita bei den Bermudas auf offener See, mit angeschlagenen Segeln, treibend vorgefunden. Es gab keine Anzeichen von Sturmschäden, die spanische Crew blieb für immer verschollen. 

Walfangtradition von Bequia und Petit Nevis

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Petit Nevis: Hier sieht man die Mauer und die Betonrampe wo die Wale an                    Land gebracht werden. 

Für unser Verständnis und Herz für Meeresbewohner ist es unglaublich, dass heute noch Wale gefangen und getötet werden! Doch nach alter Walfangtradition und einer Fangquote wie es hier geschiet, macht die Tatsache des Wahfangs nicht ganz so schlimm.                                                                                                      Das heute unbewohnte "Minieiland" Petit Nevis, das direkt neben Bequia liegt war vom 17. Jahrhundert an und bis vor wenigen Jahren die "Whaleboning Station". Der Ort, wo die Wale geschlachtet und verarbeitet wurden. Bis heute wird die Walfangtradition weiter geführt, allerdings mit einer Wahlfangquote von zwei Wale pro Jahr (in hiesigen Informationen habe ich gelesen, dass sogar vier Wale erlaubt sind).  Über eine Betonrampe werden die Wale gewinscht, dann zerteilt und in die nahe gelegenen Schuppen zu Öl verarbeitet. Von hier aus werden die Wale auf jene Art gejagt wie wir es aus den alten Filmen kennen. Mit offenen Booten, die gesegelt und gerudert werden, die Harpune wird immer noch nach traditioneller Art mit Muskelkraft geschleudert. Es gibt heute auf Bequia ein "Walfang Museum". 

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Am belebten Steg von Port Elisabeth. 

Port Elisabeth 

Mit dem Dingi haben wir am Dingisteg am Hafen festgemacht um die Stadt zu erkunden. Wir waren überrascht, wie winzig die Hauptstadt ist. Lediglich an einer kleinen Durchgangsstrasse findet man die Hauptattraktionen. 

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Ein kleiner Früchte- und Gemüsemarkt, Handarbeiten werden angeboten. Ein hübscher Buchladen, sogar en Pizza Hut hat es! Die Post, Immigration und Zoll sind im grössten Gebäude unter gebracht. Ein kleiner Supermarkt und Doris' Fresh Food Market. Man findet sogar ein winziges Spital! 

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Hauptattraktion von Port Elisabeth, die Durchgangs- und Einkaufsstrasse. 

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Die Menschen sind ausgesprochen freundlich und offen, so werden wir auf der Strasse auch mal gegrüsst. Auch der kleine Schwatz bei der Marktfrau darf nicht fehlen, so haben wir unsere Bordküche wieder mit feinen exotischen Früchten aufgefüllt. 

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Direkt am Wasser in der Admiralty Bay gibt es nebst dem bekannten und traditionsreichen Frangipani Hotel zahlreiche kleine traditionelle Restaurants. So bleibt bei uns die Bordküche kalt, und wir suchen uns ein schönes Plätzchen zum dinieren aus.  

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Dingisteg direkt vor dem Restaurant am Princess Margaret Strand. 

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Die Aussicht auf die Bucht Admiralty Bay von Jack's Bar gesehen. 

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Am wunderschönen Sandstrand von Princess Margaret, liegt die populäre Jack's Bar. Bei einem, oder waren's zwei Drink's? Haben wir den Sonnenuntergang und das Rauschen der Wellen mit Blick auf die Admiralty Bay auf uns wirken lassen. Mit einem phantastischen Essen in gediegenem karibischen Ambiente haben wir den Abend ausklingen lassen und sind von einem heftigen Gewitter überrascht, "klitschnass" zurück an Bord der SeaBorne gekommen! 

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Es fällt uns auf, das die Saison in der Karibik zu Ende ist. Nur wenige Touristen sind noch auszumachen. Die Ankerplätze sind moderat belegt und die Restaurants wo man in der Hochsaison einen Tisch reservieren muss sind fast leer. Ebenso die Strände. 

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Kleine Bucht vor dem Princess Margaret Strand.


Unser nächstes Ziel ist die Luxusinsel Mustique...






















r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012