St. Lucia:                                                                       06/2012


Hurra, wir sind da! 

Nach drei Tagen und drei Nächten auf hoher See haben wir um 09.00 Uhr die Insel St. Lucia auf den Winward Islands angelaufen. Wir liessen in der Rodney Bucht den Anker fallen. Die Crew ist wohl auf und freut sich, wieder festen Boden unter die Füsse zu bekommen. Non Stop, auf direktem Wege sind wir von Tortola BVI's an den Inseln Anguilla, St. Martin, St. Christopher, den Nevis Islnds, Antigua mit der Nachbarinsel Monserat  mit dem gleichnamigen aktiven Vulkan gefahren. Vorbei an Guadeloupe, Dominica und schliesslich an Martinique vorbei. Von Martinique konnte ich bei meiner Nachtwache von 03.00h bis 06.00h Morgens die Lichter von weitem sehen. Nach drei Tagen wieder Land in Sicht, war ein tolles Erlebnis. Wie hat sich wohl Kolumbus gefühlt, nach wochenlangem Segeln auf hoher See, endlich Land in Sicht zu haben?? 

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Unsere SeaBorne hat uns sicher ans Ziel gebracht. Wir segelten hart am Wind, und gegen moderate bis recht hohe Wellen an. Zu dritt wechselten wir unsere Wache alle drei Stunden ab. Die Wellen peitschten unsere SeaBorne ganz schön hart, so dass wir uns erst an die lauten Geräusche, das Schaukeln und Rütteln gewöhnen mussten, damit wir ein wenig Schlaf fanden. Tags über hingen wir so rum und haben etwas gelesen, da das ständige Schaukeln zu mühsam für andere Tätigkeiten war. Kochen wurde zu einer ziemliche Herausforderung!! 

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Wir sind von den Menschen auf St. Lucia freundlich und sehr hilfsbereit empfangen worden. Der lockere Lifestyle der Leute hier kommt uns sehr symphatisch rüber, so haben wir auch schon die ersten netten Kontakte mit einheimischen Rastamans, Brothers and Sisters geknüpft...! Und alle wollen uns - geschäftstüchtig wie sie sind -  irgend etwas aufregendes verkaufen...! Super!  Das Einklarieren, Imigration und Zoll stellten absolut keine Probleme dar, alles ging locker und gemächlich voran. Schliesslich wurde nach britischer Manier in jedem Büro gespannt die Geburtstagsfeier der Queen am TV verfolgt. Thats's very british! 

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Am Nachmittag haben wir uns entschlossen, in die Marina einzulaufen. Wie könnte es anders sein, die ersten Reparaturen fallen an. Doch erst mal ruhen wir uns ein wenig aus. Udo ist bereits auf dem Weg zurück nach Deutschland. Good by, Udo. 

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So sind Tomi und ich allein in St. Lucia und gniessen gemeinsam den ersten Karibik-kitschigen Sonnenuntergang in der Marina. 

Geschichte St. Lucia

Offenbar gibt es keine gesicherten Unterlagen, wann und durch wen die Insel St. Lucia entdeckt wurde. Einige Historiker sind sich darin einig, dass Juan de la Cosa  - Navigator unter Kolumbus - der erste Europäer war, der die Insel 1499 entdeckte. Andere sind der Meinung, dass es Kolumbus während seiner vierten Westindienreise 1502 war. Die ersten Kolonialisierungsversuche durch die Engländer im Jahr 1605 scheiterten. Die Kariben-Indianer, die damaligen Inselbewohner töteten die 67 Siedler, bzw. Eindringlinge.  Erst viel später gelang es den Niederländern im Süden der Insel Fuss zu fassen. 1650 gelang die erfolgreiche Besiedelung durch die Franzosen. 150 Jahr lang wurde die Insel mit dem strategisch wichtigen Punkt im Antillenbogen von den Engländern und den Franzosen hart umkämpft. So wechselte das geschundene  Land vierzehn Mal den Besitzer. Am 1. März 1967 erhielt St. Lucia den Status eines mit Grossbritanien assoziierten Staates. 1979 wurde die Insel in die völlige Unabhängigkeit entlassen. Das offizielle Staatsoberhaupt ist auch heute noch die englische Königin, vertreten durch einen Generalgouverneur mit Sitz auf der Insel. 

Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Tourismus, der in den letzten Jahren enorme Wachtumsraten verzeichnete. Die Regierung setzt auf Qualitätstourismus, das gilt für den Hotelurlaub und für den Yachttourismus gleichermassen. Die Insel ist relativ dicht besiedelt.          Ca. 150 000 Einwohner beherbergt St. Lucia. 70% der Bevölkerung sind jünger als 30. Englisch ist die offizielle Landessprache. Die Menschen auf St. Lucia unterhalten sich aber in Patois. Der Wortschatz in Patois setzt sich mit spanischen, englischen, französischen und afrikanischen Sprachelementen zusammen. Die Grammatik besteht aus einem afrikanischen und französichem Konglomerat.                                       Auch die heimische Kultur ist eine Mischung aus England, Frankreich und Afrika. Das Handelsgesetzbuch baut auf französischen Gesetzen auf, das Strafrecht dagegen basiert auf englischem Recht. Die Kontraste sind allgegenwärtig, so auch der Linksverkehr auf den Strassen. Im Gegensatz dazu sind die Ortsnamen französisch.                                                          Der EC - East Caribbian Dollar ist die offizielle Landeswährung.  

Die Insel

Die faszinierende und wenig verfälschte 620 Quadratkilometer grosse mangoförmige Insel St. Lucia ist vulkanischen Ursprungs, wovon ein grossert Teil mit tropischen Wäldern bedeckt ist. Auf dem fruchtbaren Vulkanboden wachsen zahlreiche Pflanzen. Jonas unser Tourguide der von Beruf leidenschaftlicher Fischer ist, zeigt zwischendurch den Touris auch mal gerne seine Insel. Er zeigte uns die Naturschönheiten und Attraktionen zwischen der Marigot Bay bis nach Soufrière Bay.  Er erzählte uns mit Stolz wie fruchtbar die Insel ist. So kamen wir an vielen Bananenplantagen vorbei. Die Bananenernte wird zu einem Teil nach England exportiert, der andere Teil ist für die Inselbevölkerung und deren Handel.

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Eine einzige Bananenstaude benötigt ganze acht Monate bis sie geerntet werden kann. Die Bananenstauden werden in Säcke eingepackt damit sie wie im Treibhaus heranreifen können. Es wächst nur eine einzige Bananenstaude pro Baum. Wenn die Bananen geerntet werden wird die Mutterpflanze sofort gefällt. Die kleine Tochterpflanze, die dicht am  Mutterstamm bereits 30cm herangewachsen ist, wird die nächsten Bananen- Früchte tragen. 

St. Lucia ist berühmt durch die Vielfalt an Mangos. So soll es bis zu 100 verschiedene Sorten Mangos geben. 

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Ganz speziell haben uns die Cashewnuts Bäume gefallen. (Bild oben) Wenn man dieses aufwändigen Gewächse sieht, weiss mann warum sie im Handel so teuer sind. Es gedeiht nur eine einzige Nuss die unterhalb dieser birnenähnlichen Frucht (ist auch essbar, schmeckt ähnlich wie Äpfel) wächst. Nach dem Schälen, Trocknen und Rösten bleibt nicht mehr viel übrig! 

Brotfruchtbäume-, Papaya-, Limetten-, Mango- und Passionsfruchtbäume sind überall auf der Insel zu sehen. Durch holprige Strassen die steil bergauf und bergab gingen, fuhren wir mittten durch den tropischen Regenwald. Wild bewachsener undurchdringlicher und dichter Wald mit tropischen Bäumen und Pflanzen überall. Riesenfarne die wie überdimensionierte Sonnenschirme aussahen säumten den Strassenrand. Phantastisch! Als Krönung unserer tropischen Reise, fuhr uns Jonas zum botanischen Garten. Ein Kleinod, welches vor 25 Jahren inmitten des tropischen Regenwaldes angelegt wurde. In dieser wundervollen exotischen Blütenpracht und Pflanzenwelt lag ein chinesischer Garten, traumhaft schön. So haben wir am nahegelegenen Wasserfall einen Fotohalt eingelegt und die Naturschönheiten auf uns einwirken lassen.  

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Soufrière 

Ein traditionelles Fischerdorf mit allem was das Herz begehrt. Die touristische Hochburg in St. Lucia schlechthin. Denn hier liegen die berühmten Piton Kegel. Gros Piton und Petit Piton, die etwa 700 Meter hoch sind. (Pitons im Hintergrund) 

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Die Pitons haben wir vom Meer her in Richtung Soufrière fotografiert. 

Wer mit der eigenen Yacht in Soufrière Bay übernachten will zahlt bereits für eine Boje 25.- US Dollar oder mehr pro Nacht. Die Preise werden zum Teil auch ausgehandelt. Leider ist das Liegen hier oft mit Belästigungen verbunden, zudem fühlt man sich über's Ohr gehauen. So zahlt man für das Anlegen mit dem Dingi am Dingidok pro Pers. EC 8.- für den Landgang. Zudem wird eine separate Bewilligung benötigt, die man nur in der Marina der Marigot Bay kaufen kann. Spätestens um 10:00h am nächsten Morgen muss man die Bucht wieder verlassen, dann kommen die Ausflugsboote mit den Hoteltouristen, die von hier aus mit Bus und Taxi zu den nahe gelegenen Sehenswürdigkeien chauffiert werden. Auch die Fischer von Soufrière haben vor den Yachten absoluten Vorrang wenn sie die Netze ausbringen, so muss man den Liegeplatz auch einmall schnell verlassen. So haben wir uns entschieden, unsere Landausflüge und die Sehenswürdigkeiten von der traumhaft gelegenen und idyllischen Marigo Bay aus zu besuchen, was sich sehr bewährt hat. So durften wir mit Jonas unseren Ausflug mit einem traditionellen kreolischen Mittagessen in Soufrière abschliessen, welches gerade mal in CHF 5.- p.P.gekostet hat!! 

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Ein Mittagessen im Lokalen Stil. 

Idyllische Marigot Bay

An einer Boje festgemacht, lagen wir hier für ein paar Tage mit unserer SeaBorne. Zu dieser Jahreszeit hat es nicht mehr viele Yachttouristen, die Saison ist vorbei. Von hier aus seglten wir zu den Pitons, damit wir das Naturschauspiel auch aus der Sicht der Seefahrer erleben konnten. 

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Die luxuriöse Marina in Marigot Bay. Tolle Restaurants rund um die Bucht, eignes, sehr hübsch angelegtes Dingidok. Hier fehlt es den Yachties an nichts! 

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Genau hier vor dem Steg in haben wir auf der SeaBorne in der Marigot Bay übernachtet. Ist das nicht idyllisch? 

Castries

Ist die Hauptstadt von St. Lucia mit etwa 60 000 Einwohner. Die Stadt wurde mehrmals durch tropische Wirbelstürme, Erdbeben und Grossfeuer zerstört. Der letzte Rest der kolonialen Bausubstanz fiel 1948 einem Grossfeuer zum Opfer, das 80% der Stadt zerstörte. Danach wurde sie im modernen Stil wieder aufgebaut. 

Wir wollten unbedingt den traditionellen und bekannten Markt besuchen. So sind wir am Samstag rein ins Gewühl! Unmengen von Ständen die sich vor uns aufreihten, wir wussten nicht wo anfangen, das Angebot an Gemüsen, Früchten, Fleisch, Fisch und Handarbeiten, Kleidern, Schuhe, usw. war überwältigend.      

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Die Menschen an den Ständen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Da und dort hielten wir einen small talk mit den Einheimischen. Sie sind sehr interessiert an den Fremden und sind sehr gerne bereit, ihre Rezepte an uns weiter zu geben. So hat mir die symphatische Betty erklärt, was süsse oder saure Sops sind. Wie man sie zubereitet und ein leckeres, erfrischendes mit Kondensmilch angesetztes Getränk herstellen kann. Nach meinem Einkauf bei ihr lud sie mich spontan für eine Kokosmilch Erfrischung ein. Tomi musste Fötele! 

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Tomi war ganz glücklich als wir beim kreolischen Mittagessen mitten im Markt endlich ein wenig pausieren konnten. Unser Wocheneinkauf an Gemüse und Früchten müssen wir nun nach Hause bringen. 

Kennt ihr Wachsäpfel?                                                                                              Sie haben eine glatte hellrote Haut die aussieht und sich anfühlt wie Wachs. Das Fleisch ist weiss mit einem winzig kleinen Apfelkern. Beisst man hinein ist die Überraschung gross. Der Geschmack ist eine Mischung aus Birnen und Äpfeln, süss und saftig mit einer angenehmen exotischen Säure verbunden die harmonisch zu dieser Frucht passt! Etwas sehr spezielles was wir hier am Markt kennen gelernt haben. So nebenbei, ein Kilo Waschsäpfel haben umgerechnet gerade einmal -.30Rp. gekostet!! 

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Mit Freude päsentieren wir unseren exotischen Einkauf:                                         Papaya, Mango, Passionsfrüchte, oben drauf die sour Sop von Betty, grün mit Stacheln. Vorne im Bild die herrlichen hellroten Wachsäpfel.

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So präsentieren sich die Marktfahrer in der Rodney Bay die täglich für das Wohl der Cruiser sorgen und ihre Früchte zum Verkauf anbieten. Auf dem Bild sehen wir Edwin der mit Stolz seinen schwimmenden Markt vorfährt. Vielleicht sollten wir ihm eine Schweizer Flagge schenken! 

Meine Lieben, so sind wir wieder zurück in die Rodney Bay gesegelt wo wir warten, bis das bestellte Radar-Teil kommt und wir weiter segeln können. Die Reise geht weiter nach Bequia auf den Grenadinen, Grenada, Tobego. 

Herzlich grüsst Euch alle 

Nadine und Tomi mit Shelly                                                                                         Kontakt: seaborne@gmx.net











































































r fiz© Tomas und Nadine Cervera 2012